Jürgen Becker
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Erschienen: 14.08.2006
Leinen, 150 Seiten
ISBN: 978-3-518-41820-8

Inhalt

Der Erzähler hat Sorgen, daß er nicht ausreichend beschäftigt wird. Der Fernsehmoderator beschließt, Reiseschriftsteller zu werden, ohne daß er das Haus verläßt. Eine Wohnung wird leergeräumt, aber richtig leer wird sie offenbar nie. Namen tauchen wieder auf, die doch alle vergessen schienen. Hanna zum Beispiel, aber ist das so sicher? Die Gäste scheint der Zeitgeist eingeladen zu haben, jedenfalls hört sich ihre Konversation so an.
Minimale Geschichten: für immer nur eine Seite in einem Journal, das lange leergeblieben ist, leer wie all die anderen Exemplare in der Bibliothek noch nicht geschriebener Bücher. Weil die zweihundert Seiten des Journals bereits mit Seitenzahlen bedruckt sind, hat es, meint der Verfasser, auch schon ein Konzept – ein freilich ironisch verstandenes, indem es zum Spiel gehört, das der Verfasser mit seinen Figuren und Fiktionen anstellt.
Die Spuren, die Jürgen Becker mit seinem Schreiben freilegt, führen in vergangene, scheinbar verjährte Jahrzehnte, die noch so nah erscheinen wie der eben gewesene Augenblick. Die Erinnerung aber trifft auf Verschwundenes; sie vergegenwärtigt Erfahrungen, die von Leiterwagen, selbstgedrehten Zigaretten, häuslicher Schuhmacherei, von einer alten Scheune und der letzten Kohlenlieferung sprechen, beiläufig, als wäre immer nur Alltag. Auch davon erzählen Die folgenden Seiten, von gewöhnlichen, von unwirklichen Tagesläufen, in die wir zeitlebens verwickelt sind.

Hermann-Lenz-Preisträger 2006

Pressestimmen

»Gebilde des Wartens, nicht graue Theorie, sind die Texte dieses Journals: Locksätze für mögliche Geschichten, Alltagsminiaturen, die, vor dem eigentlich zu Erzählenden auf der Flucht, bei einem exakt beobachteten Nachbarschafts-, Tier- und Pflanzenleben landen, Kleinstdramen der Erwartung, und sei es das Zufallen einer Wagentür. ...Aber in jedem Splitter ist das ganze Konzept, nie hat Jürgen Becker das Stoffliche so minimiert und fast nur aus der Sprachbewegung enigmatisch-poetische Kraftfelder erzeugt. Die Poesie endet an den Rändern des Verstummens noch lange nicht.«
Die Zeit
»Was Jürgen Becker aus den vielen konjunktivistischen Erörterungen und indikativen Beschreibungen da gemacht hat, ist ein kleines Meisterwerk. In ihm spiegelt sich sein gesamtes schriftstellerisches Werk - als Ernte, als kondensierte Substanz seines literarisch Erlebten und Erfahrenen.«
Heinz Ludwig Arnold, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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