"Ich empfehle Ein Koffer voll Sand von Franz Hodjak. Der seit1992 in Deutschland lebende rumäniendeutsche Autor beschreibt eine wundersam komische Fluchtgeschichte: die Reise einer staatenlosen Kleinfamilie unterwegs von Bukarest ins Auffanglager ins westfälische Hamm. Die Ehefrau fährt im Kreis, die Ankunft verzögert sich, der Mann trinkt Wodka. Das schwere Leben ist in diesem leichten Roman ein philosophischer Schwebflug. Lakonischer ist noch nie über Politik, Heimat und die Unmöglichkeit anzukommen geschrieben worden."
Verena Auffermann, Focus Literatur-Tipp
"Bernd Burgers Gedankenwelt ist in vielem verunsichernd. Wer aber Unsicherheit als Voraussetzung für einen offenen Dialog zu schätzen weiß, wird sich freuen, Burgers Bekanntschaft zu machen. [...] Hodjaks Roman handelt von einem inneren Transit. An den Grenzen halten Begriffe Wache: Freiheit, Identität, Heimat. Die Abgabe, die jeder von uns ihnen zu entrichten hat, ist die Bedeutung, die es immer wieder neu zu erfragen gilt. Wer keine Angst vor solch grenzüberschreitendem Denken hat, sollte sich mit dem Koffer voll Sand zu Bernd Burger auf den Balkon setzen."
Barbara Ruhsmann, Die Furche, Wochenzeitung für Gesellschaft, Politik, Religion und Wirtschaft
" [....] eine dichterische Wucht. [...] Ein Koffer voll Sand ist Hodjaks bisher reifste, zugleich engagierteste und abgeklärteste Arbeit und zeigt den [...] Autor als eine deutsche Ionesco-Variante. [...] Ein Rezensent von Ein Koffer voll Sand, zumal er von diesem Buch wie schon lange von keinem deutschen Buch mehr angetan ist, weiß nicht, welche der unzähligen aus dem Widersinn, dem Nonsens geschöpften exemplarischen und emblematischen Erkenntnissen und Wahrheiten er hier zitieren soll, um seinen Lesern dieses Suhrkamp-Produkt weiterzuempfehlen."
Michel Raus, d`Lëtzebuerger Land, Luxemburg
"Diese Prosa zieht den Leser unweigerlich in den Bann ihrer erschreckenden Aufrichtigkeit. [...] Hier schreibt einer, weil er schreiben muß, um sich der Ungewißheiten seines eigenen Lebens zu vergewissern. Sicher: Es ist ein Erzählen gegen die Windmühlen erratischer Erinnerungsblöcke. Gerade deshalb werden wir noch weitere Bücher zum Thema von Hodjak zu erwarten haben. Und das ist gut so."
Holger Dauer, Der kleine Bund
"Fabulierlust und Einsichten, Genauigkeit und Groteske machen Hodjaks Roman zu einem faszinierenden Lektüreerlebnis, zu einer Sonde, welche die Vergangenheit Rumäniens und der Stadt Klausenburg ausleuchtet, und vor allem zu einem Höhepunkt mitteleuropäischer Literatur."
Cornelius Hell, Die Presse (Wien)
"Franz Hodjak darf man hierzulande zu den wichtigsten Autoren zählen. Zahlreiche Literaturpreise [...], die Feuilletons der großen Zeitungen rühmen die Sprache seiner Gedichte und Romane. Hodjak wird geschätzt als fulminant phantastischer Autor, dessen Werk voll grotesker Absurdität steckt und der sich messen kann mit Berühmtheiten wie Samuel Bekett und Dario Fo. In dem Roman "Ein Koffer voll Sand" wird eine Abschiedsreise beschrieben. Der deutsch-stämmige Rumäne Bernd Burger ist mit Ehefrau Melitta und Tochter im Auto unterwegs aus der alten Heimat in Richtung Deutschland. Der Aufbruch in eine neues Leben ist endgültig, die Ankunft liegt im Ungewissen. [...] Eine ganz neue Wirklichkeit umfaßt die Burgers, die sie nur wahrnehmen können mit dem alten, gänzlich fremden Blick. Das Unterwegssein läßt die Familie aber nicht nur mit den Realitäten kollidieren, die seitherigen Erfahrungen ins Leere laufen. Gleichzeitig setzt ein vielschichtiges Reflektieren und Träumen über das ein, was ihnen die alte Heimat, die niemals eine war, nicht geben konnte (und die sich nun auch kaum mehr umdeuten läßt), und was an Brauchbarem in die neue fremde Welt mitgenommen werden kann."
Wetterauer Zeitung