»Ein Panorama der Entfaltung des westlichen Geistes zwischen 1500 und der Gegenwart, das für sich schon die Lektüre des Buches lohnt. ... Taylor hat ein monumentales Kompendium vorgelegt, das vieles versammelt, was die reiche Forschungsliteratur der vergangenen Jahrzehnte zusammengetragen hat. Wer wissen möchte, wie abgründig das Problem der Säkularisierung gerade deshalb ist, weil es auch aus einem Zuviel an Religion entstehen kann, der greife nach diesem Buch. Er wird viel Wissenswertes darin finden.«
Volker Gerhardt, Die Welt
»In seinem Bildungsroman der Neuzeit demonstriert Taylor, dass gerade die säkulare, die demokratische, die wissenschaftliche Moderne aus einer durchweg religiösen Matrix erwuchs: Unsere Orientierung am selbstverantwortlichen Individuum als einem »heiligen« Grundwert (Emile Durkheim) ist schlicht unverständlich ohne die Geschichte der biblischen Offenbarung, die in jedem Menschenantlitz Gottes Ebenbild wiedererkennen will. ... Die vorurteilsfreie, entzauberte Naturforschung der Moderne, die demokratische Selbstregulierung und ein verallgemeinertes soziales Wohlwollen sind also für Taylor nicht Ergebnis einer Substraktion - von Welterfahrung minus Religion. Das moderne Weltbild und die westliche Gesellchaftsordnung sind vielmehr Produkte einer genuin religiösen Reform.«
Otto Kallscheuer, Die Zeit
»Der Autor verfügt souverän über das Rüstzeug, das eine solche Spurensuche und Erzählung im philosophischen Breitwandformat verlangt: einen langen Atem, einen weiten intellektuellen Horizont, ein famoses Vermögen der geistigen Zusammenschau, die Fähigkeit, das Gedachte dem Leser zu erschließen, Sensibilität, Toleranz, Verständigungswillen...«
Dirk Lüddecke, Süddeutsche Zeitung
»[Taylor] hat hier ein epochales Werk geschaffen, das zum Verständnis unserer Zeit unverzichtbar ist.«
Werner Trutwin, Christ in der Gegenwart
»In einem großen Wurf zeichnet Taylor die moderne Geschichte des religiösen Bewusstseins nach.«
klu, Frankfurter Neue Presse
»Es gelingt dem Autor [...], dem Säkularisierungsvorgang die Aura des Selbstverständlichen, des notwendigerweise Aufgeklärten und Vernünftigen zu nehmen. [...] Taylors Buch ist so dick wie die Bibel oder der Koran. Es zeigt [...], was ein religiöser Mensch beherzigen muss, wenn er bei Verstand bleiben will.«
Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Das neue Buch von Charles Taylor ist in jeder Hinsicht groß: Groß ist der Umfang - 1297 Seiten -, groß ist der Anspruch - das gesamte ›säkulare Zeitalter‹ zu erfassen -, und groß ist das Ergebnis.«
Isolde Charim, Falter 42/2009
»Taylors neuerliches Mammutwerk ist einmal mehr ungeheuer vielschichtig und erweist sich als anschlussfähig an eine Vielzahl hochaktueller Debatten um Religion, Politik, Identität und das Selbstverständnis der Moderne. Taylors Ausgangsfrage lautet noch immer: ›Wie fühlt es sich an, als Subjekt in die Welt gestellt zu sein?‹, und er zeigt, wie verschieden die Antwort um 1500 gegenüber derjenigen um 2000 ausfällt: Aus dem porösen, durchlässigen, resonierenden Selbst des Spätmittelalters ist das ›punktuelle‹, abgeschottete, aber auch autonome Selbst der Gegenwart geworden. Liest man das Buch auf diese Weise als einen Beitrag zu einer noch zu schreibenden Soziologie der Weltbeziehung, eröffnen sich faszinierende Ein- und Ausblicke.«
Hartmut Rosa
»… eine überaus lohnenswerte Lektüre, deren Sog man sich kaum entziehen kann und die den Leser vielleicht zum Zeugen für einen Paradigmenwechsel in der Religionsforschung macht.«
Peter Noss, Zeitzeichen 11. Jg/April 2010
»Und an die Adresse der professionellen – kirchlichen – Religionsapologeten mag man hinzufügen: Lest Taylor und lernt, die Säkularisierung um der Religion willen zu verteidigen!«
Henning Klingen, Basler Zeitung