Peter Sloterdijk
Die schrecklichen Kinder der Neuzeit

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D: 26,95 €
A: 27,70 €
CH: 36,90 sFr

Erschienen: 16.06.2014
Gebunden, 489 Seiten
ISBN: 978-3-518-42435-3

Spiegel Bestseller Hardcover

Bestseller in Focus, Stern und Börsenblatt

SZ/NDR-Bestenliste Sachbuch

 

Ein Schwarzbuch über die Zukunft

Hat aber die aktuelle Gesellschaftswissenschaft je das Défilé bemerkt, in dem Die schrecklichen Kinder der Neuzeit von spätmittelalterlichen Tagen an den kommenden Jahrhunderten entgegenzogen? Hat einer der Autoren, die sich in den letzten Jahrzehnten zu meistens methodisch verdrehten Phänomenen wie Globalisierung, Mundialisierung, Modernisierung, Hybridisierung, Dekolonisierung, Kreolisierung äußerten, darauf geachtet, daß der bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts tonangebende Kontinent der Moderne, das westliche Europa der nach-kolumbianischen Jahrhunderte, den Globus nicht nur in Aufruhr versetzte mit seinen paradigmatischen Exportgütern? Hat man dar­über hinaus die Tatsache berücksichtigt, wonach Europa – in der Folge überflügelt von seiner amerikanischen Filial-Kultur – an so gut wie alle anderen ethnischen Ensembles bzw. »Kulturen« seine paradoxeste und am wenigsten analysierte Erbschaft weitergab – die irrlichternde Botschaft von der Überflüssigkeit eines Erbes? Hat man in Rechnung gestellt, wie Europa, gemeinsam mit seinem amerikanischen Partner, im Namen der jungen, wandelbaren und angriffslustigen Göttin »Freiheit« sein riskantestes Experiment in die fernsten Regionen hin­austrug: seine Wette, Herkunftsunsicherheit – nenne sie Enterbung, Bastardentum oder Hybrid-Identität – sei bei der Suche nach Zukunftskompetenz nicht länger ein Makel, vielmehr eine nahezu unentbehrliche Qualifikation?

Aus dem Buch:

 »Vielleicht ist, was man Revolutionen nennt, nichts anderes als die Weigerung von Kollektiven, nur Zuschauer bei Endspielen zu sein.«

Pressestimmen

»Fazit, dieses Buch hat es in sich.«

Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung

»Sloterdijks Ironien sind allseitig, sie richten sich gegen die Denkzumutungen der Theologie ebenso wie gegen die Monstrositäten geschichtsphilosophischer Beglückung. Dank dieser Freiheit im Schreiben kommt Peter Sloterdijk der augenblicklichen Verunsicherung so nah wie sonst kein anderer Philosoph.«

Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

»Sloterdijk ist einem dunklen zivilisationsdynamischen Geheimnis auf der Spur ... Es ist ein imposantes Panorama, das er sich abgesteckt hat ... «

Stephan Schlak, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Seine frei schwebende Intelligenz macht enorm viel Spass. Er lockt, spekuliert, jongliert. Das ist großes Entertainment. Sehr gute Unterhaltung«

Christine Richard, Basler Zeitung

»Die schrecklichen Kinder der Neuzeit ist alles andere als ein Erziehungsratgeber. Es ist ein inspirierender Versuch über den Traditionsbruch. Es behandelt nicht nur die Figur des noblen und ›eleganten Bastards‹, sondern es ist selbst ein solcher Bastard. Eine Mischung aus Reflexion und subversivem Pamphlet ... «

Bayerischer Rundfunk Online

»Der Skandal, den diese Sloterdijk-Lektüre aufdeckt, ist der, dass wir uns falsch verstanden haben – zu sehr als Ausgeburten der Herkunft anstatt als Zeugen des eigenen Tuns. Es gelingt dem Karlsruher Philosophen, diesen Irrtum zu korrigieren und uns in der Gegenwart des Hyper-Individualismus zu begrüßen.«

Philip Kovce, Deutschlandradio Kultur

»Peter Sloterdijk provoziert mit einer beherzten Kulturkritik.«

Roland Mischke, St. Galler Tagblatt

»Wer die unverwechselbare sloterdijksche Mischung aus philosophiekundiger Kulturgeschichte, garniert mit tausend witzigen Wendungen, unzähligen Neologismen und einer guten Prise Apokalyptik und Zynismus mag, kommt auch hier auf seine Kosten.«

Johanna di Blasi, Dresdner Neueste Nachrichten

Nachrichten

Kommentare

Man nimmt das Buch in die Hand und liest und liest und liest sich durch erschütternde Stimmungen, dämonischen Szenarien und schicksalhaften Sekunden in der Weltgeschichte... Den Zeitgenossen bleibt so nur noch die Rolle der Nachwelt mit dem beunruhigenden Bewusstsein, dass die Menschheit alle die im Buch aufgelisteten Stationen mehr oder weniger durchlebt und durchlitten hat und aus der Geschichte eben nichts gelernt hat.
Claus Gras, 09.10.2016

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