Marcel Beyer

Marcel Beyer
© Jürgen Bauer

Marcel Beyer, geboren am 23. November 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte von 1987 bis 1991 Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Der Autor erhielt zahlreiche Preise, darunter 2008 den Joseph-Breitbach-Preis und 2016 den Georg-Büchner-Preis. Bis 1996 lebte Marcel Beyer in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig.

Preise

Georg-Büchner-Preis 2016

28.06.2016

Marcel Beyer wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2016 ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es: »Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung. Er widmet sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der er die Welten der Tiere und Pflanzen erforscht. Er hat den Sound der Straße im Ohr, er kennt die Testgelände der ästhetischen Avantgarden, er ist vertraut mit der tückischen Magie der Medien. Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich. So ist während dreier Jahrzehnte ein unverwechselbares Werk entstanden, das die Welt zugleich wundersam bekannt und irisierend neu erscheinen lässt.«

Der Preis, der als höchste Auszeichnung der deutschen Literatur gilt, wird von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert.

 

Düsseldorfer Literaturpreis 2016

10.02.2016

Marcel Beyer wird mit dem Düsseldorfer Literaturpreis 2016 ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es: »Der Romanautor, Lyriker und Essayist Marcel Beyer findet in seinen Gedichten einen fein schwingenden Ton, der die Leser auf die Reise zu inneren und äußeren Welten mitnimmt und sie trägt. Mit seiner scharfsinnigen, akribisch genauen Sprache thematisiert Beyer alltägliche, ebenso wie politische, zeithistorische Themen, Erlebnisse, Erfahrungen, um sie zugleich als mediale zu zeigen und zu brechen. So auch in seinem zuletzt erschienenen Lyrikband Graphit, in dem er mit seiner Meisterschaft der gradlinigen, genauen Beobachtung außerordentlich beeindruckt.«

Der Düsseldorfer Literaturpreis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren deutschsprachiges literarisches Werk inhaltlich oder formal Bezug auf andere Künste nimmt. Der Preis wird durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Lyrik-Empfehlung 2015

09.03.2015

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die Stiftung Lyrik Kabinett und die Literaturwerkstatt Berlin präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bibliotheksverband einmal jährlich eine Empfehlungsliste von Neuerscheinungen deutschsprachiger Lyrik und ins Deutsche übersetzter Lyrik. Zwölf Kritiker, Lyriker und Vertreter literarischer Institutionen haben dafür jeweils einen deutschsprachigen Lyrikband benannt, den sie besonders empfehlen.

Maria Gazzetti, die Direktorin der »Casa di Goethe« in Rom ist, begründet ihre Entscheidung für Marcel Beyer wie folgt: » Die Wortverbindungen und Worterfindungen, das musikalische Verfahren und der Ton des Ganzen machen aus diesem Lyrikband eine beglückende Begegnung mit der Poesie ... In jedem Vers steckt auch die Erinnerung einer unausweichlich konkreten Existenz- und Alltagserfahrung. Dieser Band erzählt mit Herzklopfen, traurig und sinnlich, aus den Tagen und Jahren einer üblichen Lebenszeit.«

Bremer Literaturpreis 2015

17.11.2014

Marcel Beyer erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis. Die Jury begründet die Vergabe: »Der Bremer Literaturpreis 2015 geht an Marcel Beyer für seinen Gedichtband Graphit, eine große Reise durch die Natur, nahe und ferne Welten, Entdeckungen und Verluste, eine von Sprachzauber und Rhythmusgefühl geprägte Erkundung innerer und äußerer Landschaften der Geschichte wie der eigenen Biographie.«

Oskar Pastior Preis 2014

27.05.2014

Marcel Beyer erhält den mit 40.000 Euro dotierten Oskar Pastior Preis. In der Begründung der Jury heißt es, sein Werk zeichne sich »durch eine intensive Beobachtung des sprachlichen Materials aus, die durch die harten Themen hindurch in offenes poetisches Gelände führt.«

Kleist-Preis 2014

12.05.2014

Marcel Beyer erhält den Kleist-Preis des Jahres 2014. Der Preis würdigt risikofreudige Schriftsteller, die wie Kleist als Vordenker für die Zukunft gelten können. Er ist mit 20.000 Euro dotiert und wird jährlich zu Kleists Todestag im November im Berliner Ensemble verliehen.

International IMPAC Dublin Literary Award (Longlist) 2014

Marcel Beyer steht mit seinem Roman Kaltenburg auf der Longlist des International IMPAC Dublin Literary Awards. Der International IMPAC Dublin Literary Award ist der höchst dotierte internationale Literaturpreis, der erstmals 1994 von dem Unternehmen IMPAC verliehen wurde und mit 100.000 Euro dotiert ist.

Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 2012

15.06.2012

Marcel Beyer wird für ein Jahr Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. Außer dem Wohnrecht im Stadtschreiberhaus erhält der Stadtschreiber ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro.

»Die Jury zeichnet mit Marcel Beyer einen meisterlichen und gewissenhaften Erzähler aus, der bereits ein umfangreiches Werk vorgelegt hat«, heißt es in der Begründung und weiter: »In seinen Romanen, Lyrikbänden und Essays erweist sich Marcel Beyer als Fährtensucher und Entdecker in historischen und geografischen Räumen. Sprachliche Akkuratheit, gedankliche Durchdringung des Themas, hohes dramaturgische Vermögen verstehen sich bei diesem Autor wie von selbst. Marcel Beyer schafft eine Literatur der Tiefe und Dezenz, die sorgfältig ihre Mittel und Effekte kontrolliert. Souverän und sachkundig untersucht er das Verhältnis von Macht, Wissenschaft und Technologie in der jüngeren deutschen Geschichte und fasst es in gültige Kunstwerke.«

Joseph-Breitbach-Preis 2008

02.07.2008

Marcel Beyer erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2008 für sein literarisches Gesamtwerk. Der mit 50.000 Euro höchstdotierte deutschsprachige Literaturpreis wird von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur gemeinsam mit der Joseph-Breitbach-Stiftung vergeben. »Die Jury ehrt den Lyriker und Romancier Marcel Beyer für seine sprachlich versierte und psychologisch komplexe Auseinandersetzung mit den langen Schatten der deutschen Vergangenheit. Er hat das Verhältnis von Erinnerung und Erfindung, Verschweigen und Vergessen in immer neuen Versuchsanordnungen ästhetisch ausgelotet und die große Geschichte im Spiegel individueller Schicksale reflektiert. Recherche, Analyse und Fiktion gehen in seinen Büchern eine subtil komponierte und atmosphärisch dichte Verbindung ein, wobei die literarische Rekonstruktion der Vergangenheit die Bedingungen des Erinnerns immer mitreflektiert.«
Erich-Fried-Preis 2006
Spycher-Literaturpreis 2004
Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen 2003
Heinrich-Böll-Preis 2001
Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 1999
Uwe-Johnson-Preis 1997
Berliner Literaturpreis 1996
Johannes-Bobrowski-Medaille 1996
Preis des Deutschen Kritikerverbandes 1996
Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 1992
Ernst-Willner-Preis 1991
Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 1991