Hernán Rivera Letelier
Die Filmerzählerin - Roman

Aus dem Spanischen von Svenja Becker
Die Filmerzählerin
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D: 14,90 €
A: 15,40 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 21.02.2011
Gebunden, 104 Seiten
ISBN: 978-3-458-17495-0

Inhalt

Während ich meinen Tee trank und mich bereitmachte, den Film im Stehen vor der weißen Wand zu erzählen, versicherte mein Vater seinen Gästen unermüdlich, der Film könne schwarzweiß sein und bloß die halbe Leinwand füllen, seine Kleine hier würde ihn in Technicolor und Cinemascope erzählen. »Gleich seht ihr es selbst, Kumpels.«

Etwas Aufregenderes als Kino gibt es nicht in dem Minendorf inmitten der chilenischen Wüste. Die Männer arbeiten im Salpeterabbau, die Frauen sollen vernünftig wirtschaften und haben die zahlreichen Kinder am Hals. Da bieten die Hollywoodfilme mit Marilyn Monroe, John Wayne oder Charlton Heston und die mexikanischen Melodramen mit viel Gefühl und Musik eine willkommene Abwechslung und den Abglanz einer anderen Welt.

Doch eines Tages erlebt die Siedlung etwas noch Schöneres als Kino: María Margarita, ein zehnjähriges Mädchen, kann Filme so anschaulich und dramatisch nacherzählen, daß die Leute herbeiströmen, um sie zu hören. Bald drängt sich die halbe Siedlung in der engen Stube ihrer Familie, wo sie mit kindlicher Freude das Leinwandgeschehen zum Leben erweckt. Als sie eines Tages jedoch einem alleinlebenden Mann in dessen Haus einen Western erzählen soll, widerfährt ihr etwas schrecklich Verstörendes.

Kräftig, mit viel Sinn für Komik, aber auch für das Schlimme im Leben, erzählt der chilenische Bestsellerautor Hernán Rivera Letelier vom harschen Leben in der Atacamawüste und den Glücksmomenten seiner Hauptfigur als gefeierte Filmerzählerin. Eine Liebeserklärung an das Kino und die Kunst der Imagination.

Pressestimmen

»Denn der Insel Verlag bringt Die Filmerzählerin heraus, einen kurzen Roman, der alles hält, was Rivera Leteliers Porträt verspricht: Humor und Intensität des Gefühls, eine scharfe, reflektierte Wahrnehmung und Sinn für das Skurrile im Schönen wie im Schrecklichen. … In minimalistischer Anmut entsteht vor dem Auge der Leser das Dorf der Bergarbeiter, die das graue Los der Ausbeutung teilen und deren Phantasie nur durch das Kino geweckt und gefüttert wird. Und mit ebenso sparsamen Zügen beschreibt Rivera Letelier eine Kindheit am Rande der Welt, beinahe leer bis auf die Pflicht und die Enge der Not und trotzdem von Euphorien durchzogen; eine bittere Herrlichkeit.«

Elke Schmitter, Der Spiegel 8/2011

»Lauter Glücksmomente: Hernán Rivera Letelier erzählt die anrührende Geschichte eines Mädchens, das ein Dorf in der chilenischen Atacama-Wüste zum Träumen bringt.«

Reinhard Helling, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Davon handelt dieses Buch: von der Extase durch Kunst, die umso stärker leuchtet vor düsterem Hintergrund.«

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

»Die Filmerzählerin ... ist eine lakonische Liebeserklärung ans Kino geworden - und eine noch viel größere Hommage ans Lesen und an die Macht der bildlichen Vorstellungskraft. Denn anders als seine junge Protagonistin präsentiert sich Letelier hier nicht als ausschweifender Erzähler, sondern skizziert in schlichten, kargen Sätzen nur die Konturen eines ganzen Frauenlebens, dem wir mit unsrer Imagination zwischen den Zeilen immer wieder Blut durch die Adern pumpen müssen.«

Neue Zürcher Zeitung

»Die Dramaturgie des Kinofilms bildet die erzählerische Folie für diesen kleinen Roman, der nicht nur eine große Liebeserklärung ans Kino ist, sondern vor allem von weiblicher Überlebenskraft erzählt.«

Manuela Reichart, Deutschlandradio Kultur

»Hernán Rivera Leteliers schmales Büchlein ist eine Liebeserklärung an das Kino, an die Wirkungsmächtigkeit der Bilder, die mehr sind als schillerndes Augenfutter, sondern ein Fest der Zusammenkunft und Imagination.«

Westdeutsche Allgemeine

»Autor Hernán Rivera Letelier beschwört den Zauber der Leinwandträume, doch er kennt Chiles Wüste aus seiner Kindheit und zeigt, dass man deren Grausamkeit nicht so einfach entkommt.«

buchjournal 2/2011

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Kommentare

Ein Buch für ruhige und ein wenig melancholische Stunden. Eine Geschichte, die einen kleinen Kinosaal der Fantasie in unseren Herzen eröffnet. Eine einfach große Geschichte. Ein Roman mit einem Ende, das niemanden kalt lässt…
Arndt Stroscher, literatwo.wordpress.com, 21.05.2012

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