Szilárd Borbély
Die Mittellosen - Roman

Aus dem Ungarischen von Heike Flemming und Lacy Kornitzer
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D: 24,95 €
A: 25,70 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 06.10.2014
Gebunden, 350 Seiten
ISBN: 978-3-518-42450-6

ORF-Bestenliste

 

Die literarische Sensation in Ungarn

Inhalt

Als der Ladenbesitzer Mózsi von der Zwangsarbeit ins Dorf zurückkehrt, hat er keine Ähnlichkeit mehr mit einem Juden. Er wird nie wieder einen schwarzen Kaftan tragen. Auch kein weißes Hemd. Er fragt nicht, wohin seine Ware sich verflüchtigt hat: »Aus dem Haus sind die Möbel verschwunden, aus den Regalen die Bücher, aus den Herzen das Erbarmen.«

In diesem Dorf wächst Jahrzehnte später, in den 1970er Jahren, ein Junge auf, der Erzähler des Romans. Der Elfjährige muss schwere körperliche Arbeit verrichten, er friert und hungert. Nur in der Beschäftigung mit den Primzahlen findet er sich selbst – und etwas wie das Glück der Distanz. Mit seiner älteren Schwester versucht er, die Mutter vom Suizid abzuhalten. Der Vater, Traktorist in einer LPG, versäuft das Geld und prügelt. Die Familie ist stigmatisiert. Über die Vergangenheit darf nicht geredet werden. Sind sie Juden? Aus Rumänien vertrieben orthodoxe Christen? Warum werden sie ausgegrenzt?

Borbély schildert Kindheitsszenen in einer verrohten Welt. Aber er schildert sie so, dass man mit stockendem Atem liest und nicht aufhören kann. In der Selbstbeobachtung des Außenseiters wächst dem Jungen ein unerhörter Scharfblick zu. Wohl nur Imre Kertész und Agota Kristof haben vergleichbar lakonisch und luzide vom Überleben erzählt.

»Eine Entdeckung ersten Ranges.« Ilma Rakusa

Pressestimmen

»Die Mittellosen, in dieser ausgezeichnet lesbaren Übersetzung aus dem Ungarischen, gehören zu den ganz wichtigen Büchern der Gegenwart. Dieser Roman ist wichtiger als so manches Hochgerühmte.«

Ina Hartwig, DIE ZEIT

»Die Mittellosen offenbart das destruktive Potenzial sprachlicher Ohnmacht, eines Schweigens um jeden Preis.«

Carmen Eller, DIE WELT

»Borbély hat eine kunstvoll kalte, in ihrer Strenge hochpoetische Sprache gefunden, um gegen das Verstummen anzuschreiben.«

Nicole Henneberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Gegenwärtigkeit der Szenen verknüpft Borbély unfassbar leise mit dem Nachdenken darüber, so dass die Traurigkeit der Mittellosen eine woyzeckhafte Abgrundtiefe bekommt. Der Roman dürfte das Buch des Herbstes darstellen, der ganz selbstverständlich den Anschluss an die Weltliteratur findet. Verhaftet an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Zeit, in einem bestimmten Leben, von dort aus jedem Leser der Welt etwas vom Unglück des Menschen zurufend.«

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Es ist dieses selbstzerstörerische Verschweigen, aus dem dieser epochale ungarische Romam seine unheimlichen Energien, seine unerhörte Kunst und unvergleichliche Tiefe schöpft.«

Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung

»Mit seinem soeben auf Deutsch erschienenen Roman Die Mittellosen hat der ungarische Autor Szilárd Borbély das Genre radikalisiert.«

Sieglinde Geisel, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Selten sind die Schrecken eines entlegenen Dorfes so eindringlich geschildert worden wie in Szilárd Borbélys autobiografischem Roman.«

Jörg Plath, Deutschlandradio Kultur

»Szilárd Borbély ... hat sich mit dem Roman Die Mittellosen an die Spitze der ungarischen Gegenwartsliteratur geschrieben.«

Konrad Holzer, Buchkultur Dezember 2014

»Szilárd Borbély hat Weltliteratur hinterlassen. Wer den Roman zu lesen beginnt, hört nicht mehr auf. Er ist von existenzieller Wucht. Ohne Pathos, ohne Wehleid, mit harten, wahren Sätzen.«

Roland Mischke, St. Galler Tagblatt

Kommentare

»Am Ende schlägt man das Buch mit Fassungslosigkeit und Entsetzen zu. Einmal mehr stellt man sich die Fragen, was ein Mensch aushalten kann, wenn statt der Empathie Unmenschlichkeit herrscht und wenn die Geschichte und die Lebensumstände mehr Einfluss auf ein Leben eines Menschen haben, als dessen Charakter und sein Streben.«
Constanze Matthes, zeichenundzeiten.com, 03.08.2015

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