Laura Alcoba
Das Kaninchenhaus - Roman

Aus dem Französischen von Angelica Ammar
Das Kaninchenhaus
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D: 14,90 €
A: 15,40 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 16.08.2010
Gebunden, 118 Seiten
ISBN: 978-3-458-17492-9

Inhalt

Mit sieben Jahren ist es schwer zu verstehen, warum der Vater im Gefängnis sitzt und die Mutter im Haus heimlich Flugblätter druckt. Aber Laura versteht. Auch, als sie nicht mehr in die Schule gehen soll, wegen der unangenehmen Fragen dort. Auch, als sie im Kofferraum eines Wagens zu ihren Großeltern gefahren wird. Und sie weiß, wie man auf der Straße Verfolger erkennt und warum sie unter falschem Namen lebt.

Es sind die Jahre der Militärdiktatur in Argentinien. Die Montoneros, eine bewaffnete Widerstandsbewegung, der Lauras Eltern angehören, haben in dem heruntergekommenen Haus am Rande von La Plata eine geheime Druckerpresse eingerichtet. Nach außen rechtfertigt eine Kaninchenzucht die politischen Umtriebe der Bewegung. Ebenso beschützend wie bedrohlich, wird das Kaninchenhaus zum Unterschlupf für das jäh der Normalität entrissene Kind, das mit banger Faszination die Welt der Erwachsenen betritt. Aus der berührenden Sicht eines siebenjährigen Mädchens erzählt die argentinische Autorin Laura Alcoba von einer Kindheit, die zugleich Schrecken und Zauber birgt.

Pressestimmen

»Laura Alcoba erzählt nun in der Rolle der kindlichen Augenzeugin, wie sie das spannende, aber auch zermürbende Geschehen im politischen Untergrund erlebt hat. ... Ihr Debüt, so schmal es mit seinen 100 Seiten auch ist, kann als ein Schlüsseltext der ›Lecturas de la Memorias‹ gelesen werden.«

Uwe Kossak, SWR Forum Buch

»Alcobas Roman zeichnet auf berührende Weise das Bild einer Kindheit in der Diktatur – ehrlich, schonungslos und ohne Selbstmitleid.«

Katharina Kellner, Mittelbayerische Zeitung

»Auf Französisch hat sie denn auch ihr bemerkenswertes Erinnerungsbuch verfasst, voller Angst, alte Wunden aufzukratzen, getrieben von einer sehr klaren Erinnerung, wie sich das Kind, das sie war, einst gefühlt hat, und mit einem Ziel: es gehe ihr weniger darum, sich zu erinnern, schreibt die 42-jährige Universitätsdozentin, ›als herauszufinden, ob ich danach anfangen kann zu vergessen‹.«

ulf, Stuttgarter Zeitung

»Ein eindrucksvolles Stück Literatur, das bis in die Namensgebung hinein auf tatsächlichen Geschehnissen fußt.«

Sabine Peters, Frankfurter Rundschau

»Wir hören in dem Text die 35-jährige Laura mitsamt dem Echo der sechsjährigen - ein fesselndes, verstörendes Leseerlebnis.«

Thomas Völkner, Hamburger Lokalradio, »Schwarz auf weiß«

»Alcobas Roman ist ein einzigartiges literarisches Dokument aus einer Zeit, die in den 1980er und 90er Jahren der Amnestiegesetze und des wirtschaftlichen Aufschwungs aus dem Bewusstsein vieler Argentinier verschwunden ist. Alcoba bezieht keine Position für oder gegen die Montoneros, der ihre Eltern angehörten. Die Stärke ihres kleinen Romans liegt vielmehr darin, dass sie der jungen Generation der 1976-1983er eine Stimme gibt.«

Christina Felschen, INKOTA-Brief Nr.154, Dez 2010

Kommentare

»Das Kaninchenhaus« von Laura Alcoba hat mich sehr berührt. Dieses schmale Bändchen hat es geschafft, mir durch die Augen eines Kindes die damalige Situation in Argentinien in aller Deutlichkeit vor Augen zu führen. Gerade weil die Protagonistin vieles, was um sie herum passiert, nicht versteht, der Leser die Leerstellen aber wohl zu füllen weiß, entsteht ein eindringliches Bild des Landes.
Ich habe es in einem Rutsch gelesen und anschliessend gleich die Poe-Erzählung rausgesucht und gelesen. Ein beklemmendes, eindringliches Buch ist Laura Alcoba mit »Das Kaninchenhaus«. gelungen. Sicherlich ein Höhepunkt der diesjährig erscheinenden Bücher aus Argentinien.
Frank Menden, Thalia Hamburg, 27.05.2010

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