Christoph Martin Wieland
Agathodämon - In sieben Büchern. Est Deus in nobis, agitante calescimus illo

Herausgegeben von Jan Philipp Reemtsma und Hans und Johanna Radspieler. Im Schuber
Agathodämon
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D: 34,00 €
A: 35,00 €
CH: 45,90 sFr

Erschienen: 13.10.2008
Leinen, 307 Seiten
ISBN: 978-3-458-17406-6

Inhalt

Wer ist der ehrfurchtgebietende Greis, der als Agathodämon, als »guter Geist«, in einer nur von Ziegenhirten bewohnten Gegend auf Kreta Wunderdinge bewirken soll? Hegesias, der die Region als Forscher bereist, glaubt weder an die alten Götter noch an Dämonen, doch als der fast Hundertjährige plötzlich vor ihm steht, wird er so in seinen Bann gezogen, daß er sich dessen nicht mehr so sicher ist: Ist das ein Mensch oder ein Gott? Bald wir ihm klar, daß er den sagenumwobenen Apollonios von Tyana, den Gründer einer einflußreichen pythagoreischen Sekte, vor sich hat, der von den einen als Heilsbringer verehrt wurde, bei weniger Leichtgläubigen aber als Scharlatan verschrien war.

Es ist, als hätte der Alte auf Hegesias gewartet, denn ihm vertraut er seine wahre Lebensgeschichte an. Und die erinnert auf erstaunliche Weise an jene, die die Anhänger einer jüdischen Sekte von ihrem Anführer verbreiten, der vor über sechzig Jahren gekreuzigt wurde, dessen Leichnam aber auf ungeklärte Weise verschwunden sein soll. Gibt es einen Zusammenhang?

Wieland erzählt in seinem 1799 erschienen Alterswerk einen Thriller des Denkens und der Geschichte. Zu einer Zeit, als die Ideale der Aufklärung längst wieder durch esoterische Strömungen überlagert zu werden drohten, unternimmt er den gerade auch heute wieder aktuellen Versuch eines Ausgleichs zwischen Religion und Rationalität. Die ausführliche Einleitung von Jan Philipp Reemtsma erläutert diese kulturhistorischen Zusammenhänge.

Pressestimmen

»... ein so tiefgründiges wie heiter-spielerisches Resümee der Religionskritik der Aufklärung. ... So schlägt dieser in bezaubernder idyllischer Umgebung angesiedelte Dialogroman einen großen historischen Bogen von antiker Philosophie zum Zeitalter der Vernunft - und nimmt dabei die Religion auf ebenso kritische wie einfühlsame Weise mit hinein. Denn die Aufklärung will am Ende nichts anderes als die ursprünglichen Impulse des Christentums retten. Und all das leistet dieses wunderbar leicht und melodisch geschriebene Meisterwerk deutscher Sprache auf nur 270 Seiten. Und die soeben erschienene Neuausgabe bietet dem heutigen Leser in einem knappen Kommentar alle Wissenshintergründe, um diesem spannenden Gedankenexperiment mit Genuss zu folgen.«

Gustav Seibt, Deutschlandradio Kultur
»Wielands Spätwerk ist zugleich literarische Religionskritik und Demonstration jenes »Ausgangs des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit«, als den Kant die Aufklärung definiert hat. Hier wirkt wahrlich ein guter, unbestechlicher und zutiefst menschlicher Geist.«
Ulrich Baron, Spiegel online

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