Vera Kalitzkus
Dein Tod, mein Leben - Warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken

Band 8 der Reihe medizinHuman, herausgegeben von Dr. Bernd Hontschik
Dein Tod, mein Leben
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D: 8,50 €
A: 8,80 €
CH: 12,90 sFr

Erschienen: 17.08.2009
suhrkamp taschenbuch 4114, Broschur, 244 Seiten
ISBN: 978-3-518-46114-3

Inhalt

Der Papst ist jetzt Organspender – und Sie? Jeder ist möglicher Geber und Empfänger eines lebenswichtigen Organs, der Tod bekommt einen Sinn, Leben werden gerettet. Einfache Entscheidung, oder? Doch offenbar sind unsere Emotionen zu diesem Thema komplizierter – im Körper ist unser Selbst zu Hause, so empfinden wir das. Und wenn ein Mensch hirntot ist, aber noch durchblutet und beatmet wird, wie tot ist er dann eigentlich?


- Was im üblichen Pro und Kontra zu kurz kommt: die Sichtweise und Emotionen der Betroffenen
- Eines der großen kontroversen Themen der gegenwärtigen Medizin
- Gegen den moralischen Druck zur Organspende

Pressestimmen

»Die von Bernd Hontschik herausgegebene Reihe will erklärtermaßen einen Beitrag zu einer menschenwürdigen Medizin leisten. Das trifft sich mit dem Anliegen der Autorin, die den ›herkömmlichen Diskurs‹ über die Organtransplantation mit ihrem kritischen Beitrag ›ergänzen und für Themenbereiche sensibilisieren‹ will ... genau dies gelingt der Autorin meisterhaft.«

Stefan Rehder, Lebensforum

»Die Sachverhalte sind erstaunlich präzise beschrieben, inhaltliche Fehler gibt es kaum. Wer sich noch nie mit Transplantationsmedizin auseinander gesetzt hat, findet hier alles, was er wissen muss. Mit vielen Zitaten ist das Buch trotz des schweren Themas angenehm leicht zu lesen.«

Sven Eisenreich, Deutsches Ärzteblatt

»Dein Tod, mein Leben - treffender konnte Vera Kalitzkus ihr bewegendes Buch zum Thema Organspende nicht benennen, denn um nichts anders geht es schließlich hier: will ein organisch schwerkranker Mensch überleben, braucht er das Organ eines anderen Menschen. Meistens das eines Menschen, der etwa aufgrund eines Unfalls tödlich verunglückte. Der Tod des einen ermöglicht das Weiterleben eines anderen. In keinem anderen gesellschaftlichen Bereich liegen Sterben und Leben, Leid und Glück so nah beieinander wie bei der Organspende. Auch deshalb geht das Buch von Vera Kalitzkus so unter die Haut - im wahrsten Sinne des Wortes.«

Kim Kindermann, Deutschlandradio Kultur

»Wer sich nicht als potenzieller Organspender zur Verfügung stellt, kann unter moralischen Druck kommen. Doch so einfach ist es nicht. Ein Organ – erst recht ein Herz – ist nicht irgendein Auswechselmaterial, eine körperliche Materie, die geist- und bedeutungslos ist. Die Ethnologin Vera Kalitzkus geht in ihrem berührenden Buch nahe an das bange Geschehen heran. ... Hinter dem neuen Moralismus, wonach die Organspende sozusagen eine ethische Pflicht des Menschen sei, verbirgt sich oft nur eine weitere Facette der Unfähigkeit unserer Zeit, den Tod als Faktum zu akzeptieren.«

upj, Neue Zürcher Zeitung

»Organspende ist ein schwieriges Thema und polarisiert. In unserer digitalen Welt wünschen wir uns einfache Antworten auf komplexe Fragen. Gerade deswegen verunsichert uns die Frage nach Organspende, weil wir nicht wissen, ob es so etwas wie eine richtige Haltung gibt und wenn ja, wie diese aussieht. Da hilft auch der Papst nicht und es fällt leicht, gefällige Antworten zu bieten, um populär zu sein. In diese Falle tappt Vera Kalitzkus nicht. In ihrem bemerkenswerten Buch ›Dein Tod, mein Leben‹ beschreibt sie in verständlicher Sprache, was man über die Transplantationsmedizin wissen sollte, um selber zu einer Haltung gelangen zu können. Ausgehend von einigen philosophischen Überlegungen zum Körper-haben und Leib-sein stellt sie präzise den Ablauf einer Organspende und -transplantation dar. Schön sind dabei die Zitate von Betroffenen, die das Buch lebendig machen und einen Eindruck vermitteln, wie schwierig mitunter Entscheidungsfindungen sind.«

Sven Eisenreich, Frankfurter Rundschau

»Mit ihrem Plädoyer gegen einen moralischen Druck zur Organspende eröffnet sie eine Sichtweise, die in der aktuellen Diskussion häufig zu kurz kommt.«

Dr.med.Mabuse, Zeitschrift für Gesundheitsberufe Nr. 181 September/Oktober 2009

Kommentare

Natürlich geht es bei diesem zutiefst existenziellen Thema auch um starke Emotionen. Vergessen - oder verdrängt? - wird aber immer wieder eine wichtige Tatsache: Es gibt mündige, gut informierte Menschen, die
eine freie Entscheidung getroffen haben - sogar mit dem Risiko, bei der Entnahme noch nicht 'ganz so tot' gewesen zu sein!
Vor allem bei Menschen, die in der Gewissheit des Paradieses leben, ist ein Zurückschrecken vor einem evtl. verfrühten Tod am wenigsten verständlich. Konsequente Christen - also diejenigen, die ihrem Herrn bis ans Kreuz folgen wollen - geben nicht nur ein Organ als Tote, sie opfern sogar ihr ganzes Leben bei vollem Bewusstsein. Ein Beispiel unter vielen wäre Pater Kolbe....
Horst Voit, 27.03.2010

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