Im Sommersemester 2017 wird die Siegfried-Unseld-Professur mit der Warschauer Autorin und Psychologin Anna Bikont besetzt. Anna Bikont bereichert das Masterprogramm der Sprach- und literaturwissenschaftlichen Fakultät mit dem Seminar »Relations between Poles and Jews in the Era of the Holocaust. Changing Disputes« und dem Schreibworkshop »The Problem of Sources in Reporting. The Credibility of Sources and the Ethical Problem of Making Use of Them«.

Anna Bikont

Anna Bikont ist Verfasserin des viel beachteten Reportagebuchs »Wir aus Jedwabne« (2004), mit dem sie sich in die Geschichtsdebatte um den Mord von Polen an ihren jüdischen Nachbarn eingemischt hat – eine Debatte, die seit dem Sommer 2000 die Gesellschaft aufgewühlt hat wie keine zweite. Auszüge haben wurden im Band Unbequeme Wahrheiten. Polen und sein Verhältnis zu den Juden veröffentlicht. Sie gehörte in den 1980er Jahren zur Solidarność-Bewegung und ist eine der Gründungsfiguren und Redakteurin der renommierten Zeitung »Gazeta Wyborcza«. Anna Bikont, die zu den bedeutendsten Journalistinnen Polens zählt, hat auch eine umfangreiche Biographie über Wisława Szymborska verfasst.