Anthony Marras atemberaubender Debütroman Die niedrigen Himmel erzählt von menschlicher Grausamkeit und davon, was sie aus uns macht. Und von Liebe und Menschlichkeit, die alles überdauern.

 

Die achtjährige Hawah muss mit ansehen, wie die Föderalen ihren Vater verschleppen und ihr Haus niederbrennen, in einem kleinen Dorf in Tschetschenien, mitten im Krieg. Auch hinter dem Mädchen sind sie her. Ihr Nachbar, Achmed, rettet sie aus ihrem Versteck und bringt sie zum nächsten Krankenhaus. Dort treffen sie auf die Ärztin Sonja, die Hawah widerwillig aufnimmt. Doch schon bald geht es auch für Sonja nur noch darum, das Leben des Mädchens zu retten. Denn in einer Welt, in der alles zerbrochen ist und Freunde zu Wölfen werden, hilft nur das unbedingte Festhalten an dem, was uns zu Menschen macht: Mitgefühl und Liebe.

 

Interview mit dem Autor

Ein Brief von Anthony Marra an seine Leser

Als ich 2007 für einen Studienaufenthalt nach Russland zog (ich studierte Geschichte und Russisch), fing ich an, mich für Tschetschenien zu interessieren. Im Jahr zuvor hatte ich in Tschechien studiert, in einem Land, das sich auch heute noch von vierzig Jahren kommunistischer Herrschaft erholt. Die Menschen dort hegten eine tiefsitzende kulturelle Antipathie gegen über Russland. So beschloss ich, Russland mit eigenen Augen zu sehen. Weiterlesen »



© Heike Steinweg

 
Anthony Marra wurde 1984 in Washington, D. C., geboren. Während seines Studiums zog es ihn zu Studienaufenthalten nach Prag und Sankt Petersburg. Er war unter den ersten ausländischen Touristen, die die Republik Tschetschenien nach dem Krieg besuchten, was so außergewöhnlich war, dass er um drei Interviews für das tschetschenische Fernsehen gebeten wurde. Er erwarb einen MFA am Iowa Writers’ Workshop und war von 2011 bis 2013 Fellow im Wallace-Stegner-Programm der Universität Stanford, wo er u. a. bei Adam Johnson studierte und wo er selbst künftig lehren wird. 2012 erhielt er den Whiting Writers’ Award, der jährlich an Debütautoren mit außerordentlichem Talent vergeben wird – unter den Preisträgern sind Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides.

Pressestimmen zu Die niedrigen Himmel

»Ein ›Krieg und Frieden‹ des 21. Jahrhunderts.«

The New York Times

»Fugenlos und souverän, geschmeidig, einfallsreich und einfach in den Bildern ...«

Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung

»Anthony Marra hat einen atemberaubenden Roman über das Leben unter den Bedingungen des Krieges geschrieben ..., der mitreißend und eindrucksvoll konstruiert ist...«

Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der junge Autor entfaltet ein breites Panorama von prägnanten Haupt- und Nebenfiguren – stille Helden mit Zivilcourage, leise Dulder und Folteropfer, aus denen entweder Spitzel und Verräter oder Widerständler werden. An deren vielfältigen Schicksalen macht Marra sein großes Kriegsepos fest – eines der erstaunlichsten literarischen Debüts der letzten Jahre.«

Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur

»Ein wichtiges Stück amerikanischer Literatur.«

Carmen Eller, Spiegel Online

»Anthony Marra erzählt in einer funkelnden, mitreißenden Sprache vom Überlebenskampf einer Handvoll Versprengter. Dabei gelingen ihm Bilder und Personenporträts von großer Plastizität und Schönheit – der Sinnlosigkeit eines Krieges abgetrotzt, der in seinen Sätzen eine fast körperlich spürbare Wucht erhält.«

Peter Henning, WDR 3

»Schön und schaurig zugleich schreibt Anthony Marra über Tschetschenien, sehr blumig bisweilen, knapp 500 Seiten über eine höchst komplexe Krisenregion, die der junge amerikanische Autor gänzlich aus der Fantasie schöpft und imaginiert.«

Christine Hamel, WDR 5

»Anthony Marras Erzählen strotzt vor Selbstvertrauen – und das ist gerechtfertigt. Er reduziert seine Geschichten – wie die des Waisenkindes, das von Fremden aufgenommen wird - auf einen biblischen Kern und schafft es, den Verräter genauso glaubhaft darzustellen wie den notleidenden Arzt. Ihm gelingt so ein Buch, das wahrhaftig und emotional mitreißend ist.«

