Lutz Seiler
Die Zeitwaage - Erzählungen

Die Zeitwaage
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Erschienen: 21.09.2009
Gebunden, 284 Seiten
ISBN: 978-3-518-42115-4

Inhalt Inhaltsverzeichnis

»Einmal in der Woche bin ich bei Uhrmacher Walinski, um meine Armbanduhr auf die Zeitwaage zu legen. Seit ich entdeckt habe, tatsächlich ein Träumer zu sein (›ein verdammter Träumer‹, wie mein Vater es früher so oft sagte), bin ich vollkommen ruhig; ich bin ruhig und gelassen und tue nur noch, was ich will. Dinge, von denen ich weiß, daß sie gut für mich sind.«

Mit der Ruhe eines Seiltänzers bewegt sich dieser Träumer auch durch das Nachwende-Berlin. Zu den Dingen, die dabei in seinen Besitz geraten, gehört eine einzigartige Uhr, in deren Ticken er die Geschichte hören kann, die ihm geschehen ist.

Lutz Seilers lange erwartetes neues Buch enthält neben Turksib, für die er mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, dreizehn neue Erzählungen. Ob in der Geschichte einer gespielten Erschießung oder im alltäglichen Drama einer wirklichen Trennung – in allen Texten des Bandes Die Zeitwaage geht es um prägende Wendepunkte, um das Groteske im Leben und unser häufig vergebliches Ringen um einen anderen Verlauf.

 

Pressestimmen

»Lutz Seilers unroutinierte, karge und dichte Prosa versteht es, den Leser auf allen Etappen seiner Geschichte zu fesseln.«

Hans-Jürgen Schings, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Im Jahr 2007 geschah beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettlesen etwas Ungewöhnliches. Wie immer lasen Autoren und Autorinnen eine Prosa, die nicht weiter auffiel und von der man ahnte, dass man sie nach kurzer Zeit wieder vergessen haben würde. Dann aber kam Lutz Seiler an die Reihe, und nach wenigen Worten erfüllte ein fast unbekanntes Gefühl den Saal, wie wenn man plötzlich an die Literatur selbst gerührt hätte. ... Seilers literarische Technik ... ist ein Drehen und Wenden, die Prüfung jedes Details, bis der Satzbau und die Grammatik so fein poliert werden, dass die Worte aus sich heraus zu leuchten beginnen.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

» ... von geradezu altmeisterlicher Vollendung«
»Lutz Seiler ist ein großartig souveräner Erzähler von den seelischen Kollateralschäden des Sozialismus.«

Jens Jessen, Die Zeit Literaturbeilage

»Es ist ein Buch der Bilder. Prosa eines Dichters. Das merkt man jedem dieser klingenden Sätze an. … Seilers Texte thematisieren die kleinen, ganz alltäglichen Beschädigungen, die sich beiderseits der Mauer ereignet haben. Sie machen Seilers Erzählungen zu einem Erlebnis.«

Welf Grombacher, Freie Presse

»Solche Erlösungshoffnung lässt an Patrick Roth denken, dessen Visionen freilich vom Kino befeuert sind, nicht von zunächst wenig auffälligen Ereignissen meist in Kindheit und Jugend. Seiler vermeidet alles, was als Symbolisierung zu verstehen wäre. Auch Wolfgang Hilbig ist in ›Die Zeitwaage‹ immer wieder präsent, nicht nur, wenn Duftwolken verschimmelnder Äpfel aus dem Keller aufsteigen und die Laube einhüllen. Allerdings entwirft Lutz Seiler keine Landschaften des Zerfalls und der Verwesung. Seine eindrucksvollen Erzählungen vermessen alltäglichere und unauffälligere, aber darum nicht weniger beunruhigende Angstterritorien der Seele.«

Jörg Plath, ARTE

»Wie der Uhrmacher in Zeitwaage erweist sich der Lyriker Seiler auch als Prosaist als begnadeter Feinmechaniker der Sprache.«

wirth, Wiener Zeitung

»Diese Prosa scheint von weit her zu kommen, aus einer mythischen Ferne, in der die Gegenstände des täglichen Lebens eine alles überstrahlende Aura besitzen, die schützt vor der Unübersichtlichkeit der Welt. Und doch sind uns die Erfahrungen, die in den geschmeidigen und suggestiven Erzählsätzen des Schriftstellers Lutz Seiler vergegenwärtigt werden, noch bedrängend nah.«

Michael Braun, Die Rheinpfalz

»Dass Lutz Seiler zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikern zählt, wissen wir längst. ... Mit den jetzt erschienenen 13 Erzählungen hat er sich unübersehbar in die erste Reihe der Prosaschriftsteller geschrieben.«

is, Mannheimer Morgen

»Lutz Seiler hat durch seine Gedichtbände Aufsehen erregt und zuletzt Essays veröffentlicht, die den Essay als eine verdichtete, hoch poetische Form ausweisen. Dass er sich nun der Prosa zuwendet, wurde in literarischen Kreisen aufmerksam verfolgt, schien er doch ein Dichter sui generis zu sein. ... Seiler erweist sich in dieser Prosa als ein Autor, der sehr konzentriert schreibt, der in den Details, die er nennt, immer eine tiefere Dimension mitschwingen lässt. In fast allen Szenen liegt etwas Allegorisches, eine zeitlos anmutende Erfahrung.«

Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur

»Eine immense, poetisch-leidenschaftliche Zärtlichkeit in jeder Zeile dieser nostalgischen Erzählung...Ein großartiges, originelles Debüt, das sich klar von der harmlosen, kommerziell erfolgreichen Ich-Befindlichkeitsprosa mancher junger Autoren distanziert.«

Roland Freisitzer, sandammeer.at 12/2009

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