Marion Poschmann

Marion Poschmann
© Jürgen Bauer

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Peter-Huchel- Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik; ihr Roman Die Sonnenposition stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und gewann den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013.

Preise

Berliner Literaturpreis 2018

06.10.2017

Die Stiftung Preußische Seehandlung hat auf Beschluss ihrer Preisjury die Schriftstellerin Marion Poschmann mit dem Berliner Literaturpreis 2018 ausgezeichnet. Die Autorin nimmt die mit dem Preis verbundene Berufung der Freien Universität Berlin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik im Sommersemester 2018 an.

In der Begründung für die Preisvergabe heißt es: »Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den Berliner Literaturpreis 2018 für ihr Werk, das von hoher Sprachkraft und poetischem Witz geprägt ist. Ihr literarisches Schaffen umfasst Dichtung, Prosa und Essayistik und setzt in allen Bereichen eigenständige Akzente, die ihr Werk gerade in seiner einfachen aber hintersinnigen Weise herausragen lassen. Ihre Romane zeichnen sich dadurch aus, dass deren Helden allesamt Sonderlinge sind, denen sie distanziert sympathisierend begegnet, deren Skurrilität aber nie verraten wird. Dieser Blickwinkel, stilistisch unverwechselbar entwickelt, eröffnet Zugänge zu Zwischenwelten, wie sie sich in Begegnungen zwischen Menschen, verschiedenen Kulturen oder im Umgang mit Flora und Fauna ergeben. Auch in ihrer Lyrik hat sie die Beobachtung der Natur auf überraschende Weise erneuert: Mit geradezu botanischem Blick durchleuchtet sie pflanzliche Anordnungen und erfasst deren mystischmythologisches Potenzial, das sie in Gartenkulturen, die auch Gesellschaftsbilder sind, wiederfindet. Besonders fernöstliche Andersartigkeiten haben es ihr angetan, inhaltlich wie formal. Marion Poschmann gestaltet ihre Texte in einer Sprache, die ruhig, besonnen, feinsinnig und voller verblüffender Details ist. Damit verlangt sie den Leserinnen und Lesern höchste Konzentration auf diedargestellten Dinge ab. Sie bewirkt dadurch eine ganz eigene Art von Entschleunigung. Folgt man ihr, erschließen sich neue Sprachwelten von barock üppiger und romantisch raumgreifender Vielfalt.«

Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis zeichnet Autoren aus, die mit ihrem literarischen Werk in den Gattungen Erzählende und Dramatische Literatur sowie Lyrik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geleistet haben. Mit der Preisvergabe geht das Angebot einer Berufung auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin einher.

Deutscher Buchpreis (Shortlist) 2017

12.09.2017

Die Kieferninseln von Marion Poschmann steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2017.

Im Kommentar der Jury heißt es dazu: »Mit der Intensität eines Haikus setzt Marion Poschmann ein unvergessliches Figurenpaar in die literarische Landschaft. Wie die beiden mit Matsuo Bashō und Selbstmordanleitung den Großstadttrubel und mythische Gefilde durchstreifen, ist pure Lesefreude! Der Roman ist eine Lebenswanderung, in der zwei konträre Charaktere mit gegensätzlichen Zielen ihr Selbst entfalten und ihrer Berufung entgegenlaufen. Jedes augenscheinlich noch so unbedeutende Detail wird Poesie. Poschmanns Perspektivwechsel zwischen Weitwinkel und Zoom, der inneren und der äußeren Welt erzeugen Tempo und subtile Spannung. Mit der Wanderung auf Bashōs Spuren schlägt sie eine Brücke über die Zeiten. Gekonnt, erfrischend locker, tiefenscharf.«

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen »Roman des Jahres« aus. Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert.

Düsseldorfer Literaturpreis 2017

07.02.2017

Marion Poschmann erhält den Düsseldorfer Literaturpreis 2017. In der Begründung der Jury heißt es: »In ihrem Gedichtband Geliehene Landschaften beschreibt sie mit humordurchsetzter Verzweiflung die Gärten ihrer Generation. Marion Poschmann ist die Biografin unserer denaturierten Natur in Zeiten der Globalisierung. In ihren Gedichten verpasst sie unserer Gegenwart neue Bilder und geistblitzende Sätze und vermischt utopisches Potential mit der Realität. Dass sich die 1969 in Essen geborene Autorin nicht vor Bildung fürchtet, ist im Essayband Mondbetrachtung in mondloser Nacht nachzulesen. In kleine Kapitel unterteilt, untersucht sie Diverses: Die Einbildungskraft, den Straßenbelag und das Universum der Literatur. Das Hohe und das Tiefe findet sich in ihren Texten auf einer Ebene. Marion Poschmann ist unserer Welt dankenswerter Weise mit gnadenloser Aufmerksamkeit auf den Fersen.« Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf vergeben und zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren deutschsprachiges literarisches Werk inhaltlich oder formal Bezug auf andere Künste nimmt.

