Max Frisch
Entwürfe zu einem dritten Tagebuch

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter von Matt
Entwürfe zu einem dritten Tagebuch
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D: 17,80 €
A: 18,30 €
CH: 25,90 sFr

Erschienen: 05.04.2010
Gebunden, 213 Seiten
ISBN: 978-3-518-42130-7

Inhalt

Im August 2009 meldeten die Feuilletons eine Sensation: In einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teil des Max-Frisch-Archivs in Zürich war das Typoskript eines bisher unbekannten Werks des Schweizer Autors gefunden worden: 184 Seiten, von Frisch auf Tonband diktiert, von seiner Sekretärin in die Maschine getippt. Der Autor selbst hatte auf der Titelseite notiert: »Tagebuch 3. Ab Frühjahr 1982«.
Max Frisch lebte zu dieser Zeit in New York, zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Alice Locke-Carey, bekannt als »Lynn« aus der Erzählung Montauk. Ihr ist das Tagebuch 3 gewidmet, und vermutlich fällt das abrupte Ende der Aufzeichnungen Mitte der achtziger Jahre mit der Trennung von der Amerikanerin zusammen. Die USA und die Schweiz, die Reagan-Administration und das belastete Verhältnis zu der um vieles jüngeren Frau, der Kalte Krieg und der Krebstod eines engen Freundes: Wie die beiden legendären, 1950 und 1972 erschienenen Tagebücher verzeichnet auch das Tagebuch 3 Augenblicksnotizen neben längeren reflexiven Passagen – und hebt das scheinbar flüchtig hingeworfene Notat in den Rang des Literarischen: »Es gibt in Amerika alles – nur eins nicht: ein Verhältnis zum Tragischen.«

Pressestimmen

»Wieder ist der charakteristische Tagebuch-Ton von Frisch zu finden, der nichts mit einer privaten Niederschrift und nichts mit persönlich-intimen Aufzeichnungen zu tun hat – es sind sorgsam konzipierte literarische Texte, die sehr knapp, oft geradezu aphoristisch politisches und ästhetisches Räsonnement mit subjektiven Erlebnissen und Wahrnehmungen verbinden. Diese dritte, sehr bewusst gewählte, Tagebuch-Phase registriert die Probleme des Alterns, des Lebensrückblicks.«

Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur

»… eine grausig-schöne, in ihrer Finsternis erhabene und kassiberhaft-indiskrete Lektüre…«

Fritz J. Raddatz, Die Literarische Welt

»Das letzte Buch von Max Frisch blieb ungeschrieben. Aber der Entwurf dazu, der Entwurf zu einer letzten Wahrheit im Leben und Schreiben dieses großen Autors, der liegt mit diesem Buch jetzt vor.«

Volker Weidermann, Frankfurter Allg. Sonntagszeitung

»Ein einzigartiges Dokument, ohne Illusionen, voller Zweifel, aber immer noch mit lustvoll scharfem Blick auf die Welt.«

Die Zeit

»Dieses dritte Tagebuch enthält Notizen von einer Brillanz, wie man sie schon aus den ersten beiden Tagebüchern kennt. … ein bewegendes Alterswerk, das, zu Lebzeiten veröffentlicht, ein würdiger, krönender Abschluss des Werks von Max Frisch gewesen wäre. Zum Glück lässt es sich jetzt lesen.«

Volker Hage, Der Spiegel 14/2010

»... es stellt sich immer wieder, und sei es für wenige Sätze, der charackteristische Max-Frisch-Sound ein: sorgsam verdichtete, knappe, andeutende und aussparende, stets wieder aufs Neue infrage gestellte Selbstbefragungen.«

Mark-Christian von Busse, Hessische / Niedersächsische Allgemeine

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