Ulrike Edschmid
Ein Mann, der fällt - Roman

Leseprobe » Bestellen »


D: 20,00 €
A: 20,60 €
CH: 28,90 sFr

Erschienen: 10.04.2017
Gebunden, 187 Seiten
ISBN: 978-3-518-42581-7
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Sommer 1986. Berlin-Charlottenburg. Ein Mann steht auf der Leiter und streicht die Decke einer Altbauwohnung, in die er mit seiner Gefährtin einziehen will. Da verliert er das Gleichgewicht und stürzt in die Tiefe.   

Danach ist nichts mehr, wie es war. Brutaler hätte der Aufbruch zweier Menschen in die gemeinsame Zukunft kaum scheitern können. Doch was wie ein Ende erscheint, geht langsam über in die Erforschung eines unbekannten Kontinents: des eigenen Lebens.

Der Kampf mit der Querschnittslähmung und die erzwungene Verlangsamung des Alltags müssen sich in einer Umgebung behaupten, die sich mit dem Mauerfall rasant verändert. Iranische Oppositionelle, russische Neureiche, Roma-Flüchtlinge aus dem zerfallenden Jugoslawien ziehen ein. Jahrzehnte vergehen, die Wohnung im Eckhaus bleibt Beobachtungsstation und Zufluchtsort, ausgesetzt und geschützt zugleich. Unten auf der Straße wird das Leben nicht nur schneller, sondern lauter, roher, gewalttätiger. Dann leert sich das Haus. Am Ende bleibt das alte Liebespaar – und der lebenslange Versuch, standzuhalten.  

Nach dem großen Erfolg ihres Romans Das Verschwinden des Philip S. stellt Ulrike Edschmid erneut ihr Vermögen unter Beweis, von der Essenz eines Unglücks zu erzählen. Und von dem anderen Blick auf die Welt, den wir dabei erlernen.

Pressestimmen

»Nie wird [Ulrike Edschmid] laut, hektisch, vordergründig. Ihre Sätze sind kurz und erzeugen trotzdem eine Melodie. Das ist toll gemacht.«

Hannah Bethke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Das Faszinierende an diesem Buch ... ist der Tonfall, den Edschmid gefunden hat.«

Christoph Schröder, Der Tagesspiegel

»Anhand von Alltagsszenen und Stadtskizzen wird deutsche Geschichte erzählt, doch so beiläufig und unheorisch, wie sie sich in der Realität oft abspielt: ... Ereignis unter Ereignissen.«

Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Erzählerin schildert seinen Kampf mit seinem ›stummen‹ Körper aus nächster Nähe, unerbittlich, präzise und zugleich mit großem Respekt. Sie urteilt nicht, sie interpretiert nicht, sie notiert keinen einzigen direkten Dialog, und gerade durch diesen nüchternen Ton, durch die Distanz der Beobachtenden, die sie sich auferlegt, trifft einen die Geschichte mit voller Wucht.«

Anke Dürr, LITERATUR SPIEGEL Mai 2017

»Das ist die große Kunst der Ulrike Edschmid: Autobiografisch oder realistisch erzählen und doch einen Abstand zur Wirklichkeit zu halten. ... So entfaltet der Roman seine große Wirkung subtil, der Leser wird in das erzählte Leben verstrickt.«

Cornelia Geissler, Frankfurter Rundschau

»Ulrike Edschmid ist eine Autorin, die nahe am Autobiografischen erzählt und Detail an Detail fügt. Dass daraus am Ende eine dann doch weitreichende Geschichte wird, die man von Moment zu Moment, von Szene zu Szene, zunehmend fasziniert liest, das ist ihre große Kunst.«

Katharina Döbler, Deutschlandfunk Kultur

»Ulrike Edschmid beherrscht diese Mischung aus Reduktion und sehr genauer Selektion meisterlich. Es ist das Gegenteil von Sentimentalität und dennoch hochemotional – aber niemals direkt.«

Anne-Dore Krohn, rbb kulturradio

»Ulrike Edschmid hat einen beeindruckenden Roman geschrieben … verfasst in einem Stil, bei dem die Klarheit kunstvoll die Dunkelheit verdeckt.«

Peter Henning, Spiegel Online

»Wie schon in ihren vorangegangenen Veröffentlichungen ... beherrscht Ulrike Edschmid auch in diesem wiederum autobiografisch grundierten Werk die Kunst der Reduktion und Verdichtung und erzeugt gerade damit Aufmerksamkeit und Anteilnahme.«

Frank Arnold, tip Berlin 10/2017

»In ihren spröden, präzisen Stil muss man sich erst einfinden. Einfache, klare Sätze erzeugen aber einen Sog, dass man das Buch kaum weglegen mag.«

Mark-Christian von Busse, Hessische/ Niedersächsische Allgemeine

Kommentieren