Jagoda Marinic
Eigentlich ein Heiratsantrag - Geschichten
D: 6,00 €
A: 6,20 €
CH: 9,50 sFr
Erschienen: 28.07.2003
suhrkamp taschenbuch 3516, Broschur, 126 Seiten
ISBN: 978-3-518-45516-6
Inhalt
»Ich gehe zu meinem Leben. Es ist da, wo Du nicht bist«, heißt es in einem Brief einer jungen Frau, der, obschon er von Trennung spricht, Eigentlich ein Heiratsantrag ist. Irrungen und Wirrungen, die seltsamen Wege der Liebe und Begegnungen voller Zauber, die oft in Fluchten münden – davon erzählt Jagoda Marini in ihrem ersten Buch.
Wenn jemand Geschichten schreibt, weiß er wohl, wie Peter Bichsel sagt, daß eine Geschichte »nie so schlimm ist wie die Realität. Eine Geschichte trägt die Besänftigung der Welt in sich. Sie ist – und das ist oft ärgerlich – tröstlich.« Indem jemand Figuren und Situationen erfindet, rettet er sie vor dem Vergessenwerden, bannt sie in Wort und Bild, versucht, im Erzählen das ihnen Besondere zu entfalten. So sind die Geschichten von Jagoda Marini ganz unprätentiöse und doch höchst kunstvolle Versuche, dem Gewöhnlichen und Alltäglichen mit Phantasie zu begegnen – um das, was das wirkliche Leben »als Stoff für Geschichten« zu bieten hat, ins Außergewöhnliche, Einmalige zu wenden.
»Sie war, wo sie war, das hatte sie begriffen. Sie war immer, wo sie war, und ob sie dabei in dieser oder jener Stadt war, war egal, weil sie immer war, wo sie war.« Mit Eigentlich ein Heiratsantrag stellt sich eine junge kroatisch-deutsche Erzählerin vor, die für alte Themen der Literatur einen wundersam eigenen Blick hat.
Pressestimmen
Aber die Distanz zur Wirklichkeit ihrer Altersgefährten hat nichts mit ihrer Herkunft zu tun, sondern mit ihrem Wesen. Sie würde auch, wenn sie anderswo leben würde, in einer anderen Sprache, so schreiben wie jetzt.
Nun mag es kluge Kritiker geben, die bemerken, dass in den Texten noch manches nicht bis zu Ende verarbeitet ist, die über die weisesten Ratschläge verfügen, wovor sich die junge Autorin in ihrem Schreiben hüten, (...) und was sie stärker herausarbeiten muss. Wenn es auch stimmt, wie soll sie's beherzigen, ohne sich zu verbiegen. Mag Jagoda Marinic ihre Stimme nie verstellen, es wird ohnehin noch manches geschehen, was sie auch irgendwie verändern wird.«
In ihrem Kopf steckt die Erfahrung eines Universums, Teile davon hat sie auf Papier gebannt.«




