»Intensiven Erlebnissen gleich, vermögen die besten Gedichte - und das sind nicht wenige - den konstanten Strom der physikalischen Zeit für Augenblicke scheinbar zu verlangsamen, aufzuhalten, auszudehnen: gebannte Momente gelebter Zeit. [...] Viel in Grünbeins Dichtung erinnert an Benjamins Verfahren, einem Perlentaucher gleich kristallisierte "Denkbruchstücke" vom Grund der Vergangenheit heraufzuholen, sie mit ihrer gespenstischen Kraft stückweise in der Gegenwart anzusiedeln und dieser den falschen Frieden der gedankenlosen Selbstzufriedenheit zu rauben. [...] Die Kunst dieses mit unverblasster Begabung brillierenden Autors zeigt sich an etwas, was man den Faltenwurf seiner Sprache nennen könnte. In ihren Zwischenräumen begegnet man geraffter Zeit. Dichterische Schwerstarbeit hat sich in poetische Leichtigkeit aufgelöst.«
Thomas Wild, Berliner Zeitung
"Die Schönheit der Grünbeinschen Gedichte zeigt sich nicht im Klärenden, sondern in der Verwirrung, die sie stiften, ohne dass sie sich dadurch im Beliebigen verlieren würden. Vielmehr lassen sie teilhaben an einem Prozess des Findens, der um das Verlieren weiß. Aber sie eröffnen dem sehr komplexe Räume - Bereiche, die plötzlich Leuchtkraft erlangen - der es versteht, die Lücke im Text zu finden, die es gibt, auch wenn es sich manchmal nur um einen Spalt handelt."
Michael Opitz, Neues Deutschland
"Sein hoher Grad an klassischer Bildung, seine Intellektualität, aber auch die sprachliche Brillanz, die ihn immer wieder einprägsame Bilder für einschneidende menschliche Erfahrungen, für Tod und Vergänglichkeit finden lässt, sind hier versammelt."
Claudia Sandner-v. Dehn, Hessische Niedersächsische Allgemeine
"Ich habe nicht oft in den letzten Jahren so weltöffnende Gedichtsbände lesen können wie die von Drawert und Grünbein. Aus der Flut neubiedermeierlicher Harmlosigkeiten ragen sie sowieso hervor."
Peter Geist, Freitag
"Es sind die Assoziationen der Worte, der Bilder und der Geschichten, die sich nach der Lektüre dieser Gedichte so intensiv ins Gedächtnis festsetzen, dass einem die Welt außerhalb dieses Buches für eine Weile ganz flach und konturlos erscheint."
Tobias Heyl, Falter
"Dies sind Gedichte, die sich an einzelne wenden. Sie sind dem inneren Lesen zugedacht; das Lied, der Spruch, das Auswendiglernen liegen außerhalb ihres Bereichs."
Lorenz Jäger, Frankfurter Allgemeine Zeitung