Maria Janion
Die Polen und ihre Vampire - Studien zur Kritik der Phantasmen

Herausgegeben und mit einer Einführung von Magdalena Marszalek Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann und Thomas Weiler
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D: 48,00 €
A: 49,40 €
CH: 63,90 sFr

Erschienen: 30.06.2014
Gebunden, 475 Seiten
ISBN: 978-3-518-42430-8

Eine Sammlung der wirkmächtigsten Schriften einer großen unbequemen Gelehrten

 

Inhalt

Maria Janion, Literaturwissenschaftlerin und namhafte Romantikforscherin, ist eine der unumstrittenen intellektuellen Autoritäten in Polen. Sie hat sich stets in politische Debatten eingemischt und in den letzten Jahren ihre Prominenz dazu genutzt, die Frauenbewegung und die wiedererwachte Neue Linke zu unterstützen. Bereits in den frühen Achtzigern machte sie Autoren wie Foucault, Bataille, Susan Sontag, R.D. Laing in Polen bekannt. Ihre Schüler sind die Initiatoren der polnischen Gender-Forschung.

Im Zentrum ihres Werkes steht der Begiff der krytyka fantasmatyczna, die Befragung von Literatur, Film und Kunst auf ihre imaginären Potenziale hin, auf bewusste und unbewusste kulturelle Vorstellungen, Selbst- und Fremdbilder, die in den ästhetischen Gebilden wirksam sind. Ein bedeutendes romantisches Phantasma ist der Vampir als Doppelgänger und Schatten, als »Symbolfigur für die Transgression zum Bösen«. Maria Janions kritische Studien zu Bildern des Weiblichen oder zum „unheimlichen Slawentum“ als dem Unterbewussten der europäischen Kultur provozieren nationalkonservative Kreise bis heute. Was es für die Polen bedeutet, dass ihr Land Schauplatz des Holocaust war, ist eines der großen Themen ihres Spätwerks. Mit ihrem Ruf »Nach Europa, ja! Aber nur zusammen mit unseren Toten« fordert sie, im Anschluss an Adam Mickiewicz’ »Ahnenfeier« und Imre Kertész’ Rede vom »Holocaust als Kultur«, eine Kultur des Trauerns und Erinnerns.

Pressestimmen

»Janion betreibt ... Literaturwissenschaft als Ideengeschichte und enthüllt ihren Lesern damit ein Polenbild, das man in den üblichen Geschichtswerken so originell und konzise nicht geboten bekommt.«

Katharina Teutsch, DIE ZEIT

»Wer sich mit den interessanten und fruchtbaren Paradoxien der modernen polnischen Kultur befassen will, hat in diesem originell gestalteten Auswahlband ... einen guten Ausgangspunkt.«

Stephan Wackwitz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mit Die Polen und ihre Vampire ist eine der großartigen Frauen und Zeitzeuginnen des 20. Jahrhunderts zu entdecken, die das kulturelle und intellektuelle Leben Polens durch ihren weiten Denkhorizont und dank ihrer Erfahrungen in unterschiedlichen politischen Systemen bis heute bereichern.«

Stefanie Peter, DIE WELT

»… ein brillantes Werk ... Sie beleuchtet die großen polnischen Themen und Autoren so, wie es nur wirklich große Geister wagen: Ohne Angst vor Konflikten mit dem jeweils herrschenden intellektuellen Mainstream und ohne übergroßen Respekt vor den großen Namen und Traditionen ihres eigenen Landes.«

Uli Hufen, Deutschlandfunk

»Maria Janion ... schreibt seit Jahrzehnten über die großen Themen der polnischen Kultur. Bis heute gültige Denkmuster, Traditionen und Mythen ihrer Gesellschaft werden so verständlich. Es ist faszinierend, wie sie ihr historisches Wissen mit den geisteswissenschaftlichen Debatten unserer Zeit verknüpft – und es war höchste Zeit, das deutsche Publikum mit dem Werk dieser Denkerin bekannt zu machen.«

Martin Sander, Deutschlandradio Kultur

»In Polen kommt man nicht an ihr vorbei ... Was Susan Sontag für Amerika war, ist Maria Janion für Polen.«

Mithu Sanyal, WDR 5

»Wenn man sich mit polnischer Literatur, Kultur und Geschichte mal tiefgehender beschäftigen will, sollte man am besten mit Maria Janions Die Polen und ihre Vampire beginnen.

Tobias Schwartz, zitty Berlin 22/2014

»Maria Janion gilt als eine der größten Denkerinnen der polnischen Gegenwart und als inspirierende Stimme der feministischen Bewegung. Ihr Werk: unbeugsam, eigenwillig und von enormer Produktivität ... Eine Anthologie hat sich dieser Autorin nun angenommen und versammelt einige ihrer zentralen Texte in deutscher Übersetzung.«

Philippa Schindler, an.schläge - das feministische Magazin Juli/ August 2014

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