Katharina Winkler
Blauschmuck

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Erschienen: 08.02.2016
Gebunden, 196 Seiten
ISBN: 978-3-518-42510-7
Auch als eBook erhältlich

ORF-Bestenliste

Nach einer wahren Lebensgeschichte

 

Inhalt

Filiz wächst in einem kurdischen Dorf in der Türkei auf. Sie ist zwölf, als sie sich in den um wenige Jahre älteren Yunus verliebt und mit ihm von einem gemeinsamen Leben im Westen träumt: »›Wie wollen wir leben, Yunus?‹ / ›In Jeans. Wir werden Jeanshosen tragen. In Deutschland.‹« Mit fünfzehn heiratet sie Yunus – heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Doch mit der Hochzeit platzen auch die Träume von Freiheit und Autonomie: Statt Jeans trägt Filiz jetzt Burka; gemeinsam mit den drei Kindern, die in dieser Ehe geboren werden, ist sie der körperlichen und seelischen Brutalität ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter ausgesetzt. Daran ändert auch die Emigration der Familie in den Westen nichts – vorerst. Denn nach einer neuerlichen Eskalation der Gewalt gelingt Filiz das vermeintlich Unmögliche: die Befreiung aus physischer und psychischer Abhängigkeit.

Katharina Winklers Debütroman Blauschmuck beruht zur Gänze auf wahren Begebenheiten. Er macht die Abgründe von Abhängigkeit und brutaler Unterdrückung anschaulich und erzählt vom Leben einer Frau, in dem Liebe und Gewalt nicht nur untrennbar, sondern nicht mehr zu unterscheiden sind.

Aus dem Buch

»Der Blauschmuck trägt die Handschrift der Männer. Das Werkzeug, Holz oder Eisen, und die Anzahl der Schläge bestimmen den Blauton.«

Pressestimmen

»... Katharina Winkler hat eine Sprache gefunden, die diesem Stoff angemessen ist. Da ist zunächst der äußerst reduzierte Stil, in dem sie Filiz erzählen lässt, wie mit dem Blick auf den Boden gerichtet und doch beharrlich genug, um ihrer Geschichte endlich Raum zu geben.«

Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Winklers Sprache ist karg, einfach und hart, wie die Schläge mit dem Holzscheit, wie das Weltbild der jungen Frau. Jedes Wort sitzt, keines ist zu viel. Es liegt eine Poesie der Wortlosigkeit in ihrer Verdichtung. Die Poesie der Ohnmacht.«

Sabine Vogel, Frankfurter Rundschau

»Vieles in der Geschichte wird nicht hinterfragt, weil die Autorin konsequent aus der Perspektive ihrer Protagonistin erzählt. Das macht die Wucht des Romans aus; man entkommt Filiz' Hilflosigkeit, ihrer Einsamkeit und ihrem schwer zu ertragenden Durchhaltewillen nicht.«

Anke Dürr, Literatur Spiegel Februar 2016

»... ein wichtiges politisches Ereignis, das kraft der Sprache und des ästhetischen Zugriffs auch ein literarisches Ereignis genannt werden darf.«

Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

»Ein Debüt der Sonderklasse.«

Christian Schacherreiter, nachrichten.at

»Poetisch hoch verdichtet schenkt Katharina Winkler ihrer Protagonistin eine sprachliche Intensität, die grausamste Realität in hochdifferenzierte Prosa verwandelt.«

br.de - Bayerischer Rundfunk

»Ein überraschend wunderschönes Buch«

Teresa Reiter, thegap.at

»Katharina Winkler formt wundersam karge Hauptsätze, die oft von atemberaubender Poesie sind. Sätze, wie man sie so selten gelesen hat.«

Erik Heier, tip Berlin 5/2016

» ... karge Sätze und atemberaubende Poesie.«

zitty 9/2016

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Kommentare

»Katharina Winkler schreibt unbeirrt an der ganzen Debatte um eine mögliche Unterdrückung der Frau im Islam vorbei und zeigt anhand dieses furchtbaren und wahren Einzelschicksals, dass eine Kultur, gleich welcher Prägung, in der Gewalt gegen Frauen und Kinder so selbstverständlich ist, immer weiter Gewalt und Leid hervorbringen wird. Ein erschreckendes und wichtiges Buch. Unbedingt lesenswert.«
Jana Issel, wissenstagebuch.wordpress.com, 12.03.2016

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