Bertolt Brecht

Bertolt Brecht
© Konrad Reßler/Stadtmuseum München
50. Todestag 2006

»Bertolt Brecht starb genau zu jenem Zeitpunkt, als sich weltweit die Erkenntnis verbreitete, daß er wohl das entscheidende Ereignis auf dramatischem Gebiet im 20. Jahrhundert war.«

Sebastian Haffner

 

Bertolt Brecht und Peter Suhrkamp - angefangen hat es mit dem lapidaren Satz: »Lieber Suhrkamp, natürlich möchte ich unter allen Umständen in dem Verlag sein, den Sie leiten.« Diese Bestätigung schreibt Brecht am 21. Mai 1950. Am 1. Juli des Jahres wird der Verlag in Frankfurt am Main gegründet.
Da kannten sich Brecht und Suhrkamp schon viele Jahre. Bald nach Kriegsende hatte Suhrkamp Kontakt aufgenommen, Brecht reagierte im Oktober 1945 aus Kalifornien: »Ihr Brief ist der erste, der mich aus Deutschland erreicht, und Sie waren einer der letzten, die ich in D. sah - ging ich doch von Ihrer Wohnung an die Bahn am Tag nach dem Reichstagsbrand; ich habe Ihnen Ihre Hilfe bei meiner Flucht nicht vergessen.«
Das erste Buch, das Brecht mit Peter Suhrkamp nach dem Krieg gemacht hat- Heft 9 der Versuche (mit Mutter Courage und ihre Kinder) -, war 1949 noch im »Suhrkamp Verlag vorm. S. Fischer« erschienen. In der ersten Programmvorschau des neu gegründeten Suhrkamp Verlags - »Neue Bücher 1950« - werden 14 Titel angekündigt, darunter Heft 10 der Versuche (mit Herr Puntila und sein Knecht Matti) und Heft 11 (mit Der Hofmeister). Tatsächlich erschien in diesem Jahr die zweite Auflage von Heft 9 und Heft 10. Neben der Fortführung dieser Versuche-Reihe und dem Neudruck von Bertolt Brechts Hauspostille (1927) als »Bibliothek Suhrkamp« (Band 4) im Jahre 1951 begann 1953 die erste Gesamtausgabe mit Erste Stücke (Band 1 und Band 2). Und Brecht war nicht nur um den Inhalt besorgt: »Im Umbruch sehen die Bände wunderschön aus.
Aber vergessen Sie ja nicht den gelben ...

50. Todestag 2006

»Bertolt Brecht starb genau zu jenem Zeitpunkt, als sich weltweit die Erkenntnis verbreitete, daß er wohl das entscheidende Ereignis auf dramatischem Gebiet im 20. Jahrhundert war.«

Sebastian Haffner

 

Bertolt Brecht und Peter Suhrkamp – angefangen hat es mit dem lapidaren Satz: »Lieber Suhrkamp, natürlich möchte ich unter allen Umständen in dem Verlag sein, den Sie leiten.« Diese Bestätigung schreibt Brecht am 21. Mai 1950. Am 1. Juli des Jahres wird der Verlag in Frankfurt am Main gegründet.
Da kannten sich Brecht und Suhrkamp schon viele Jahre. Bald nach Kriegsende hatte Suhrkamp Kontakt aufgenommen, Brecht reagierte im Oktober 1945 aus Kalifornien: »Ihr Brief ist der erste, der mich aus Deutschland erreicht, und Sie waren einer der letzten, die ich in D. sah – ging ich doch von Ihrer Wohnung an die Bahn am Tag nach dem Reichstagsbrand; ich habe Ihnen Ihre Hilfe bei meiner Flucht nicht vergessen.«
Das erste Buch, das Brecht mit Peter Suhrkamp nach dem Krieg gemacht hat– Heft 9 der Versuche (mit Mutter Courage und ihre Kinder) –, war 1949 noch im »Suhrkamp Verlag vorm. S. Fischer« erschienen. In der ersten Programmvorschau des neu gegründeten Suhrkamp Verlags – »Neue Bücher 1950« – werden 14 Titel angekündigt, darunter Heft 10 der Versuche (mit Herr Puntila und sein Knecht Matti) und Heft 11 (mit Der Hofmeister). Tatsächlich erschien in diesem Jahr die zweite Auflage von Heft 9 und Heft 10. Neben der Fortführung dieser Versuche-Reihe und dem Neudruck von Bertolt Brechts Hauspostille (1927) als »Bibliothek Suhrkamp« (Band 4) im Jahre 1951 begann 1953 die erste Gesamtausgabe mit Erste Stücke (Band 1 und Band 2). Und Brecht war nicht nur um den Inhalt besorgt: »Im Umbruch sehen die Bände wunderschön aus.
Aber vergessen Sie ja nicht den gelben Pappkartoneinband – verblichen gelb! –; wenn es irgend geht, schicken Sie mir doch ein Muster, bevor alles endgültig ist.«
»Schreiben Sie nicht, daß Sie mich bewundern. Schreiben Sie, daß ich unbequem war und es auch nach meinem Tode zu bleiben gedenke. Es gibt auch dann noch gewisse Möglichkeiten.«
So Brechts Vorschlag für seinen Nachruf im Juni 1956, wenige Wochen vor seinem Tod. Und auch nach 50 Jahren gibt es sie, die gewissen Möglichkeiten.