Wojciech Kuczok
Dreckskerl - Eine Antibiographie

Aus dem Polnischen von Gabriele Leupold und Dorota Stroinska
Dreckskerl
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 34,30 sFr

Erschienen: 19.03.2007
Gebunden, 173 Seiten
ISBN: 978-3-518-41884-0

Inhalt

»140 Seiten nur hat dieser Band«, schrieb die Frankfurter Rundschau über Im Kreis der Gespenster, »aber 140 selten kraftvolle, die im Leser bis zum nächsten Frühjahr nachhallen. Dann erscheint Kuczoks preisgekrönter Roman Dreckskerl auf deutsch.« Er erzählt von den dramatischen Wendungen der deutschen und polnischen Geschichte im 20. Jahrhundert, deren Gewalt sich im privaten Leben der Familie K. fortsetzt. Einziger Schauplatz ist das vom Vater des »alten K.« erbaute Haus, irgendwo im rußgrauen schlesischen Bergbaugebiet. Es überstand die deutsche Besatzung, blieb von Bomben verschont, muß aber nach Kriegsende mit einem proletarischen Ehepaar geteilt werden.
Der Krieg geht in der nächsten Generation weiter – ein Krieg der vergifteten Seelen. Der »alte K.« züchtigt sein Kind, den Ich-Erzähler, mit der Peitsche. Ein gescheiterter Künstler, sieht er sich in der Umgebung von Bergleuten, in Schmutz, Gestank und Verwahrlosung, vom kommunistischen System aller Lebenschancen beraubt und tobt seine Frustration an dem Jungen, dem »Dreckskerl «, aus – bis dieser zum Gegenschlag ausholt.
Kuczoks »Antibiographie«, ein nachtschwarzer Familienroman, hat in Polen lebhafte Debatten hervorgerufen. Dabei ist seine Erzählweise von sozialkritischer Literatur äonenweit entfernt. Sein Blick ist kalt, sein Ton sarkastisch, dennoch glüht in diesem Buch ein Zorn. Er treibt die Sätze voran und schärft sie zu virtuosen Wortspielen, zu Ironie und Witz.

»Kuczok ist der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller, den die polnische Literatur zur Zeit zu bieten hat.« Jörg Plath, Frankfurter Rundschau

 

Pressestimmen

»Wojciech Kuczok ist ein Star der jungen polnischen Literatur – und das verdankt er vor allem seinem ersten und bislang einzigen Roman Dreckskerl, der gerade in deutscher Übersetzung erschienen ist. (...) Dreckskerl ist ein böses, auf eigentümliche Weise lustiges Buch, sprachlich und dramatisch so furios und konzentriert, wie es in der europäischen Literatur von heute ziemlich einzigartig ist. (...) Das Kunststück von Dreckskerl besteht darin, dass Kuczok das Leid des kleinen Jungen zwar poetisch und erschütternd erzählt, aber zugleich als große Burleske, als Schelmenroman.« 
Der Spiegel
»…Ein literarisches Großereignis. … Man könnte sagen, Kuczok habe den Bernhard-Sound eigenständig weiterkomponiert. … Und eben darum so übertragbar und auch außerhalb von Polen ein glühendes Lektüreerlebnis.«
Die Furche
»Dieser Roman ist ein großes literarisches Versprechen.«
Bettina Schulte, Badische Zeitung
»Einer der beeindruckendsten Romane der Saison.«
Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau

»Ein herausragendes Werk nicht nur der polnischen Gegenwartsliteratur ... unbedingt lesenswert.«
Ulrich Baron, Die Zeit
»Kuczoks Genie besteht darin, die Klaustrophobie einer ganzen Epoche im Mikrokosmoseiner Familie präzise zu treffen – mit einem Erzählreigen, der sich jenseits der grossen Politik und Geschichte bewegt. Das Debakel und die Tragödie des polnischen 20. Jahrhunderts ist dem Roman als Subtext eingeschrieben. Was sich dem Nukleus des Privaten austobt, ist die Gewalt, die Polen von aussen auferlegt wurde und im Innern als Repression und Opportunismus, Angst und Apathie regiert. Kein Zweifel: Von Wojciech Kuczok wird noch viel zu hören und zu reden sein.«
Neue Zürcher Zeitung

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Kommentare

Wojciech Kuczoks Roman ist ein großartiges und bewegendes Buch.Ich habe es bereits vor etwa einem Jahr auf polnisch gelesen und konnte die deutsche Übersetzung kaum erwarten, da die meisten meiner Freunde kein polnisch sprechen, und ich ihnen dieses Buch wärmstens empfohlen hatte. Leider bin ich bereits mit der Übersetzung des Titels nicht einverstanden. Das polnische Wort "gnoj" kann im Bezug auf eine Person zwar auch Dreckskerl bedeuten, doch die wörtliche Übersetzung ist "Gülle", und diese hätte ich hier passender gefunden. Der Autor verwendet dieses Wort bewußt,
und gerade die Mehrdeutigkeit macht den Titel interessant und den Leser neugierig.
Agnes Regula, 29.01.2007

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