Antonia S. Byatt
Besessen - Roman
D: 11,00 €
A: 11,40 €
CH: 17,50 sFr
Erschienen: 27.06.2005
suhrkamp taschenbuch 3718, Broschur, 640 Seiten
ISBN: 978-3-518-45718-4
Inhalt
Roland Michell, promovierter Literaturwissenschaftler ohne Anstellung und mit äußerst trüben Zukunftsaussichten, gerät durch einen Zufallsfund in den Besitz eines bislang unbekannten Dokuments: Es handelt sich um den Entwurf eines Briefes, den der berühmte viktorianische Dichter Randolph Henry Ash an eine Dame zu schreiben beabsichtigte. Roland verheimlicht seinen Fund der wissenschaftlichen Welt und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Wurde der Brief abgeschickt? Hat sie geantwortet? Und wer war sie? Es gelingt Roland herauszufinden, wer die geheimnisvolle Adressatin war, und er sieht sich gezwungen, die Wissenschaftlerin Maud Bailey, die sich auf jene Christabel LaMotte spezialisiert hat und ihren Nachlaß betreut, in sein Geheimnis einzuweihen. Gemeinsam machen sie eine aufsehenerregende Entdeckung: Im Sterbezimmer der Lyrikerin LaMotte finden sie ein Bündel Liebesbriefe - Briefe, die beweisen, daß R.H. Ash, der weltgewandte Literat und
vorbildliche Ehemann, und die exzentrische Dichterin Christabel LaMotte, die als alte Jungfer starb, eine leidenschaftliche Beziehung unterhalten haben, aber nicht nur das …
Unter dem Einfluß der Heimlichkeit dieser Korrespondenz beginnen die Wissenschaftler eine nicht weniger verstohlene Untersuchung der Spuren LaMottes und Ashs.
Unversehens sind Roland und Maud zu Mitwissern geworden, die auf immer abenteuerlichere Finten verfallen, um Neugier und Mißtrauen derjenigen zu besänftigen, die sich ebenfalls für den ominösen Briefwechsel zu interessieren beginnen: Rolands Doktorvater Professor Blackadder, der seit Jahren an der großen Gesamtausgabe der Werke R.H. Ashs arbeitet; Mauds Freundin, die militante Feministin Leonora Stern, die Christabel LaMotte als frühes Beispiel eines emanzipierten lesbischen Lebensentwurfs dechiffriert zu haben ...
Inhalt
Roland Michell, promovierter Literaturwissenschaftler ohne Anstellung und mit äußerst trüben Zukunftsaussichten, gerät durch einen Zufallsfund in den Besitz eines bislang unbekannten Dokuments: Es handelt sich um den Entwurf eines Briefes, den der berühmte viktorianische Dichter Randolph Henry Ash an eine Dame zu schreiben beabsichtigte. Roland verheimlicht seinen Fund der wissenschaftlichen Welt und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Wurde der Brief abgeschickt? Hat sie geantwortet? Und wer war sie? Es gelingt Roland herauszufinden, wer die geheimnisvolle Adressatin war, und er sieht sich gezwungen, die Wissenschaftlerin Maud Bailey, die sich auf jene Christabel LaMotte spezialisiert hat und ihren Nachlaß betreut, in sein Geheimnis einzuweihen. Gemeinsam machen sie eine aufsehenerregende Entdeckung: Im Sterbezimmer der Lyrikerin LaMotte finden sie ein Bündel Liebesbriefe - Briefe, die beweisen, daß R.H. Ash, der weltgewandte Literat und vorbildliche Ehemann, und die exzentrische Dichterin Christabel LaMotte, die als alte Jungfer starb, eine leidenschaftliche Beziehung unterhalten haben, aber nicht nur das …
Unter dem Einfluß der Heimlichkeit dieser Korrespondenz beginnen die Wissenschaftler eine nicht weniger verstohlene Untersuchung der Spuren LaMottes und Ashs.
Unversehens sind Roland und Maud zu Mitwissern geworden, die auf immer abenteuerlichere Finten verfallen, um Neugier und Mißtrauen derjenigen zu besänftigen, die sich ebenfalls für den ominösen Briefwechsel zu interessieren beginnen: Rolands Doktorvater Professor Blackadder, der seit Jahren an der großen Gesamtausgabe der Werke R.H. Ashs arbeitet; Mauds Freundin, die militante Feministin Leonora Stern, die Christabel LaMotte als frühes Beispiel eines emanzipierten lesbischen Lebensentwurfs dechiffriert zu haben glaubt; der Ash-Forscher und -Biograph Mortimer Cropper aus den USA, Blackadders Feind und Rivale, der im Gegensatz zu diesem über schier unbegrenzte Mittel verfügt; Hildebrand Ash, der letzte lebende Nachfahre aus der Familie des Dichters, der für Geld zu allem bereit ist; und Sir George Bailey, entfernter Verwandter Mauds und Besitzer des Anwesens, wo die Briefe versteckt waren.
In einer stürmischen Nacht kommt es schließlich auf dem Friedhof, der Ashs sterbliche Überreste birgt, zu einer dramatischen Konfrontation aller Beteiligten am Grab des Dichters - und für den Leser zu einer ebenso überraschenden wie raffinierten Auflösung der Rätsel, Geheimnisse und kriminalistischen Plots.
A.S. Byatts Besessen ist eine literarische Detektivgeschichte, durchsetzt mit Elementen der englischen Schauerromantik, und ganz nebenbei auch eine Persiflage bestimmter Auswüchse des akademischen Betriebs. Doch der Roman ist weit mehr als das. Der zeitliche Bogen spannt sich von 1987 (der Erzählergegenwart) bis zurück in die viktorianische Zeit. Was den eigentümlichen Reiz des Buches ausmacht, ist die Spannung zwischen der imaginierten Wirklichkeit der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts und der teils fiktiven, teils historisch greifbaren Welt der viktorianischen Zeit. Antonia Byatt hat ihre erfundenen Figuren, Ash und LaMotte, in einen durchaus realhistorischen Kontext gestellt. Beeindruckend ist auch die Variabilität der stilistischen Mittel. Die Autorin verbindet in diesem Roman scheinbar mühelos die kunstvollen Erzählstränge, und mit staunenswerter Stilsicherheit wechselt sie die sprachlichen Ebenen - vom Versepos zum Märchen, vom Briefwechsel aus dem 19. Jahrhundert zum radikalfeministischen Wissenschaftsjargon unserer Zeit. Dabei beschränkt sie sich nicht auf das ironische Spiel mit literarischen Gattungen, sondern entwirft eine vielschichtige Romanhandlung, ernsthaft und spielerisch zugleich. Ein großer Roman, konkret, dicht und voller intellektueller Spannung.
Antonia Byatts Roman Besessen ist in England seit seinem Erscheinen ein Bestseller. Er erzählt, konkret, dicht und voller intellektueller Spannung, von einer aufregenden Entdeckung, die vom späten 20. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht.




