Josef Winkler
Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel

Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel
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Erschienen: 19.09.2011
Gebunden, 163 Seiten
ISBN: 978-3-518-42137-6

Inhalt

Nachdem Josef Winkler am 1. November 2008 in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis entgegengenommen hatte, hielt er zum Dank eine Rede, aus der dieses Buch entstand. Es gibt Antwort auf einige Fragen: Josef Winkler, wer ist das? Wo kommt er her? Was hat ihn geprägt? Wie ist er zum Schriftsteller geworden? Warum schämt er sich seit kurzem nicht mehr, wenn er nicht jeden Tag an Selbstmord denkt?
Josef Winkler, der in einem kleinen katholischen Kärntner Dorf auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, in dem es – außer den alten abgegriffenen schwarzen Gebetbüchern, auf denen reliefartig, also mit den Fingerkuppen berühr- und erfahrbar, ein goldenes, sich tief in den Kinderseelen verankerndes Kreuz eingraviert war – keine Bücher gab, nicht einmal die Bibel, erzählt von seiner frühen Sehnsucht nach Sprache und Bildern. Mit gestohlenem Geld kaufte er sich die Bücher von Camus, Hemingway, Sartre, Peter Weiss und Jean Genet. Er las diese Bücher, als ob er sie selber geschrieben hätte, und sagte sich, kaum hatte er den Ministrantenmantel abgelegt: »Eines Tages werde ich ein Buch schreiben!«
Aus- und abschweifend entwirft Winkler ein Selbstporträt – auf dem auch zwei seiner Schutzheiligen, der Maler Chaim Soutine und der Schriftsteller und Dieb Jean Genet, Platz finden.

Pressestimmen

»In besonders konzentrierter Form setzt Winkler in dieser poetologischen Reflexion von existenzieller Wucht und sprachlicher Schönheit die Bausteine seines fiktiv stilisierten Erlebnismaterials noch einmal neu zusammen. Komplexe, stark verdichtete Satzkompositionen verknüpfen eine große Bandbreite seiner Themen- und Bildkomplexe zeichenhaft über sinnlich erfahrbare Klang- und Bildanalogien. Das künstlerische Augenmaß und absolute Gehör, mit dem Winkler die Sprache hier Satz für Satz auf die goldene Waage legt, Leben und Tod auspendelt, ist beeindruckend.«

Michaela Schmitz, Deutschlandradio

»Winkler ist ein rücksichtsloser, tobender, aufbegehrender, die körperliche Sinnlichkeit einfordernder Schreiber. … Man muss diesen hohen Ton nicht mögen, doch respektieren sollte man ihn unbedingt als existenznotwendig.«

Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung

»Entstanden aus der Dankesrede zur Preisverleihung, handelt es sich um eine feinnervige Selbsterkundung, die den Werdegang eines Bauernsohnes aus einem Kärntner Dorf zum Schriftsteller beschreibt.«

Elke Brüns, Der Tagesspiegel

»Die schwere Last einer gewalttätigen und erzkatholischen Erziehung im bäuerlichen Nachkriegs-Kärnten, der stets präsente Tod und die daraus resultierende Scham zu leben und die Flucht eines jungen Mannes in die Kunst — das sind die starken Themen dieses literarischen Selbstporträts. ...Winkler liefert mit diesem Buch auch einen biografischen Schlüssel zu seinem Gesamtwerk an. Sehr beeindruckend.«

Christoph Hartner, Steierkrone

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