Pierre Bourdieu
Algerische Skizzen

Aus dem Französischen von Andreas Pfeuffer, Achim Russer, Bernd Schwibs u. a.
Algerische Skizzen
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Erschienen: 19.07.2010
Gebunden, 523 Seiten
ISBN: 978-3-518-58552-8

Inhalt

Pierre Bourdieu kam Mitte der 1950er Jahre zum ersten Mal nach Algerien, und zwar als Soldat im Algerienkrieg. Nach Abschluß seines Militärdienstes führte er hier erste Feldforschungen zur Kultur der Berber in der Kabylei durch, die seine späteren großen soziologischen und wissenschaftstheoretischen Arbeiten nachhaltig geprägt haben. Erschüttert von der systematischen Zerstörung einer ganzen Kultur durch das französische Kolonialregime, hatte Bourdieu in Algerien gewissermaßen sein Erweckungserlebnis als ethnologisch geschulter Soziologe. Insbesondere sein Entwurf einer Theorie der Praxis ist direkt durch die Algerienerfahrung beeinflußt worden.
Der Band vereinigt sämtliche wissenschaftlichen Arbeiten Bourdieus zu Algerien und hat bei seinem Erscheinen in Frankreich große Aufmerksamkeit erregt. Zum ersten Mal läßt sich die frühe Entwicklung und Prägung eines der großen Soziologen des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang nachvollziehen.

Pressestimmen

»Pierre Bourdieus Schriften gelten als schwierig, er ist kein Meister der klaren Sprache. Der Spagat zwischen Empirie und Theorie ist für ihn und damit auch für den Leser nicht immer einfach. Da gibt es, neben der klaren Beweisführung, viel Sprunghaftes und hellsichtige Assoziationen, und manches bleibt im Dunkeln, vielleicht ist es auch Unsinn. Aber wenn man sich eingelesen hat, dann ist man beglückt im Universum Bourdieu.«

Volker Saupe, Berliner Zeitung Nr.282

»Die unverkennbare Sympathie, mit der sich Bourdieu den algerischen Kabylen widmete, rührt auch daher, dass er in ihrem Schicksal seine eigene Geschichte wiedererkannte. ... Es ist ein gewichtiges und außerdem schönes Buch, das der Suhrkamp Verlag deutschen Lesern zugänglich gemacht hat.«

Ronald Düker, Die Zeit

»Bourdieu sah sich durchaus in der Tradition des französischen Strukturalismus. Seine ›algerischen Skizzen‹ markieren den Anfang dieses Erkenntnisweges.«

Guido Kalberer, Basler Zeitung

»Liest man die Algerischen Skizzen, dann lernt man das Hemdsärmelige, oft auch ein wenig Buchhalterische an Pierre Bourdieus Arbeiten zu schätzen. Sie entstanden als Gegenmodell zum philosophischen Wegerklären der Welt. Tatsächlich beschrieb Bourdieu sein Algerienerlebnis als ›Konversion‹ – und dieser starke Begriff, eigentlich religiöser Bekehrungen vorbehalten, passt in vieler Hinsicht. … Was Bourdieu im Algerienkrieg beobachten lernte, das war die Zerrissenheit der Moderne selbst.«

Andreas Rosenfelder, Welt am Sonntag

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