Michel Foucault
Einführung in Kants Anthropologie

Aus dem Französischen von Ute Frietsch Mit einem Nachwort von Andrea Hemminger
Einführung in Kants Anthropologie
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D: 17,80 €
A: 18,30 €
CH: 25,90 sFr

Erschienen: 15.03.2010
Broschur, 140 Seiten
ISBN: 978-3-518-58547-4

Inhalt

Als Gilles Deleuze in den achtziger Jahren bemerkte, Foucault sei letztlich »Kantianer«, wirkte das noch wie eine bewußt forcierte Übertreibung, die eine zu wenig beachtete Seite des Autors ins Licht rücken sollte. In der Folge trat dann immer deutlicher zutage, welche große Bedeutung Kants kritischer Philosophie für Foucaults gesamtes philosophisches Unternehmen zukommt. Sein letzter Vorlesungszyklus am Collège de France beginnt mit einer eingehenden Lektüre von »Was ist Aufklärung?«; und damit schließt sich ein Kreis, der Ende der fünfziger Jahre mit der Übersetzung von Kants Anthropologie in pragmatischer Hinsicht begann. Die ausführliche Einleitung, mit der Foucault seine Übersetzung versehen hatte, war lange Zeit nur im Archiv zugänglich und nur einer kleinen Zahl von Spezialisten bekannt. Nun liegt der Text endlich in einer sorgfältig edierten Fassung vor. Er zeigt, daß Foucault die Kunst der geduldigen, klarsichtigen und gleichsam unerschrockenen Lektüre nicht erst in seinen späten Auslegungen antiker Texte beherrschte. Seine Einführung in Kants Anthropologie legt nicht nur den Grund für die berühmten Analysen des anthropologischen Zirkels in der Ordnung der Dinge; sie markiert mit der Frage nach dem Verhältnis von Anthropologie und Kritik auch den entscheidenden Punkt, an dem Foucault Kants Denken aufnimmt.

Pressestimmen

»Foucaults Einführung in Kants ›Anthropologie d´un point de vue pragmatique‹ legt nicht nur den Grund für die berühmten Analysen des anthropologischen Zirkels in der ›Ordnung der Dinge‹, sondern markiert mit der Frage nach dem Verhältnis von ›Anthropologie und Kritik‹ zugleich den entscheidenden Punkt, an dem Foucault das Denken Kants aufnimmt. … Mit Kant hat nun Foucault zeigen können, dass die Anthropologie als ›prima philosophia‹ ebenso illusionär ist wie die klassische Metaphysik.«

Gottfried Kleinschmidt, Universitas Mai 2010

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