Siegfried Unseld
Chronik - Band 1: 1970. Mit den Chroniken Buchmesse 1967, Buchmesse 1968 und der Chronik eines Konflikts

Herausgegeben von Ulrike Anders, Raimund Fellinger, Katharina Karduck, Claus Kröger, Henning Marmulla und Wolfgang Schopf Mit einem Nachwort von Raimund Fellinger Mit zahlreichen Abbildungen
Chronik
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D: 39,90 €
A: 41,10 €
CH: 53,90 sFr

Erschienen: 06.09.2010
Leinen, 421 Seiten
ISBN: 978-3-518-42161-1

Ausgezeichnet mit dem »Preis der Stiftung Buchkunst«

»Reich bebildert und opulent kommentiert erscheint dieses einzigartige Werk, und beim Lesen wird man den Eindruck nicht los: Näher kann man dem Verleger Siegfried Unseld kaum kommen.«

Buchmarkt September 2010

Inhalt

1970: Der Suhrkamp Verlag existiert zu diesem Zeitpunkt seit 20 Jahren. Der Büchner-Preisträger des Jahres 1970 ist Thomas Bernhard (von ihm erscheint vier Wochen vor der Überreichung des Preises im Oktober der Roman Das Kalkwerk), die Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels sind Gunnar und Alva Myrdal (von Gunnar Myrdal erscheint im September das Buch Politisches Manifest über die Armut in der Welt). Das Jahr begann für Verleger und Verlag mit der Publikation neuer Bücher von Peter Handke ( Die Angst des Tormanns beim Elfmeter) und Martin Walser ( fiction). In der 2. Hälfte des Jahres erscheinen der erste Band der Jahrestage von Uwe Johnson und Mamma von Ernst Augustin.
Das Jahr 1970 ist auf der einen Seite typisch für den Verlag: Thomas Bernhard stellt erneut finanzielle Forderungen, Uwe Johnson beklagt sich bei Siegfried Unseld bitterlich, weil er über einen Vorabdruck nicht informiert wurde – und der ist damit beschäftigt, die Autoren wieder zu besänftigen bzw. umzustimmen. Wolfgang Koeppen wiegt sich und andere in der Illusion, einen neuen Roman in Wochenfrist beendet zu haben. Auf der anderen Seite berichtet die Chronik 1970 von einer außergewöhnliche Niederlage: Der Suhrkamp Verlag trennt sich vom Kursbuch, das letzte Heft, Nr. 20, erscheint im März 1970. Damit hat Unseld die in seinen Augen größte mit dieser Zeitschrift verbundene Gefahr gebannt: das Auseinanderfallen der Autorengruppe des Verlags, wenn im eigenen Haus Autoren des Verlags von anderen ...

»Reich bebildert und opulent kommentiert erscheint dieses einzigartige Werk, und beim Lesen wird man den Eindruck nicht los: Näher kann man dem Verleger Siegfried Unseld kaum kommen.«

Buchmarkt September 2010

 

