Attila Bartis
Die Ruhe - Roman

Aus dem Ungarischen von Agnes Relle
Die Ruhe
Bestellen »


D: 22,80 €
A: 23,50 €
CH: 41,00 sFr

Erschienen: 15.08.2005
Gebunden, 299 Seiten
ISBN: 978-3-518-41682-2

Inhalt

»Im Ernstfall verzeiht man sich fast alles.«


Die Karriere der gefeierten Budapester Schauspielerin Rebeka Weér, unvergeßlich in der Rolle von Shakespeares Cleopatra, endet über Nacht. Der Grund: Ihre Tochter Judit, eine hochbegabte Geigerin, hat sich in den Westen abgesetzt. Von den Behörden unter Druck gesetzt, versucht sie, Judit zur Rückkehr zu bewegen – vergeblich. Um ihre Karriere zu retten, erklärt sie die Tochter für tot, inszeniert eine Beerdigung und verschickt Traueranzeigen an hochgestellte Persönlichkeiten in Kultur und Parteiapparat.
Als die Entlassung nicht rückgängig gemacht wird, zieht sie sich in ihre Wohnung zurück. Fünfzehn Jahre lang setzt sie keinen Fuß mehr vor die Tür und überwacht jeden Schritt ihres Sohnes, der Schriftsteller werden will.
Während draußen ein politisches System zusammenbricht, wird immer offensichtlicher, daß der Sohn dem aus Haß, Erpressung und Obsessionen geflochtenen Netz niemals entkommen wird. Auch nicht, als er nach allerlei unglücklichen Affären Estzer Féher auf der Freiheitsbrücke trifft und sich in sie verliebt.
Attila Bartis erzählt diese Geschichte mit beklemmender Intensität. Dieser roman noir, der in manchen Zügen an Werke Sartres und Camus’ erinnert, ist Familiengeschichte und Künstlerroman und zugleich eines der bleibenden Bücher über die Wende in Ungarn.

 

Pressestimmen

»Das ist sicher ein sehr herber Entwurf des Menschen. Wer ihn aushält, gewinnt dennoch.«
Die Zeit
»Die Wende in Ungarn, erzählt mit bezwingender Unklarheit und Suggestion an der Schwelle zwischen Wirklichkeit und Traum«
Die Zeit
»Dieses Buch ist ein gewaltiges Epitaph; wird es aufgeschlagen, ist es mit der Ruhe vorbei.«
Richard Kämmerlings, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»... nicht nur eine Entdeckung, sondern eine literarische Sensation.«
Focus
»... ein Gespür für Pathos und eine große Sprachmacht. Immer wieder gelingen Bartis einprägsame Vergleiche - inmitten der Ausweglosigkeit und totalen Verwahrlosung blitzen plötzlich poetische Momente auf. [...]
Schöner hat schon lange niemand von der Düsternis erzählt.« 
Frankfurter Rundschau
 »... hinreissender Wende-Roman [...]
Die Ruhe ist ein höchst lesbares, stringent durchgestaltetes Stück Prosa, das - mit diversen Rückblenden, leitmotivischen Verknüpfungen und subtilen Spiegelungen - nichts an Komplexität zu wünschen übrig lässt und einen Drive entwickelt, der einen bis zuletzt nicht loslässt. […] Attila Bartis stösst der ungarischen Literatur die Tür zur Zukunft weit auf. Die Zeit der Wende, deren aporetisches moralisches Scheitern er in eine gültige Form fasst, wird sein Roman spielend überdauern.« 
Neue Zürcher Zeitung
»Samuel Beckett könnte Pate gestanden haben... «
Hamburger Abendblatt

Kommentieren