Hans Blumenberg, Jacob Taubes
Briefwechsel 1961–1981 - und weitere Materialien

Herausgegeben von Herbert Kopp-Oberstebrink und Martin Treml unter Mitarbeit von Anja Schipke und Stephan Steiner. Mit einem Nachwort von Herbert Kopp-Oberstebrink
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D: 39,95 €
A: 41,10 €
CH: 53,90 sFr

Erschienen: 19.08.2013
Gebunden, 349 Seiten
ISBN: 978-3-518-58591-7
Auch als eBook erhältlich

Auf der SZ/NDR-Bestenliste Sachbuch Oktober 2013

Ein Stück Geistesgeschichte der alten Bundesrepublik

Die Korrespondenz zwischen Hans Blumenberg und Jacob Taubes dokumentiert das inhaltsreiche und nicht ganz spannungsfreie Verhältnis zweier Intellektueller, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite Hans Blumenberg, der eines der eindrucksvollsten Gesamtwerke deutschsprachiger Philosophie des 20. Jahrhunderts geschaffen hat; auf der anderen Seite der Religionsphilosoph Jacob Taubes, der es wie kein Zweiter verstand, Intellektuelle unterschiedlichster Fachrichtungen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Der Briefwechsel setzt 1961 ein, als Taubes die Vertretung des Lehrstuhls für Judaistik am neu gegründeten Institut für die Wissenschaft des Judentums an der Freien Universität Berlin übernahm, und endet 20 Jahre später wiederum mit einem Brief von Taubes aus Frankfurt, in dem er Blumenberg berichtet, er habe auf der Buchmesse dessen Die Lesbarkeit der Welt entdeckt. Dazwischen wird allerlei verhandelt: vor allem das Werk Blumenbergs, das in Taubes einen kongenialen Leser gefunden hat, aber auch die Situation an den Universitäten und die berühmte Forschungsgruppe »Poetik und Hermeneutik«. Und natürlich geht es auch um Carl Schmitt und Gershom Scholem und nicht zuletzt um den Suhrkamp Verlag, insbesondere die neue Reihe »Theorie«, zu deren Herausgebern Blumenberg und Taubes gehörten.

Die 56 überlieferten Briefe werden nun zusammen mit weiteren Materialien zum ersten Mal kommentiert vorgelegt. Sie führen ins Zentrum der intellektuellen Debatten der 1960er und 1970er Jahre und sind ein wichtiges Stück Geistesgeschichte der alten Bundesrepublik aus der Perspektive zweier ihrer wichtigsten Vertreter.

Kommentare

»Es lohnt sich, diese intellektuelle Fernbeziehung, den Respekt zweier großer Anreger der Paradigmenwechsel zu lesen, ungeschminkt, untereinander aber respektvoll ("ich muss zugeben, dass der Umgang mit Ihnen verdammt schwierig ist", JT über Blumenberg S. 148) während andere teils respektlos
und hemdsännelig sich äußern. Ein wichtiges Dokument zum Aufbruch der Wissenschaft in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts.«
Christoph Auffarth , 27.03.2014

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