Paul Brodowsky
Die blinde Fotografin - Erzählungen

Die blinde Fotografin
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D: 14,80 €
A: 15,30 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 19.03.2007
Gebunden, 128 Seiten
ISBN: 978-3-518-41874-1

Inhalt Inhaltsverzeichnis

»Von Paul Brodowsky ist nach seinem überraschend ausgereiften Beginn noch einiges zu erwarten.« Richard Kämmerlings

»Konzentrier dich, sagte sie, deine Bilder, du sollst sie mir beschreiben, ich will alle deine Eindrücke, sagte sie, möglichst genau. « Eine Fotografin verliert ihre Sehkraft, sie beauftragt ihren Freund, ihr zu beschreiben, was er sieht. Er hetzt durch die Stadt, sammelt Eindrücke, will die Erblindende in der Welt der Farben und Formen halten – während sie längst ihren Abschied inszeniert, ihr letztes, ein existentielles Foto.
Ein junger Komponist bemerkt, daß seine Freundin eine Affäre mit seinem Freund und Konkurrenten hat, ein schlafloser Stalker irrt durch das nächtliche Berlin und fühlt sich zunehmend selbst beobachtet, beinahe bedroht. – Paul Brodowsky erzählt von den Kippmomenten in Beziehungen, beschreibt das Augenaufreißen kurz vor der Verzweiflung oder der Entscheidung. Seine Figuren machen flüchtige Kontakte in der U-Bahn, jagen dem Geheimnis des Gegenübers hinterher und geraten in fremde, exotische Räume. Sie gehen durch die Nacht und versuchen sich das Geschehene zu erklären. Sie verlieren das Bewußtsein und gewinnen Einblick in ihre Obsessionen – dabei überlagern sich Einbildung und Erinnerung, überscharfe Wahrnehmung und Wahnvorstellung. Wie eine Sammlung von Polaroids legt Paul Brodowsky die Bestandteile seiner Erzählungen nebeneinander, die Nähe zwischen den Figuren setzt sich aus Bewegungen zusammen, die fragmentarisch bleiben, selten ein ganzes Bild ergeben – und zugleich in ihrer Atemlosigkeit einen großen Sog entfalten.

Pressestimmen

»Die sechs Erzählungen in Die blinde Fotografin sind Momentaufnahmen, aber keine Schnappschüsse, sondern präzise komponiert.« »
Stuttgarter Zeitung
Die Sprache bietet viel, mehr als bei anderen Jungautoren und Etliches geschieht parallel, verschränkt, so dass einem schwindelig wird, schwindelig vor Glück, schwindelig vor Begeisterung. Für Fans von: Bachmannpreisliteratur, Death Cab For Cutie und Salvador Dalí.«
Eins Live
»Raffinierte Chronologien und fragmentierte Satzkonstruktionen binden unterschiedliche Erzählperspektiven, Dialoge und Beschreibungen, Rückblicke und Gegenwart ineinander ein. ... Brodowsky konfrontiert in der Geschichte »Aufnahme« die Wahrnehmungen eines jungen Mannes mit der schwindenden Aufnahmefähigkeit einer erblindenden Fotografin, um Weisen des Weltzugangs nachzuspüren. Für die Erblindende werden die Dinge in den Schilderungen ihres Freundes erst dann real, wenn sich Detailtreue mit metaphorischer Überhöhung paart.«
Antje Korsmeier, Die Tageszeitung
»In einem rasanten, atemlosen, parataktischen Prosastrom begegnen sich hier Menschen zufällig, in der Bahn oder im Café, stürzen aufeinander ein, ohne sich kennenzulernen, verlieren sich wieder.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Es ist ein atemloser Erzählsog, in den Brodowsky den Leser zieht. (…) Allein die Verschleifung von Redewiedergabe und Erzählerbericht zu einem absatzlosen Fließtext verleiht dieser Prosa etwas Fieberhaftes. (…) Paul Brodowsky gehört zu den vielversprechendsten Vertretern der jungen deutschen Literatur. Warum er beim letztjährigen Bachmann-Wettbewerb mit »Aufnahme« leer ausging, bleibt das Geheimnis der Juroren. (…) Nach der Lektüre ist nur eines sicher: Von diesem Autor wird noch zu hören sein.«
Oliver Pfohlmann, WDR 3
»Es ist ein lesenswertes Buch.«
Gießener Allgemeine
»Brodowskys Prosa ähnelt dem modernen Tanz, in dem sich jedem Impuls eine fließende Serie von Bewegungen anschließt. (...) Paul Brodowskys Figuren sind labile Großstadt-Panther, sprungbereit, doch seltsam gelähmt. Den Mut zum Springen, zur Tat, müssen sie sich mühsam erwerben, gar bei irgendwem borgen - und immer wieder neu darum ringen. Für dieses Dilemma hat der Autor ein Passepartout geschaffen, das Verschiebung, Umkehrung, fugenartige Einsätze, also musikalische Kompositionsmittel nutzt.«
Anja Hirsch, Frankfurter Rundschau
»Ebenso strenge wie zarte Geschichten um Nähe und Distanz.«
Anja Hirsch, Frankfurter Rundschau
»Paul Brodowsky erzählt keine linearen Geschichten mit oder ohne Happy End. Er spürt die Kippmomente in Beziehungen auf die Sekundenbruchteile kurz vor dem augenaufreißen, die Zehntelsekunde vor der Entscheidung oder Verzweiflung. Augenblicke, die in der deutschsprachigen Literatur durchaus neu sind. ... Der siebenundzwanzigjährige Brodowsky, einer der jüngsten und talentvollsten deutschen Autoren, kanna erzählen wie ein fertiger Schriftsteller.«
Die Furche

Audiobeiträge

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