Thomas Bernhard
Der Wahrheit auf der Spur - Die öffentlichen Auftritte

Herausgegeben von Wolfram Bayer, Raimund Fellinger und Martin Huber
Der Wahrheit auf der Spur
Leseprobe » Bestellen »


D: 19,90 €
A: 20,50 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 25.12.2010
Gebunden, 344 Seiten
ISBN: 978-3-518-42214-4

Inhalt

Wenn Thomas Bernhard sich öffentlich äußert, drängt sich der Eindruck auf, er verhalte sich genauso wie die Hauptpersonen in seinen Romanen und Theaterstücken: Da wird die Welt zum Katastrophenroman und zum sinnlosen Schauspiel, in dem Bornierte und Böswillige, Nichtwisser und Nichtkönner agieren, die es in gerechtem Zorn und kunstvoller Übertreibung anzuklagen und zu verurteilen gilt. Vorher werden sie aber, Höchststrafe, der Lächerlichkeit überführt.
Deshalb konnte es nicht ausbleiben, daß Bernhards Interventionen ständig von Skandalen begleitet sind: Eine frühe Kritik am Spielplan trägt ihm einen Prozeß des Intendanten ein, die Dankesrede bei einer Preisverleihung mündet in der Absage einer weiteren Preisverleihung, eine Rezension läßt einen Minister nach dem Sendeverbot eines Bernhard-Porträts rufen, ein Interview erregt Politiker und Journalisten gleichermaßen.
Der vorliegende Band zeigt den »öffentlichen Bernhard«: Er enthält, in chronologischer Reihenfolge, seine gewichtigen journalistischen Arbeiten, seine Leserbriefe, seine öffentlichen Erklärungen sowie die folgenreichen Interviews. Er beginnt mit einem Salzburger Vortrag aus dem Jahr 1954 und endet mit den letzten von ihm formulierten Zeilen, einem Leserbrief, der drei Tage nach seinem Tod erscheint.
Hier ist nachzuvollziehen, wie Bernhard von der Öffentlichkeit gesehen werden möchte, wie er mit ihr spielt, wie er sie für seine Zwecke benutzt, Skandale inszeniert – und er gleichzeitig seine Vorlieben, seine Sympathien, seine Vorbilder preist.

Pressestimmen

»Ein lesenswertes Buch, das Fragen aufwirft, Hinweise gibt und Spuren auslegt, aber – Gott sei Dank – keine endgültige Antworten liefert.«

Jörg Eschenfelder, titel-magazin.de

»Bernhard, auch das vermag dieser Band unter Beweis zu stellen, ist konsequent seinen Weg gegangen. Gründe, sich zu empören, gab es genug. Besonders empörten Bernhard schlechte Bücher. Dazu hätte er angesichts der hier vorgelegten Ausgabe keinen Grund gehabt.«

Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur

»Wahrscheinlich hat sich Bernhard nie ehrlicher geäußert, bei aller Radikalität unpolemischer. Von der Krankheit gezeichnet, verschanzte er sich nicht mehr hinter witzigen Aggressionen. Den zwölf Seiten gebührt ein Ehrenplatz in seinen Schriften. Sie sind, was Bernhard auch war, aber meist übersehen wird human und lebensklug an der Grenze zur Weisheit.«

Ulrich Weinzierl, Die Welt

»Auch in Der Wahrheit auf der Spur ... gilt: Bernhard ist Bernhard. Er grenzt sich ab, er widerspricht, er regt sich auf. So einen wie ihn wird es nicht mehr geben.«

Christiane Geldmacher, culturmag.de

»Man möchte Stück um Stück dieses Buches ausbreiten. Die Lektüre lohnt bis zuletzt.«

Stefan Rammer, Passauer Neue Presse

Videobeiträge

Kommentieren