Gerald Zschorsch
Czerwonka

Mit einem Nachwort von Artur Becker
Czerwonka
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D: 14,80 €
A: 15,30 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 18.09.2006
Klappenbroschur, 44 Seiten
ISBN: 978-3-518-41836-9

Inhalt

Gerald Zschorsch, Einzelgänger unter den deutschen Lyrikern, stammt aus Elsterberg im Voigtland. Den vor vielen Jahren nach Westen, in die Bundesrepublik Verstoßenen zieht es in Osteuropas menschenarme Weiten. Zschorschs vierteiliges Prosagedicht Czerwonka – Reisenotat und Beschwörung, Resultat seiner Fahrten durch Masuren, das Ermland und weiter, vorbei an der russischen Enklave Kaliningrad, bis zur Kurischen Nehrung – ist das Zeugnis einer überwältigenden Erfahrung.
Im Mittelpunkt dieses Text-Reise-Kosmos, mitten im Ermland, befindet sich der Dadajsee, am See das Örtchen Czerwonka, früher Rothfließ, und im See eine Insel: »Auf der Wyspa Dadaj, in einer Hütte, halb ins Seewasser gebaut, liegen Kompaß, Messer und Karte: Nordwest. Die Insel ist an ihren Rändern bewachsen; riesige Erlen, Ulmen, Weiden, Birken und Lärchen … Klein ist das Eiland: tausend Meter in der Länge und fünfhundert in der Breite, und still ist es; sehr still, bis auf den Wellenschlag. Ein Steg verbindet es mit dem Festland, und im Winter ist es umschlossen vom Eis. Czerwonka/ Wilimy, Woiwodschaft Warmia-Masuren; Regierungsbezirk Olsztyn/Allenstein …« Von dort kommt der polnisch-deutsche Erzähler Artur Becker (Die Zeit der Stinte, 2006), des Dichters Cicerone, der in seinem Nachwort schildert, wie er am Dadajsee aufwuchs – und warum er nach Deutschland ging.

»Die Landzunge, an deren Ränder das Baltische Meer spült, ist eine Enge der Weite; des Lichtes.«

Pressestimmen

»Die Sprache des politischen Diskurses scheint vernutzt, wenn man über Polen und Deutsche reden will. Geschichtsrevisionismus verbietet sich von selbst und leistet nur als Kinderschreck noch gute Dienste. Hohl geworden ist auch die offizielle Versöhnungssprache. … Gibt es noch eine andere Sprache? Ja. Es ist die der Dichter, deren Amt es seit jeher ist, die Sprache der Herrscher mit einer Gegengeschichte zu konfrontieren. Der Dichter Gerald Zschorsch, aufgewachsen in der DDR, und der deutsch-polnische Erzähler Arthur Becker haben zusammen ein Buch geschrieben, es heißt »Czerwonka«. Es handelt von der Erfahrung des Reisens in einer Gegend, die zu den unbekanntesten Europas zählt. Und hier findet man eine legitime, ja vielleicht die einzig mögliche Sprache, die zwischen Deutschen und Polen wirklich taugt.«
Lorenz Jäger, Internationale Politik September 2007
»Man könnte seinen Gesang auch als geographisches Gebet bezeichnen. Dieser Osten ist eine Beschwörung. Die Aufzählung von Orten wird zum sprachmagischen Vorgang. Wie beim Aufsagen von Zaubersprüchen werden die Dinge gebannt oder hervorgerufen, indem man ihre Namen nennt: Olsztyn/Allenstein, Biskupiec/Bischofsburg, Lukta/Locken.«
Süddeutsche Zeitung

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