Wojciech Kuczok
Dreckskerl - Eine Antibiographie

Aus dem Polnischen von Gabriele Leupold und Dorota Stroinska
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D: 19,80 € *
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 19.03.2007
Gebunden, 173 Seiten
ISBN: 978-3-518-41884-0

Inhalt

»140 Seiten nur hat dieser Band«, schrieb die Frankfurter Rundschau über Im Kreis der Gespenster, »aber 140 selten kraftvolle, die im Leser bis zum nächsten Frühjahr nachhallen. Dann erscheint Kuczoks preisgekrönter Roman Dreckskerl auf deutsch.« Er erzählt von den dramatischen Wendungen der deutschen und polnischen Geschichte im 20. Jahrhundert, deren Gewalt sich im privaten Leben der Familie K. fortsetzt. Einziger Schauplatz ist das vom Vater des »alten K.« erbaute Haus, irgendwo im rußgrauen schlesischen Bergbaugebiet. Es überstand die deutsche Besatzung, blieb von Bomben verschont, muß aber nach Kriegsende mit einem proletarischen Ehepaar geteilt werden.
Der Krieg geht in der nächsten Generation weiter – ein Krieg der vergifteten Seelen. Der »alte K.« züchtigt sein Kind, den Ich-Erzähler, mit der Peitsche. Ein gescheiterter Künstler, sieht er sich in der Umgebung von Bergleuten, in Schmutz, Gestank und Verwahrlosung, vom kommunistischen System aller Lebenschancen beraubt und tobt seine Frustration an dem Jungen, dem »Dreckskerl «, aus – bis dieser zum Gegenschlag ausholt.
Kuczoks »Antibiographie«, ein nachtschwarzer Familienroman, hat in Polen lebhafte Debatten hervorgerufen. Dabei ist seine Erzählweise von sozialkritischer Literatur äonenweit entfernt. Sein Blick ist kalt, sein Ton sarkastisch, dennoch glüht in diesem Buch ein Zorn. Er treibt die Sätze voran und schärft sie zu virtuosen Wortspielen, zu Ironie und Witz.

Im Original erschienen unter dem Titel Gnój (W.A.B., Warschau).

Kommentare

Wojciech Kuczoks Roman ist ein großartiges und bewegendes Buch.Ich habe es bereits vor etwa einem Jahr auf polnisch gelesen und konnte die deutsche Übersetzung kaum erwarten, da die meisten meiner Freunde kein polnisch sprechen, und ich ihnen dieses Buch wärmstens empfohlen hatte. Leider bin ich bereits mit der Übersetzung des Titels nicht einverstanden. Das polnische Wort "gnoj" kann im Bezug auf eine Person zwar auch Dreckskerl bedeuten, doch die wörtliche Übersetzung ist "Gülle", und diese hätte ich hier passender gefunden. Der Autor verwendet dieses Wort bewußt,
und gerade die Mehrdeutigkeit macht den Titel interessant und den Leser neugierig.
Agnes Regula, 29.01.2007

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