Judith Butler
Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung

Aus dem Amerikanischen von Frank Born
Leseprobe » Bestellen »


D: 28,00 €
A: 28,80 €
CH: 38,50 sFr

Erschienen: 10.10.2016
Gebunden, 312 Seiten
ISBN: 978-3-518-58696-9
Auch als eBook erhältlich

SZ/NDR-Bestenliste Sachbuch

Inhalt

Occupy Wall Street. Gezi-Park, Tahrir, Majdan. Ferguson und Hongkong. Tea Party. Pegida. Die »Politik der Straße« hat Hochkonjunktur, wirft aber auch Fragen auf. Sind solche Versammlungen als Ausdruck der Souveränität des Volkes aus radikaldemokratischer Perspektive zu begrüßen oder geben sie Anlass zur Sorge vor der Herrschaft des »Mobs«? Und wer ist überhaupt »das Volk«?

Judith Butler geht den Dynamiken und Taktiken öffentlicher Versammlungen unter den derzeit herrschenden ökonomischen und politischen Bedingungen auf den Grund. In Erweiterung der sprechaktzentrierten Theorie der Performativität und gegen Hannah Arendts »körperlose« Konzeption politischen Handelns unterstreicht sie die Bedeutung der physischen Präsenz kollektiver Akteure im öffentlichen Raum und arbeitet an aktuellen Beispielen die Effekte dieser Ausdrucksdimension heraus sowie die Inklusions- und Exklusionsmechanismen, die dabei am Werk sind. Der kollektive Schrei »Wir sind das Volk!« zieht eben auch eine Grenze und lässt die Frage, wer wirklich das Volk ist, umso deutlicher hervortreten.

Fluchtpunkt dieses hochpolitischen Buches ist eine Ethik des gewaltlosen Widerstands in einer gefährdeten Welt, in der die Grundlagen solidarischen Handelns allmählich zerfallen oder zerstört werden.

Im Original erschienen unter dem Titel Notes Toward a Performative Theory of Assembly (Harvard University Press).

Pressestimmen

»So gehaltvoll Butlers Analysen sind, so wenig taugen sie für die rasche Verwertung im politischen Meinungskampf. Sie sind, anders gesagt, aufreizend undidaktisch.«

Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»In Zeiten populistischer, hasserfüllter Bewegungen ist es wichtig zu fragen, was Volkssouveränität heißt und unter welchen Voraussetzungen diese der Demokratie wirklich zuträglich ist. Butlers Buch ist ein anregender Beitrag zu dieser aktuellen Debatte.«

Clair-Lise Tull, WDR

Kommentare

»Eine luzide und elektrisierende Analyse zeitgenössischer Formen von Aktivismus. Sie zeigt eine Denkerin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.«
Michael Hardt, 01.06.2016

Kommentieren