Alissa Ganijewa
Die russische Mauer

Aus dem Russischen von Christiane Körner
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D: 22,95 €
A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 17.02.2014
232 Seiten
ISBN: 978-3-518-42425-4
Auch als eBook erhältlich

Das Debüt einer vielversprechenden russischen Autorin aus einem unbekannten Land.

 

Inhalt

Schamil, ein junger Dagestaner, der sich nach Verlust seines Verwaltungsjobs als Lokalreporter versucht, trifft die Redaktionskollegen in großer Aufregung an. Gerüchte über eine Mauer, die die Russen bauen, um den Kaukasus abzutrennen, machen die Runde. In der Stadt am Kaspischen Meer greift Unruhe um sich, täglich finden Versammlungen statt: Pro-islamische Demonstranten aus Kumykien und Streiter für ein »vereinigtes Lesgistan« debattieren über Grenzfragen, die Atmosphäre ist aufgeheizt. Angst liegt in der Luft.

Doch Schamil versucht, weiterzuleben wie bisher. Er treibt Kampfsport, rast mit Freunden im Auto durch die Stadt, tobt sich in der Disko aus. Wie betäubt sitzt er da, als Madina, seine Verlobte, ihm erklärt, sie werde den Schleier nehmen und einem salafistischen Kämpfer in die Berge folgen. Selbst nachdem es die ersten Toten gegeben hat und seine Kusine Assja, eine belesene junge Frau, ihn überreden will, mit ihr nach Georgien und weiter in den Westen zu fliehen, kann Schamil sein Zaudern nicht überwinden. Dann überstürzen sich die Ereignisse.

Mit feinem Gespür für die heraufziehende Katastrophe erzählt Alissa Ganijewa vom Zerfall und Untergang einer Gesellschaft, die zwischen ihren Extremen zerrissen wird. Doch inmitten des Albtraums zeigt sich, wie eine Vision, das Sehnsuchtsbild jenes »Berges der Freude«, auf den sich rettet, wer der Intoleranz und Gewalt überdrüssig ist.

Über das Buch:

 »Mein Buch ist realistische Literatur, es spricht von etwas, das fast geschehen wäre.«

Pressestimmen

»Ganijewa legt mit der Russischen Mauer einen anspruchsvollen Roman vor, in dem sie nicht nur mit verschiedenen Kulturen, sondern auch mit literarischen Stilformen experimentiert ... Die Russische Mauer ist ein Ereignis in der russischen Gegenwartsliteratur, weil hier ein wichtiges Thema – der interkulturelle Dialog zwischen Russen und russisch sozialisierten Muslimen – auf künstlerisch überzeugende Weise dargestellt wird.«

Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung

»Die russische Mauer ist ein Roman ohne Helden. Das ist konsequent, denn der wahre Protagonist ist hier die Republik Dagestan selbst. Aus zahllosen Stimmen entsteht ihr polyphones Porträt, hitzige Dialoge spiegeln soziale Spannungen.«

Carmen Eller, Cicero Juni 2014

»Mittels Textcollagen und vieler verschiedener Sprechpositionen gestaltet Ganijewa ein eindrückliches, vielstimmiges Durcheinander. Sie zeichnet das Bild einer dissonanten, im Widerstreit befindlichen Republik, die sich schon längst von der Ordnungsmacht des Moskauer Zentrums abgekoppelt hat und im freien Fall durch den postsowjetischen Raum schlingert.«

Jutta Sommerbauer, DiePresse.com

»Ein Lehrstück darüber, wie schnell scheinbar friedlich zusammenlebende Nachbarn zu Feinden werden können. Gekonnt wechselt die in Dagestan geborene Autorin Alissa Ganijewa Stil und Erzählebenen, mischt Realistisches mit Fantastischem.«

greenpeace magazin Mai/Juni 2014

»Alissa Ganijewa führt ihre LeserInnen in eine Welt, die von Zerrisseriheit geprägt ist ...Es sind nicht zuallererst die bewaffneten Auseinandersetzungen, die im Fokus stehen. Sondern die feinen Trennlinien zwischen Menschen, die an einem gemeinsamen Küchentisch sitzen.«

Katrin Rönicke, Missy Magazine 1/2014

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