Ulrike Edschmid
Das Verschwinden des Philip S.

Leseprobe » Bestellen »


D: 15,95 € *
A: 16,50 €
CH: 22,90 sFr

Erschienen: 11.03.2013
Gebunden, 157 Seiten
ISBN: 978-3-518-42349-3

»Es macht den Roman zum lebendigen Dokument eines historischen Bewusstseins.«

Martin Ebel, DIE WELT

 

Wer sich mit jenen Jahren beschäftigt, wird um diesen Roman nicht herumkommen.

Im Mai 1975 stirbt Philip S. beim Schusswechsel mit der Polizei auf einem Kölner Parkplatz. Fast vierzig Jahre später geht eine Frau auf die Suche nach den wenigen Spuren, die er hinterlassen hat, und kehrt zurück in die dramatischste Phase ihres Lebens.

Philip S. war ihr Gefährte: ein sensibler, eigenwilliger junger Mensch, der 1967 aus Zürich nach Berlin kam, sich liebevoll um ihr Kind kümmerte und seinen ersten experimentellen Film drehte, während andere gegen den Vietnamkrieg demonstrierten und Institute besetzten.

Drei Jahre später wird ihre Fabriketage mehrmals von der Polizei durchsucht. Der sechsjährige Sohn, unbestechlicher Zeuge einer zunehmenden Radikalisierung, tritt den bewaffneten Beamten mit seiner Armbrust entgegen. Als die Mutter und Philip S. verhaftet werden, kann er ihnen nicht mehr beistehen. Ohne es zu wissen, wird er seine Mutter retten. Philip S. dagegen, der sich für die Revolution entschieden hat, setzt sich Schritt für Schritt aus dem gemeinsamen Leben ab.

Ulrike Edschmid erzählt vom unaufhaltsamen Verlust eines Menschen, der in den bewaffneten Untergrund geht. Sie wirft einen Blick zurück auf die prägenden Jahre im Leben ihrer Generation – und auf eine Tragödie, die so noch nie beschrieben wurde. Ein bewegendes Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Zeile in Bann schlägt.

Pressestimmen

»Der Roman Das Verschwinden des Philip S. schreibt, ... entscheidend ist, mit welcher poetischen Wucht ..., ein bedeutsames Kapitel in der noch längst nicht in ihren Widersprüchen begriffenen Geschtichte des Terrorismus...«

Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

»Doch in diesem erstaunlichen und wahrhaftigen Buch, über dem ›Roman‹ steht, obgleich es eine autobiographische Erzählung ist, geht es nicht um Schuld, nicht um Beweise und Gegenbeweise, nicht darum, aus dem Täter Philip S. ein Opfer zu machen. Es geht um den Menschen Philip S., den die Autorin liebte...«

Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»...geradezu anmutig geschrieben ... Als Seelenarbeit lässt sich Ulrike Edschmids raffiniert komponiertes Buch begreifen...«

Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung

»Ulrike Edschmid macht mit der Sprachlosigkeit Schluss. Und doch bleibt der Held ihres Buchs: ein Täter.«

Wolfgang Höbel, DER SPIEGEL 12/2013

»Wie sie ohne Pathos, ohne Gefühligkeit, mit knappen Strichen Charaktere zeichnet... das ist psychologisch so genau, so berührend, dass es mehr von jenem Zeitgefühl einer fatalen Todessüchtigkeit einfängt als es je sonst beschrieben wurde. Das Verschwinden des Philip S. - ein privates Trauerbuch und das verstörende Porträt einer ganzen Generation.«

Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur

»In ihrer klaren, präzisen Prosa schwingt stets die Liebe mit, die sie Philip noch heute entgegenbringt, eine Liebe, die dem Menschen gilt und nicht seinen Taten. Und eben damit beleuchtet sie eine neue Facette und gestattet einen ganz anderen, sensiblen Blick auf jene Gesichter, die man hauptsächlich von Fahndungsfotos kennt.«

Irene Binal, Österreichischer Rundfunk

»Das Verschwinden des Philip S. ist ein ungewöhnliches Stück Betroffenheitsliteratur und ein sehr individuelles Geschichtsbuch.«

Lilian-Astrid Geese, neues deutschland

»Die Erinnerung der kleinen Dinge, die unglaublich präzise, unsentimentale Sprache, die nicht von Gefühlen redet und sie dadurch erst entstehen lässt, machen Ulrike Edschmids Roman aus.«

Nil Varol, 3sat Kulturzeit

Nachrichten

Kommentare

»Ein sehr lesenswertes Buch, das neben guter Unterhaltung Antworten in viele Richtung gibt.«
Reiner Girstl, 22.08.2016

Kommentieren