Thomas Bernhard
Alte Meister - Komödie. Gezeichnet von Mahler

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Erschienen: 14.11.2011
suhrkamp taschenbuch 4293, Klappenbroschur, 158 Seiten
ISBN: 978-3-518-46293-5
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos »Weisbärtigem Mann«, bezieht jeden zweiten Vormittag - außer an den eintrittsfreien Samstagen - der Musikphilosoph Reger Stellung. Eines Tages wird die Routine unterbrochen: Reger bittet seinen Freund Atzbacher, sich ausgerechnet am Samstag mit ihm im Museum zu treffen. Doch bevor der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten enthüllt wird, ergeht sich Reger in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Kunst im allgemeinen, die Maler im besonderen, verdammt Stifter ebenso wie Heidegger, beschimpft Wien und die Wiener - und weiß doch, daß die einzige Rettung im menschlichen Gegenüber zu finden ist, im »Lebensmenschen« in seinem Fall.

Pressestimmen

»Thomas Bernhards Alte Meister in einer Comic-Fassung? Dem Zeichner Nicolas Mahler gelingt das mit Bravour. Er eröffnet damit die erste Comic-Reihe des ehrwürdigen Suhrkamp Verlags ... Zum Auftakt der Reihe nun also Nicolas Mahler und Thomas Bernhard: Das erweist sich als eine grandiose Kombination.«

Jens Balzer, Cicero online

»Aber wie will man ausgerechnet mit einer ›Graphic Novel‹ – wie es so schön heißt – diese ungehemmte Suada, diese ratternde, saukomische und zugleich tieftraurige Bernhardsche Sprachmaschine, die sich auf 300 Seiten absatzlos breitmacht, mit ein paar Strichen bändigen? Der Wiener Cartoonzeichner Nicolas Mahler hat es … gewagt, und es ist ihm, um es vorwegzunehmen, vortrefflich gelungen.«

Philipp Haibach, DIE WELT

»Bernhard literarisches Verfahren besteht aus solchen Spracheskalationen, einer atemlosen, rauschhaften Abfolge von Variationen, einer über viele Etappen gehenden Steigerung, die in maßloser Übertreibung mündet. … Nicolas Mahlers sehr zurückgenommener Strich veranschaulicht dies besonders gut. ... In jedem Fall hat Mahler mit seinem Comic nicht einfach nur ... einen Klassiker illustriert, sondern eine eigenständige und weiterführende Interpretation geliefert.«

Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

»Ja wie? Geht doch gar nicht: die rauschhaften Schimpftiraden des notorischen Grantlers Thomas Bernhard als Graphie Novel? Und wie das geht! Der großartige Wiener Zeichner Nicolas Mahler hat den Klassiker AlteMeister mit sparsamem, aber sicher platziertem Strich in große Comic-Kunst verwandelt. Immer komisch, niemals kalauernd.«

Stern 52/2011

»Alte Meister ist eine kongeniale Adaption eines großen Romans – und eine unerhört kluge Reflexion auf die Kunstform des Comic und auf die noch immer unbeantwortete Frage, ob man die Wahrheit der Kunst in den Meistern findet oder nicht vielmehr in der Ästhetik der alltäglichen Existenz.«

Jens Balzer, Literaturen 6/2011

»International ist Nicolas Mahler ein gefeierter Comic-Star ..., der sich nun zeichnerisch an die große Kunstbetrachtungs-Komödie eines anderen Meisters traut. Dabei trifft Thomas Bemhards Wortgewalt auf Museums-Prunk und zeichnerischen Minimalismus. Wie Bernhard Ist auch Mahler Übertreibungskünstler.«

3sat.de

»Der spezielle Bernhard-Klang bleibt erhalten, meist in Textkästen am oberen und unteren Rand der Seite. Dazwischen setzt Mahler in großformatigen Illustrationen schlaue Pointen – teilweise in wahren Weihespielen perverser Reduktion, indem weitere Bernhard-Wörter etwas verdecken. Das Wechselspiel von Wort und Bild produziert hier etwas ganz Eigenständiges.«

Christoph Huber, Die Presse

»Winzig ist Reger, schwarz, ohne Mund, ohne Augen. Nur Gelb bringt kostbare Farbe in die Geschichte. Bernhard wurde gekürzt, umgestellt. Die Reduktion macht das Werk fast noch größer. Humor und Tragik verdoppeln sich. Der neue Rhythmus öffnet verborgene Türen.«

Peter Pisa, Kurier, Wien

»Liest man Bernhards Sätze im Zusammenhang mit Mahlers bis zur Abstraktion simplifizierten Zeichnungen, kann man zu der Überzeugung gelangen, dass Bernhard und Mahler auch ein grandioses Cartoon-Gespann abgegeben hätten. Mahlers Bilder fügen hier Bernhards Text eine zusätzliche Ebene hinzu.«

Thomas von Steinaecker, Volltext 4/2011

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