»Mo Yan nimmt in seinen Romanen die chinesische Geschichte auseinander wie kein anderer, ähnlich dem Foltermeister Zhao Jian setzt er Schnitt um Schnitt an, kraftvoll wie ein Athlet, kühl wie ein Anatom. Zurück bleibt das Skelett eines bestialischen Jahrhunderts.«
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung
»Wie Verrat, Schuld und Sühne in einem streng hierarchisch organisierten System funktionieren: Das wird in diesem Buch wie in einem Brennglas deutlich. ... Wer sich in dieses für westliche Lesegewohnheiten ›ganz andere‹ Buch hineingelesen hat, kann es so schnell nicht wieder weglegen.«
Manfred Hitzeroth, Oberhessische Presse
»Die Sandelholzstrafe ist ein hervorragend geschriebener Schmöker voll dramatischer Qualität. Er ist [...] in Erzählstil, Inhalt und Struktur bewusst ein vormodernes Stück Literatur, das die rhapsodischen Strukturen der volkstümlichen Katzenoper aufgreift.«
Katharina Borchardt, Deutschlandradio Kultur
»Mo Yans Umgang mit den Traditionen seiner Heimat ist durch und durch bemerkenswert. Durch die Langsamkeit der Handlung entwickelt sie eine Wucht, die einem gegen Ende des Buches schier den Atem stocken lässt. Sprachgewaltig und reich an Bildern ist ›Die Sandelholzstrafe‹, ein Epos über die Liebe und den Hass, über Ehre und Treue, Stolz und das sterbende Kaiserreich China. Die meisterhafte Übersetzung von Karin Betz trägt dazu maßgeblich bei. ... Ein Leseerlebnis von ungeahnter Intensität und fernöstlicher Ästhetik.«
Stephanie Gerlich, unser-luebeck.de
»Mo Yan gibt einen panoramischen Einblick in die Epoche. Voller Geschichten ist sein Roman, sinnenfroh sind die Schilderungen des bäuerlichen Alltags wie des Hoflebens, wobei dem Autor das Deftige ebenso liegt wie das Delikate.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung
»Sehr opulent lässt der 53-jährige Mo Yan die ausklingende Kaiserzeit - die letzte Dynastie endete 1911 - auferstehen, bringt farbige Schilderungen des Alltags und seines Inventars. ... Sehr bald wird klar, dass Mo Yan hier keine Analyse einer Epoche bieten will, kein Nachdenken über die, sondern eine Besichtigung der verlorenen Zeit. Die Bilder, Gerüche und Geräusche sollen sich zu einem umfassenden Panorama zusammenfügen. Mo Yan hat zu verschiedenen Gelegenheiten betont, wie sehr sich seine Poetik der mündlichen Erzähltradition der Bauern verdankt, unter denen er aufgewachsen ist. Und er steht ganz und gar zu seinem trotzigen Anachronismus.«
Wolfgang Popp, Die Presse, Wien
»Mo Yan ist wieder ein sprachgewaltiger und bildreicher Roman gelungen, dessen drastische Darstellungen nichts für zarte Gemüter sind. Überall sehr empfohlen.«
Dietmar Adam, ekz.bibliotheksservice 47/09