Reinhold Batberger
Blutvergiftung - Erzählungen

Blutvergiftung
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Erschienen: 26.04.2004
edition suhrkamp 2372, Broschur, 224 Seiten
ISBN: 978-3-518-12372-0

Inhalt

Blutvergiftung, der neue Prosaband von Reinhold Batberger, versammelt zwölf Erzählungen, die auf untergründige Weise miteinander verbunden sind. Wie funktioniert das? Der Autor Batberger hält allerdings seine Fäden in der Hand, und wir machen sehr merkwürdige Ausflüge in die Welt der Literatur, die wir schon in seinen Romanen "Auge", "Beo", "Skalp" kennengelernt haben. Mit verstörender Genauigkeit gruppieren sich die Erzählungen um diese Trias. Trotzdem kann jede Erzählung für sich gelesen werden. Batbergers Erzählungen sind diesseits des Alptraums angesiedelt, der mit dem Ende nichts mehr zu tun hat:
Zwielichtige Gestalten streiten sich über die Entstehung der Welt, die Geschichte des Geistes und den Fortpflanzungstrieb von Kakerlaken. Andere treten in einem unsichtbaren Varieté auf, sind auf der Suche nach einem passenden Getränk für De Gaulle, finden einen Dichter, der sich gerade umgebracht hat, leiden an einer Blutvergiftung, die offenbar zum Engagement als Clown befähigt, haben deutsche Städte bombardiert, verkaufen ihre Augen, stellen einer Herrin nervtötende Fragen und führen für ihren Wohltäter Krieg. Es gibt ehemalige Geliebte und eine Frau, die ihren Liebhaber schmackhaft zubereiten kann. Alles findet in unserer Welt statt und ist so real, daß deren Betrachtung mitunter weh tut. Das Schriftstellermesser schneidet, von einem geheimen Mechanismus angetrieben, an wechselnden Stellen, und wir blicken aus immer anderen Perspektiven ins Körperinnere. Auch dort entstehen Verwundungen, aus verschiedensten Gründen. Die Verwundungen heilen nicht. Die Schäden, von allen möglichen Instanzen verursacht, sind als Bilder unserer Existenz sinnlos in die Haut, in die Körper, in die Seelen tätowiert. ...

Inhalt

Blutvergiftung, der neue Prosaband von Reinhold Batberger, versammelt zwölf Erzählungen, die auf untergründige Weise miteinander verbunden sind. Wie funktioniert das? Der Autor Batberger hält allerdings seine Fäden in der Hand, und wir machen sehr merkwürdige Ausflüge in die Welt der Literatur, die wir schon in seinen Romanen "Auge", "Beo", "Skalp" kennengelernt haben. Mit verstörender Genauigkeit gruppieren sich die Erzählungen um diese Trias. Trotzdem kann jede Erzählung für sich gelesen werden. Batbergers Erzählungen sind diesseits des Alptraums angesiedelt, der mit dem Ende nichts mehr zu tun hat:
Zwielichtige Gestalten streiten sich über die Entstehung der Welt, die Geschichte des Geistes und den Fortpflanzungstrieb von Kakerlaken. Andere treten in einem unsichtbaren Varieté auf, sind auf der Suche nach einem passenden Getränk für De Gaulle, finden einen Dichter, der sich gerade umgebracht hat, leiden an einer Blutvergiftung, die offenbar zum Engagement als Clown befähigt, haben deutsche Städte bombardiert, verkaufen ihre Augen, stellen einer Herrin nervtötende Fragen und führen für ihren Wohltäter Krieg. Es gibt ehemalige Geliebte und eine Frau, die ihren Liebhaber schmackhaft zubereiten kann. Alles findet in unserer Welt statt und ist so real, daß deren Betrachtung mitunter weh tut. Das Schriftstellermesser schneidet, von einem geheimen Mechanismus angetrieben, an wechselnden Stellen, und wir blicken aus immer anderen Perspektiven ins Körperinnere. Auch dort entstehen Verwundungen, aus verschiedensten Gründen. Die Verwundungen heilen nicht. Die Schäden, von allen möglichen Instanzen verursacht, sind als Bilder unserer Existenz sinnlos in die Haut, in die Körper, in die Seelen tätowiert.
Niemand, der liest, was Batberger schreibt, wird hinters Licht geführt oder betäubt oder soll das Gefühl der Leere aushalten. Didaktische Absichten gibt es nicht. Es gibt nur eine einzige Voraussetzung: Man muß lesen. Haß und Zärtlichkeit, List und Ausdauer formen Batbergers Figuren mit unerbittlicher Konsequenz. Er ist ein Spielverderber, wenn es um Anpassung ans gute Verkäufliche geht. Merkwürdig, denn der Autor hat durchaus eine Schwäche für das Spiel. Da erzählt einer Geschichten, bei denen man auch den Boden unter den Füßen verlieren kann. Nur seine Sprache steht einfach da. Die einzige ironische Utopie, die sich Batberger gestattet ist: wenn er sich als "einstigen Erzähler" bezeichnet. Aber Reinhold Batberger ist natürlich ein abgründiger Gegenwartserzähler, der nicht seinesgleichen hat, und er ist unnachgiebig in seinen Texten präsent, auch wenn er scheinbar nicht zu sehen ist.

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