Tino Dallmann, MDR Figaro April 2014

»Hinter dieser gegenwärtigen und anmutigen Prosa verbirgt sich eine tiefgründige Geschichte, die ebenso zart wie schrecklich zu sein wagt, eine Geschichte über verzweifelte Leben in einem entfernten Land, das plötzlich unglaublich nah und relevant erscheint … Auf die Gefahr hin, dass ich Ihre Erwartungen zu hoch setze, muss ich Ihnen einfach sagen, dass Sie dieses Buch lesen müssen.«

The Washington Post

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(8)
»›Die niedrigen Himmel‹ prägt sich mit wortgewaltiger Kraft und großer Leidenschaft für die Seelen der Menschen ein und bringt ein Land ins Bewusstsein zurück, das nahezu vergessen schien. Auch darin liegt ein wertvoller Verdienst dieses literarischen Schatzes.«
Constanze Matthes, zeichenundzeiten.com, 01.02.2016
»›Die niedrigen Himmel‹ ist ein eindrucksvolles und tiefergreifendes Debüt. Es zeigt die Kehrseite vom Krieg, richtet sein Fernglas und damit den Fokus auf einige liebenswerte Individuen, die sich trotz der sie umgebenden Herzlosigkeit krumm stellen und durch ihre menschliche, aufopfernde Hingabe schließlich zu Helden werden. Anthony Marra überzeugt nicht nur sprachlich und hat mit seiner zerreißenden Geschichte ein Glanzstück kreiert.«
muromez.wordpress.com, 29.05.2014
»Anthony Marra legt mit ›Die niedrigen Himmel‹ einen großartigen Roman vor, der eine eindringliche und kraftvolle Geschichte erzählt. Es ist ein Roman, der sich komplexer Themen annimmt: im Mittelpunkt steht natürlich das Kriegsgeschehen, es geht aber auch um Liebe, um Treue, um Verrat. Und es geht um Freundschaft und menschliche Güte, beides findet sich hier, mitten im Krieg. ›Die niedrigen Himmel‹ ist ein Roman, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.«
Mara Giese, buzzaldrins.com, 16.05.2014
»Ein tiefgründiges, sprachlich wie inhaltlich atemberaubendes und absolut überzeugendes Debüt, das bewegt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich bin sehr gespannt auf weitere Romane dieses Autors, der es so meisterhaft versteht, mit der Sprache zu jonglieren! Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle!«
Penelope1, LovelyBooks, 06.05.2014
»Ein fabelhaftes Debüt, das einem den Atem raubt.«
MissBookarazzi, LovelyBooks, 06.05.2014
»›Die niedrigen Himmel‹ ist ein beeindruckender und höchst intensiver Roman über die Menschen in einem kriegsgebeutelten Land und darüber, wie wichtig das Leben eines kleinen Mädchens werden kann, wenn alles andere verloren scheint.«
Jacquelin Szymanski, linejasmin.blogspot.de, 01.03.2014
»Anthony Marra schafft mit seinem Debüt ein Vergnügen, das einen die Welt um sich herum vergessen lässt. Es ist beinahe, als würde die Zeit stillstehen, während man sich mit allen Sinnen der Geschichte hingibt. Das versteht man unter Literatur, in die man sich einfach verlieben muss.«
Susann Fleischer, literaturmarkt.info, 24.02.2014
»Anspruchsvoll, gefühlvoll und ganz hervorragend übersetzt.«
Markus Jäger, ekz.bibliotheksservice, 24.02.2014
 

 

»Ein Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts.«
The New York Times

 

»Kraftvoll, überzeugend, wunderbar geschrieben.«
T. C. Boyle


»
Erstaunlich und atemberaubend!«
Adam Johnson

Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrich Blumenbach und Stefanie Jacobs

D: 11,00 €
A: 11,40 €
CH: 16,50 sFr

Erschienen: 09.05.2015
suhrkamp taschenbuch 4593
Broschur, 487 Seiten
ISBN: 978-3-518-46593-6
Auch als eBook erhältlich

Im Original erschienen unter dem Titel A Constellation of Vital Phenomena (Hogarth).
Weiterführende Links

Anthony Marra im Gespräch (English)

Anthony Marra auf Twitter

Facebook-Seite von Anthony Marra