Bärbel Reetz
Die russische Patientin - Roman

Die russische Patientin
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CH: 14,90 sFr

Erschienen: 13.03.2006
Gebunden, 328 Seiten
ISBN: 978-3-458-17290-1

Inhalt

»Ich liebe ihn und hasse ihn.« Unüberbrückbar scheinen die Gegensätze zwischen C. G. Jung und seiner russischen Patientin Sabina Spielrein, die in ihrer Verzweiflung Hilfe bei Sigmund Freud sucht. Ein Drama aus der Frühzeit der Psychoanalyse, längst vergessen, hätte nicht der zufällige Fund ihrer Tagebücher und Briefe Mitte der siebziger Jahre Spielrein unerwartet zu einer Person öffentlichen Interesses gemacht. Wer war sie?
Die Erzählerin begibt sich auf Spurensuche, folgt Sabina Spielrein nach Zürich und Wien, Berlin, Moskau und Rostow am Don, wo ihre Geschichte 1885 begann und 1942 endete. Und während sie der »Frau zwischen Jung und Freud« folgt, wird sie selbst Teil der Geschichte. Sie findet Dokumente und historische Quellen, widersprüchliche Behauptungen und irreführende Informationen. Je tiefer sie eindringt, desto deutlicher nimmt Sabina Spielrein Gestalt an als Suchende im Spannungsfeld zwischen Ost und West, jüdischen und russischen Heilserwartungen, zwischen Marxismus und Psychoanalyse. Bärbel Reetz erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, einer Grenzgängerin, die den utopischen Entwürfen des vergangenen Jahrhunderts zur Verwirklichung helfen wollte, den Traum von der europäischen Mission des Judentums träumte und sich die Veränderung der Gesellschaft durch den Sozialismus erhoffte. Eine Hoffnung, die mit Stalins Terrorregime, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust ein blutiges Ende fand. 

Die russische Patientin ist die Geschichte der Russin und Jüdin Sabina Spielrein, der »Frau zwischen Jung und Freud«, die ihr unruhiges und leidenschaftliches Leben zwischen Ost und West der Psychoanalyse und dem Sozialismus widmete und in Rußland beides miteinander verbinden wollte. Ein Roman von Aufbruch und Scheitern, Liebe, Verzicht und der Suche nach Erlösung.

Pressestimmen

»Ein faszinierendes, beeindruckendes, ein bewegendes Buch.«

Ernst A. Grandits, 3sat Kulturzeit

»Der Roman besitzt diese poetische - und zugleich moralische und religiöse - Kraft eines Kampfes gegen das Vergessen und des Widerstandes gegen die furchtbare, aber illusionäre Macht des Todes. Es ist der faszinierende Roman zweier Frauen, von denen die eine - die Schriftstellerin - sich selbst findet, indem sie das Leben der anderen nachvollzieht.«

Claudio Magris, Il Piccolo

»Am Ende dieses nachdenklichen Buches weiß man, dass man viel mehr wissen muss: über die Psychoanalyse, den Antisemitismus, Russland, Sabina Spielrein - vielleicht auch ein gutes, wichtiges Leseresultat.«

Barbara Garde, Deutsche Welle

»Bärbel Reetz begegnet der Anmaßung des Biografen ... mit der Methode, auch die Spurensuche selbst zu beschreiben und so ihre Skrupel und Schwierigkeiten der Darstellung fremden Lebens offenzulegen, ... aber die Anschaulichkeit ihrer Sprache und die präzise Klugheit ihrer Recherche entschädigen dafür vollkommen. Ein imponierendes, trauriges Leben und ein beeindruckendes Buch.«

Elke Schmitter, Der Spiegel

»Reetz’ Einfühlungsvermögen und ihre Visualisierungsgabe sind beeindruckend. Die verschwommene Gestalt der fast Vergessenen wird sichtbar und artikuliert sich ergreifend und präzise zugleich.«

Helena Malzew, Badische Zeitung

»Ein fesselndes Porträt, ein rundherum lesenswertes Buch, das der tragischen Geschichte der Protagonistin in all ihren Facetten gerecht wird und mit Leidenschaft an diese herausragende Frau erinnert.«

Elke Nicolini, Hamburger Abendblatt

»Bärbel Reetz beschreibt Sabina Spielrein als Suchende, die von einer europäischen Mission des Judentums träumte und die unterschiedlichsten Anforderungen ihrer Zeit versöhnen wollte. Nach bisher ausschließlich wissenschaftlichen Publikationen ist dies das erste Buch über Sabina Spielrein, dem ein breiteres Publikum zu wünschen ist.«

Jüdische Zeitung Nr. 3 / März 2006

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Foto: Bärbel Reetz
© Peter Peitsch / peitschphoto.com

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