Inhalt

1970: Der Suhrkamp Verlag existiert zu diesem Zeitpunkt seit 20 Jahren. Der Büchner-Preisträger des Jahres 1970 ist Thomas Bernhard (von ihm erscheint vier Wochen vor der Überreichung des Preises im Oktober der Roman Das Kalkwerk), die Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels sind Gunnar und Alva Myrdal (von Gunnar Myrdal erscheint im September das Buch Politisches Manifest über die Armut in der Welt). Das Jahr begann für Verleger und Verlag mit der Publikation neuer Bücher von Peter Handke (Die Angst des Tormanns beim Elfmeter) und Martin Walser (fiction). In der 2. Hälfte des Jahres erscheinen der erste Band der Jahrestage von Uwe Johnson und Mamma von Ernst Augustin.
Das Jahr 1970 ist auf der einen Seite typisch für den Verlag: Thomas Bernhard stellt erneut finanzielle Forderungen, Uwe Johnson beklagt sich bei Siegfried Unseld bitterlich, weil er über einen Vorabdruck nicht informiert wurde – und der ist damit beschäftigt, die Autoren wieder zu besänftigen bzw. umzustimmen. Wolfgang Koeppen wiegt sich und andere in der Illusion, einen neuen Roman in Wochenfrist beendet zu haben. Auf der anderen Seite berichtet die Chronik 1970 von einer außergewöhnliche Niederlage: Der Suhrkamp Verlag trennt sich vom Kursbuch, das letzte Heft, Nr. 20, erscheint im März 1970. Damit hat Unseld die in seinen Augen größte mit dieser Zeitschrift verbundene Gefahr gebannt: das Auseinanderfallen der Autorengruppe des Verlags, wenn im eigenen Haus Autoren des Verlags von anderen Hausautoren kritisiert werden.
Die Tatsache, daß Siegfried Unseld im Januar 1970 beginnt, eine Verlagschronik zu führen, erklärt sich aus den Ereignissen der drei vorangegangenen Jahre: 1967 und 1968 versucht der Verleger, zwischen der Studentenbewegung auf der einen und dem konservative Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf der anderen Seite zu vermitteln – mit dem Resultat, daß die Lektoren im Oktober 1968 den Aufstand proben, viele von Ihnen den Verlag danach verlassen und es 1969 zur Gründung eines Verlags der Autoren mit Schwerpunkt Theater kommt. Die Berichte, die Siegfried Unseld über die Konflikte zwischen 1967 und 1969 diktiert hat, sind als Prolog der Chronik 1970 vorangestellt.
Diese Edition dokumentiert detailliert das Innenleben des Suhrkamp und des Insel Verlags, deckt die entscheidenden programmatischen Weichenstellungen auf, gewährt Einblick in die ökonomischen Abläufe eines Privatunternehmens, erhellt den Kontext, in dem Bücherprogramme Halbjahr für Halbjahr entstehen, schildert die Beziehungen zwischen Autoren und dem Verleger. Die Chronik ist die Geschichte des Suhrkamp Verlags und die Autobiographie seines Verlegers, die Siegfried Unseld nicht mehr schreiben konnte.

 

Pressestimmen

»Aus dem großen Verleger Unseld tritt plötzlich ein wunderbarer Autor hervor. ... Der Text gewordene Charakter Unseld ist die Literatursensation des vergangenen Jahres 2010.«

Rainald Goetz , Der Spiegel 7/2011

»Unseld … war nicht rachsüchtig, nicht nachtragend. Ihm ging es um den Verlag, um das Wohl der Autoren – und gemessen werden wollte er allein an den von ihm veröffentlichten Büchern. So ist diese Chronik die Geschichte eines Verlags, die zugleich die Geschichte der Bundesrepublik erzählt – und das Selbstporträt eines engagierten Verlegers.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel

»Im Ganzen zeigt diese Chronik bereits die Ausnahmeerscheinung Unseld. Den bedeutendsten Verleger des letzten Jahrhundert. Eine imponierende Gestalt, doch noch mitten in ihrer Entwicklung. Die Chronik zeigt die Innenseite eines straff geführten, geschickt gelenkten Unternehmens, das Bücher produziert und vertreibt. Zugleich ist diesen Informationen Geschichte eingeschrieben, den Weg des bescheidenen Unternehmens mit wenigen Mitarbeitern zu einer medialen Machtzentrale der bundesdeutschen Kulturgeschichte.«

Martin Lüdke, Faust Kultur

»In Chronik (1970) wird jetzt seine gesamte interne Verlagskorrespondenz aus einem Jahr öffentlich gemacht, Reiseberichte meist, nüchterne Bilanzen von abendlichen Zechgelagen mit Autoren und von komplizierten Honorarverhandlungen, das Große neben dem Kleinen, die kühne Vision neben der zu hohen Telefonrechnung: ein wunderbares Buch über das Glück und Unglück, ein Verleger zu sein, ein saftiges, vor Fakten strotzendes Stück Kulturgeschichte, das die Nachwelt süchtig verschlingen wird.«

Florian Illies, Die Zeit

»Eine reiche Fundgrube für Klatsch und Anekdoten.«

Joachim Günter, Neue Zürcher Zeitung

»Die Chronik 1970 ist das Zeugnis eines leidenschaftlichen Büchermachers, der nicht seinesgleichen hatte.«

Roland H. Wiegenstein, berlinerliteraturkritik.de

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