A. F. Th. van der Heijden
Das Scherbengericht - Eine transatlantische Tragödie

Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen
Das Scherbengericht
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D: 39,90 €
A: 41,10 €
CH: 53,90 sFr

Erschienen: 16.08.2010
Gebunden, 1168 Seiten
ISBN: 978-3-518-42140-6

Inhalt

Vollbart, Plateauschuhe und falscher Name: So getarnt tritt im Dezember 1977 einer der prominentesten Filmregisseure der USA seine dreimonatige Haftstrafe an. Verführung einer Minderjährigen lautet der Vorwurf. Als Remo Woodehouse verbringt der Delinquent nun eintönige Tage im kalifornischen Gefängnis Choreo. Eine Abwechslung bietet die Arbeit im Putztrupp, dem er zusammen mit Scott Maddox zugeteilt ist, einem zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Mithäftling – wegen Mordes, sagen die einen, aus politischen Gründen, behauptet Maddox.

Vorsichtig gehen die zwei Männer zunächst miteinander um, sind wachsam, geben nur zögernd Details aus ihrem Leben preis: daß Maddox’ Gesicht durch einen Brandanschlag entstellt wurde. Daß Woodehouse seine junge Frau vor acht Jahren auf tragische Weise verloren hat. Mehr und mehr werden ihre Gespräche zum Schlagabtausch, zum Duell. Denn in beiden keimt der Verdacht, daß der jeweils andere nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Und daß beide ein Ereignis aus der Vergangenheit verbindet, das sie nicht mehr loslassen wird.

Die Konfrontation zweier Männer, wie sie dramatischer nicht sein könnte, beide verstrickt in einen der aufsehenerregendsten Mordfälle im Amerika des 20. Jahrhunderts. Mit funkensprühender Sprachgewalt lotet der große niederländische Autor A. F. Th. van der Heijden das Ausmaß dieser »transatlantischen Tragödie« aus. Das macht Das Scherbengericht zu einer atemberaubenden Lektüre.

Pressestimmen

»A. F.Th.van der Heijdens Fantasie über Zeit und Mythos hat geradezu unheimliche Längen und genauso unheimliche Höhepunkte (das große Schlachten am Cielo Drive wird aus Sicht von Paul Richard Polanski, Sharon Tates ungeborenem Kind, erzählt - in diesem Literaturjahr gibt es wenige Schilderungen, die diese Intensität erreichen). Alle mythischen Möglichkeiten, die ihm dieses künstliche Gipfeltreffen der Siebziger bietet, nutzt van der Heijden geradezu genüsslich aus und verknotet sämtliches Wissen um Manson und Polanski virtuos neu.«

Elmar Krekeler, Die Welt

»Es war ein brillanter Gedanke, zwei moderne Mythen, deren Schicksale durch eine Tragödie derart aneinander gekettet sind, aufeinander treffen zu lassen. Dass diese Konfrontation nicht ohne Folgen bleibt, ist nur allzu logisch. Van der Heijden vermag den sich verkannt fühlenden Musiker Manson in seiner vielgesichtigen Dämonie kunstvoll zu entzaubern und den von der Justiz und Paparazzi gnadenlos gejagten Polanski zu rehabilitieren.«

Knut Cordsen, Deutschlandradio Kultur

Der mehrfach preisgekrönte Niederländer A. F. Th. van der Heijden (Jg. 1951) hat sich in seinem neuen Roman ›einem Teil der Mythologie unserer Zeit‹ angenommen und beschreibt die (fiktive) Begegnung von Roman Polanski mit Charles Manson, dem Mörder seiner hochschwangeren Ehefrau Sharon Tate. Eine reizvolle und provokante Situation, die der Autor in das packende Rededuell zweier getriebene Charaktere verwandelt hat.

Kieler Nachrichten

»1168 Seiten hat der neue Roman. Und nicht nur quantitativ hat van der Heijden Erstaunliches zu bieten. Immerhin wagt er es, die Geschichte des US-amerikanischen Verbrechers Charles Manson und des polnischen Filmregisseurs Roman Polanski miteinander zu verquicken.«

Thomas Thelen, Aachener Zeitung

»Sein Erzählfunke zündet von Seite zu Seite neu oder genauer: man fragt sich gar nicht, ob sich dieser Funke wirklich immer von neuem entlädt, er tut es, ohne dass ich das als Leser noch beobachten muss. Das ich nicht einfach Beredsamkeit, das ist hohe Erzählkunst.«

Klaus Siblewski, Volltext 1/2011

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