Mario Vargas Llosa
Alles Boulevard - Wer seine Kultur verliert, verliert sich selbst

Aus dem Spanischen von Thomas Brovot
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D: 22,95 € *
A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 15.04.2013
Gebunden, 231 Seiten
ISBN: 978-3-518-42374-5

»Brillant, kühn und extrem kontrovers.«

El Mundo

 

Der große kulturkritische Essay des Nobelpreisträgers

Was einmal Kultur war, ist heute Spektakel, ein kunterbunter Amüsierbetrieb, leerer Lärm. Doch wie ist es dazu gekommen? Und was können wir dagegen tun? In seiner fulminanten Gegenwartsanalyse zeichnet Mario Vargas Llosa einige der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte nach und findet Gegengift in überraschend vitalen Tugenden.

Der totale Boulevard, die Dreistigkeit der Politik, die frivole Banalisierung nahezu aller Lebensbereiche – Kultur wird heute systematisch verramscht. Und zwar als Folge eines Prinzips, über das weltweit Einigkeit zu herrschen scheint: dass Unterhaltung und Spaß unser allerhöchstes Gut zu sein hätten. Pointiert, leidenschaftlich und ohne Scheu vor hartkantigen Überzeugungen setzt sich der Nobelpreisträger und Weltbürger mit den vielgestaltigen Manifestationen dieser Tendenz auseinander – wachen Blickes streift er durch die Galerien und Museen, liest die Bücher und Illustrierten, sieht Fernsehen und Serien, schaut den Politikern auf die Finger. Und Vargas Llosa sondiert die Möglichkeitsbedingungen einer alternativen Haltung. Gegen das Primat der gängigen globalen Zerstreuungskultur setzt er so Anspruch und Wertebewusstsein, gegen die grassierende Beliebigkeit eine Idee des Kanons, gegen die ideologischen Formatierungen durch »political correctness« ermutigt er zu Reflexion und geistiger Autonomie.

Alles Boulevard ist ein so unbequemes wie notwendiges Buch, das ganz zur rechten Zeit kommt.

Im Original erschienen unter dem Titel La civilización del espectáculo (Alfaguara).

Pressestimmen

»Die Lektüre dieses schwungvoll geschriebenen, kundig übersetzten Essays lohnt sich auch dort, wo man Widerspruch einlegen will.«

Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Essay [ist] eine lohnende Lektüre, weil er in konziser Form und Fülle den Blick auf unsere Gegenwart richtet und dazu auffordert, genauer hinzusehen, manchmal auch einfach wegzusehen und überhaupt wieder den Mut aufzubringen, zu unterscheiden - und zu bewerten.«

Katja Gentinetta, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Selten ist eine so entschlossene Philippika gegen den aktuellen Lärmbetrieb gehalten worden.«

Matthias Matussek, DER SPIEGEL 16/2013

»Es handelt sich erwartungsgemäß um kenntnis- und gedankenreiche, fein geschliffene, auch wortgewaltige Texte. Der gewichtigste Grund allerdings, Vargas Llosas Gedanken ernst zu nehmen, besteht darin, dass schon zu lange als inkompetent und hoffnungslos altmodisch gilt, wer auch nur den Versuch unternimmt, die anhaltende Feier dessen, was heute unter Kultur subsumiert wird, zumindest infrage zu stellen.«

Christina Matte, neues deutschland

»Vargas Llosa legt mit seiner weitreichenden Kultur- und Medienkritik die Finger in die Wunde einer von Technik und Machbarkeit berauschten Gesellschaft, die den Sinn für vieles verloren hat, was den Wert der Kultur von einst ausmachte.«

Katrin Krips-Schmidt, Die Tagespost, Würzburg

»... die Leidenschafr und Ernsthaftigkeit ist in jeder Zeile seiner Analyse zu spüren.«

Julian Schütt, Basler Zeitung

»Die Streifzüge durch unser Zeitalter, in die unreflektierten Abgründe der Gesellschaft und in die verherrlichten Niederungen des Boulevardbetriebs sind unterhaltend zu lesen und bestürzend in der Einsicht. Aufklärerisch wie in seinen grossen Romanen, räumt Mario Vargas 110sa mit allen Beschönigungen auf, welche den globalen Unterhaltungsbetrieb verharmlosen und ihn frivol als Fortschritt verkaufen wollen.«

Pia Reinacher, Weltwoche 18/13

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