Thomas Bernhard
Alte Meister - Komödie

Alte Meister
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Erschienen: 14.11.2011
suhrkamp taschenbuch 4293, Klappenbroschur, 158 Seiten
ISBN: 978-3-518-46293-5

Auf der »ORF«-Bestenliste Februar 2012

Inhalt

Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos »Weisbärtigem Mann«, bezieht jeden zweiten Vormittag - außer an den eintrittsfreien Samstagen - der Musikphilosoph Reger Stellung. Eines Tages wird die Routine unterbrochen: Reger bittet seinen Freund Atzbacher, sich ausgerechnet am Samstag mit ihm im Museum zu treffen. Doch bevor der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten enthüllt wird, ergeht sich Reger in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Kunst im allgemeinen, die Maler im besonderen, verdammt Stifter ebenso wie Heidegger, beschimpft Wien und die Wiener - und weiß doch, daß die einzige Rettung im menschlichen Gegenüber zu finden ist, im »Lebensmenschen« in seinem Fall.

Pressestimmen

»Bernhard literarisches Verfahren besteht aus solchen Spracheskalationen, einer atemlosen, rauschhaften Abfolge von Variationen, einer über viele Etappen gehenden Steigerung, die in maßloser Übertreibung mündet. … Nicolas Mahlers sehr zurückgenommener Strich veranschaulicht dies besonders gut. Er inszeniert das Bernhard’sche Kammerspiel als eine Reihe von Momentaufnahmen, die über kleine Veränderungen miteinander verbunden sind. … In jedem Fall hat Mahler mit seinem Comic nicht einfach nur eine bekannte Geschichte, einen Klassiker illustriert, sondern eine eigenständige und weiterführende Interpretation geliefert.«

Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

»Alte Meister ist eine kongeniale Adaption eines großen Romans – und eine unerhört kluge Reflexion auf die Kunstform des Comic und auf die noch immer unbeantwortete Frage, ob man die Wahrheit der Kunst in den Meistern findet oder nicht vielmehr in der Ästhetik der alltäglichen Existenz.«

Jens Balzer, Literaturen No. 104 6/2011

»Der spezielle Bernhard-Klang bleibt erhalten, meist in Textkästen am oberen und unteren Rand der Seite. Dazwischen setzt Mahler in großformatigen Illustrationen schlaue Pointen – teilweise in wahren Weihespielen perverser Reduktion, indem weitere Bernhard-Wörter etwas verdecken. Das Wechselspiel von Wort und Bild produziert hier etwas ganz Eigenständiges.«

Christoph Huber, Die Presse

»Aber wie will man ausgerechnet mit einer »Graphic Novel« – wie es so schön heißt – diese ungehemmte Suada, diese ratternde, saukomische und zugleich tieftraurige Bernhardsche Sprachmaschine, die sich auf 300 Seiten absatzlos breitmacht, mit ein paar Strichen bändigen? Der Wiener Cartoonzeichner Nicolas Mahler hat es … gewagt, und es ist ihm, um es vorwegzunehmen, vortrefflich gelungen.«

Philipp Haibach, Welt kompakt

»Es ist ein seltener Glücksfall, wie sich in dieser Neubearbeitung der Alten Meister der sprachliche Humor Thomas Bernhards und der zeichnerische Humor Nicolas Mahlers begegnen. Tiefschwarz und bitterböse sind sie beide und dank der rhythmischen Seitengelstaltung werfen sich Bild und Text den Spielball mit Verve hin und her.«

Wolfgang Popp, ORF.at

»Mahler vollzieht Bernhards zerstörerische Logik nach, setzt clever seine visuellen Pointen – und bleibt mit genau einer Farbe, einem matten Gelb, das man zögernd nur als ›Schmuckfarbe‹ bezeichnen möchte, dem eigenen Minimalismus ebenso treu wie jenem seiner Vorlage.«

Stefan Griesemann, profil, Wien Nr. 45

»Liest man Bernhards Sätze im Zusammenhang mit Mahlers bis zur Abstraktion simplifizierten Zeichnungen, kann man zu der Überzeugung gelangen, dass Bernhard und Mahler auch ein grandioses Cartoon-Gespann abgegeben hätten. Mahlers Bilder fügen hier Bernhards Text eine zusätzliche Ebene hinzu.«

Thomas von Steinaecker, Volltext 4/2011

»Durch die gelungene Mischung aus Komik und Tragik wird die Spannung beim Blättern im Buch erhalten. Das konsequente Ende schafft es, dem Leser ein weiteres Lächeln abzugewinnen.«

Rebecca Hürter, kunst-magazin.de

»So sehr passen Geschichte und Zeichnungen zueinander, so organisch wirken sie; als wär’s ein einzig Stück von Bernhard selbst. … Wäre der nicht 1989 gestorben und hätte sich persönlich jemanden aussuchen können, der seinen Roman in einen Comic verwandelt, er hätte schwerlich einen Besseren finden können als Nicolas Mahler.«

Oliver Reinhard, Sächsische Zeitung, Dresden

Videobeiträge

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