Michael David Lukas
Das Orakel von Stambul - Roman
D: 19,90 €
A: 20,50 €
CH: 28,50 sFr
Erschienen: 22.08.2011
Gebunden, 365 Seiten
ISBN: 978-3-458-17513-1
Interview mit Michael David Lukas
Lassen Sie uns darüber sprechen, was Sie zu Ihren Figuren inspiriert hat. Gab es für Eleonora eine Vorlage?
Lukas: Die Idee zu Das Orakel von Stambul kam mir Anfang 2004. Damals lebte ich in Tunesien und lernte Arabisch, beantragte Literaturstipendien und überlegte ganz generell, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Und Eleonora kam mir in den Sinn, als ich gerade durch die ärmeren Randgebiete von Tunis joggte. In dem ersten Bild, das ich von ihr hatte, war sie noch schemenhaft, ein schmächtiges, frühreifes Kind, das mit zwei älteren Männern Backgammon spielte. Ich wusste nichts über sie – wo sie lebte oder wann, wer diese Männer waren, warum sie mit ihnen Backgammon spielte -, aber sobald ich sie vor mir sah, wusste ich, dass ich die Hauptfigur meines Romans gefunden hatte. Zunächst stellte ich sie mir als eine Mischung aus Alice im Wunderland und Roald Dahls Matilda vor. Einige Monate später stieß ich beim Stöbern in einem Istanbuler Antiquitätenladen auf das Foto eines kleinen Mädchens aus den 1880ern. Als ich das Foto sah, machte es klick. Eleonora schaute mich mit einem lakonischen eindringlichen Blick aus der Vergangenheit an. Im Laufe der nächsten sechs Jahre entwickelte sie dann ein Eigenleben und einen ganz individuellen Charakter. Sie hat noch immer Anteile von Alice, Matilda und dem Mädchen auf dem Foto, aber sie ist eine eigenständige Figur geworden.






