Andrzej Stasiuk
Dojczland - Ein Reisebericht

Aus dem Polnischen von Olaf Kühl
Dojczland
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Erschienen: 23.01.2012
suhrkamp taschenbuch 4316, Broschur, 92 Seiten
ISBN: 978-3-518-46316-1

Inhalt

„Man muß in Tulcea gewesen sein, um den Anblick von Frankfurt am Main bewältigen zu können. Man muß einen Abdruck der rumänischen Steppe im Herzen tragen, um da heil rauszukommen.“ Der Erzähler des Bestsellers Dojczland, ein literarischer Gastarbeiter auf Lesereise kreuz und quer durch die Bundesrepublik, verbirgt nicht, daß er lieber auf dem Bukarester Gara de Nord als am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen wäre. Warum fühlt er sich so unbehaglich? Warum wird er die Ängste nicht los? Und warum rührt ihn der deutsche Papst, der in Auschwitz niederkniet?
Nach Deutschland fahren, das ist Psychoanalyse! So selbstironisch spielt Stasiuk mit Ängsten, Vorurteilen und Klischees, den eigenen, den fremden, daß ihn ein polnisches Skandalmagazin als bezahlten Einflußagenten Berlins anprangerte.

Pressestimmen

»Stasiuks Tramp, der Deutschland gewissermaßen von den Bahnhofstoiletten her aufrollt, ist eine der doppelbödigsten Figuren, die das deutsch-polnische Drama in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Nicht dass Stasiuk hier ein abschließendes Porträt des Polen in seinem Verhältnis zu Deutschland geliefert hätte; so ein abschließendes Porträt gibt es nicht. Er hat aber mit seinem dichtenden Landstreicher eine der ungezählten Schutzmasken beschrieben, die viele Polen bis heute brauchen, wenn sie Deutschland ertragen wollen.«
Konrad Schuller, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Literaturbeilage
»Ein gutes Buch zeigt sich auch darin, dass alle möglichen Leute ihm die widersprüchlichsten Absichten unterstellen. Ich halte Dojczland für eine verkappte Liebeserklärung. Eine groteske und ziemlich hinterhältige zwar, aber in ihrer schoddrigen Unangestrengtheit, in ihrer Selbstironie und gespielten Oberflächlichkeit großartig und sehr witzig. Denn Stasiuks Polemik über die Deutschen ist zugleich eine über die Polen, die wie wir ständig über das Deutschsein nachdenken müssen.«
Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung

Videobeiträge

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