Peter Sloterdijk
Du mußt dein Leben ändern - Über Anthropotechnik

Du mußt dein Leben ändern
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Erschienen: 24.03.2009
Gebunden, 723 Seiten
ISBN: 978-3-518-41995-3

Inhalt

In seinem neuen großen Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefaßt: »Du mußt dein Leben ändern.«

In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden ... Es sind die ausdrücklich übenden Menschen, die diese Existenzweise am deutlichsten verkörpern: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt dieses Buch zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein.

 

Pressestimmen

»Dieses scharfsinnige Buch empfiehlt sich als Vademecum für alle, die es leid sind, mit wertkonservativer Propaganda oder linksromantischen Regressionen abgespeist zu werden. ... Wenn Philosophie ihre Zeit in Pointen erfassen kann, dann ist dies hier geglückt.«
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung

»Mit Peter Sloterdijks Du musst dein Leben ändern und Eva Illouz' Die Errrettung der modernen Seele sind in diesem Frühjahr zwei Bücher erschienen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Sloterdijk ... propagiert nun Techniken, die das Selbst befähigen, der krisenhaften Gegenwart standzuhalten. Eva Illouz plädiert dagegen für Abrüstung im Umgang mit sich selbst. Eines aber ist beiden Büchern gemeinsam: Sie suchen nach Formen, mittels derer sich der Einzelne aus den Klauen zweier hoch elaborierter Welterklärungssysteme befreien kann, der Religion und der Psychoanalyse.«

Meike Feßmann, Der Tagesspiegel

»Sloterdijks eloquenter ethischer Imperativ ist unerbittlich: Wir müssen Übende einer ganz neuen Lebenspraxis werden. Gefordert sind radikal neues Denken und Handeln.«

Nikolaus Cybinski, Der Sonntag

»Peter Sloterdijks Ziele sind in Du mußt dein Leben ändern zwar hoch gesteckt, sie reichen hinauf in eine Geschichtsphilosophie, die es an Universalismus mit Georg Wilhelm Friederich Hegels Lehre vom Weltgeist und an Analogieschlüssen mit Oswald Spenglers Theorie des Untergangs aufnehmen kann. Aber wie so oft bringt die Maßlosigkeit, wenn sie sich durch den Stoff wühlt, die interessantesten Gedanken hervor.«

Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

»Sloterdijk erfreut durch eine intellektuelle Schreibe und Sprachschöpfungen [...]. Anregend, herausfordernd und durchdacht bringt Sloterdijk die aktuelle anthropologische Situation des Menschen auf einen einzigen Punkt [...].«

Norbert Copray, Publik-Forum
»Ein gedankenreicher, sprachmächtiger, polemisch amüsanter Parforceritt durch die Kulturgeschichte.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Der Philosoph hat sich nichts weniger vorgenommen als die Umstürzung aller Bewertungen. Was die westliche Zivilisation an metaphysischen Maßstäben vor allem in der Neuzeit herausgebildet hat, ist hinfällig, weil die wichtigste Bezugsgröße auf einem Irrtum beruhte: der Religion.«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Von bestechender Plausibilität und seltener sprachlicher Schönheit«
Adam Soboczynski, Die Zeit

»Eindringlich, gewohnt zynisch, aber zuweilen auch sehr vergnüglich schuf Sloterdijk das passende Buch zur umfassenden Krise.«

Kleine Zeitung, Graz

Kommentare

Das Buch ist definitiv zu kompliziert für die Aussage, die es bringt. ...Was soll man üben, nachdem man das leben geändert hat?
irgendwer, 23.09.2009

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