Deutscher Preis für Nature Writing 2017

10.01.2017

Marion Poschmann erhält den Deutschen Preis für Nature Writing 2017. Die Jury würdigt insbesondere »die außerordentlich genauen Naturbilder und die subtilen poetischen Evokationen einer Durchdringung von eigenmächtiger Natur und menschlicher Kulturtätigkeit« in Poschmanns Lyrik sowie »die klarsichtigen poetologischen Reflexionen über die ›Chiffrierung von Natur im Literarischen‹«, wie sie der Essayband Mondbetrachtung in mondloser Nacht präsentiere. Die 2017 erstmals vom Verlag Matthes & Seitz Berlin in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) vergebene Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in Verbindung mit einem Aufenthaltsstipendium für die Insel Vilm bei Rügen verliehen. Mit dem Preis sollen Autoren und Autorinnen ausgezeichnet werden, die sich in ihrem literarischen Werk auf Natur beziehen.

Preis der Leipziger Buchmesse (Nominierung) 2016

04.02.2016

Marion Poschmanns Geliehene Landschaften - Lehrgedichte und Elegien (Kategorie Belletristik) steht auf der Shortlist des diesjährigen Preises der Leipziger Buchmesse.

Stipendium der Villa Kamogawa, Japan (Goethe-Institut) 2014

02.09.2013

Marion Poschmann wurde von einer Fachjury für einen dreimonatigen Aufenthalt in der Künstlerresidenz Villa Kamogawa am Fluss Kamo ausgewählt. Die Künstlerresidenz Villa Kamogawa wurde 2011 anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutsch-japanischen Beziehungen eröffnet.

Deutscher Buchpreis (Shortlist) 2013

11.09.2013

Marion Poschmann steht mit ihrem Roman Die Sonnenposition auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2013. In der Begründung der Jury heißt es: »Was wir Wirklichkeit nennen mögen, ist einem lange nicht so bildreich, detailgenau und zugleich verzaubert entgegengetreten.«

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2013

Der mit 30.000 Euro dotierte Wilhelm-Raabe-Literaturpreis geht an Marion Poschmann für ihren Roman Die Sonnenposition.
In der Begründung der Jury heißt es: »Marion Poschmann ist eine Meisterin der Camouflage und der Mimikry, der Spiegelung und Täuschung, der Dialektik des Sich-Zeigens und des Verbergens.«

New-York-Stipendium 2012

16.08.2011

Die Lyrikerin Marion Poschmann erhält das New-York-Stipendium 2012 des Deutschen Literaturfonds. Damit verbunden ist ein zehnwöchiger Aufenthalt im Deutschen Haus der New York University.
Das Stipendium wird seit 1985 im Rahmen des Kranichsteiner Literaturpreises vergeben.

Ernst Meister-Preis für Lyrik 2011

20.06.2011

Marion Poschmann wird für ihren Lyrikband Geistersehen mit dem Ernst Meister-Preis für Lyrik 2011 ausgezeichnet. Die Jury würdigt die »sinnliche Präsenz ihrer Gedichte und die ausgewogene Balance von Aura und Verständlichkeit. Poschmann gelingt mit ihrer Lyrik der Spagat zwischen Lässigkeit und Radikalität, in ihren Texten zeigt sich die hohe Kunst der Identität von Dichten und Denken.«

Der Preis ist mit 13.000 Euro dotiert und zeichnet das Werk einer Autorin/eines Autors aus, in dem auf besondere Weise die Verantwortung für Sprache und Poesie und das Bemühen um ihre lebendige und zeitgemäße Weiterentwicklung zum Ausdruck kommen.

Peter-Huchel-Preis 2011

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an die 1969 in Essen geborene und in Berlin lebende Lyrikerin Marion Poschmann. Ihr Lyrikband Geistersehen wurde als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2010 gewürdigt. Marion Poschmanns Lyrik überzeuge, so die Jury in ihrer Begründung, durch sprachliche Virtuosität, strenge Komposition und gedankliche Geschlossenheit.

Der Peter-Huchel-Preis wird am 3. April 2011, dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen.

Tübinger Stadtschreiberstipendium für Lyrik 2011
Stadtschreiber zu Rheinsberg 2010
Kunstpreis Literatur der Lotto Brandenburg 2009
Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds 2007
Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2007
Literaturförderpreis der Stadt Meersburg 2006
Hans-Erich-Nossak-Förderpreis 2005
Literaturpreis Ruhrgebiet 2005
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2005
Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2004
Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2003