Volker Braun
Flickwerk

Flickwerk
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D: 16,80 €
A: 17,30 €
CH: 24,50 sFr

Erschienen: 12.10.2009
Klappenbroschur, 77 Seiten
ISBN: 978-3-518-42109-3

Inhalt

Flickwerk betreibt, wer Notlösungen für reale Probleme findet. Doch wie soll sich der anders verhalten, dem seine Existenzgrundlage genommen ist, der gar nicht oder »kurz« arbeitet? Wie sind ernst gemeinte Vorschläge eines Politikers zu verstehen, den »Tüchtigen und Tätigen« ein doppeltes Stimmrecht zu geben? Volker Braun, der die große Misere in den tagtäglichen Entscheidungen zwischen Erfurt, Kaiserslautern und Venezuela entziffert, teilt uns in Flickwerk 64 Episoden aus der katastrophischen Gegenwart mit, bei denen nicht zu entscheiden ist, ob man über unsere Situation weinen oder lachen soll.

Flickwerk vereint in seinen Kurzreportagen die Tradition von Bertolt Brechts Geschichten von Herrn Keuner mit Thomas Bernhards Miniaturen im Stimmenimitator: Es entstellt auf diese Weise unsere Gegenwart zur Kenntlichkeit. Flickwerk belegt erneut die hohe Kunst des Schelmenschriftstellers Volker Braun, unsere Wirklichkeit so zu finden und zu erfinden, daß wir nicht entscheiden können, ob wir die Narren sind oder die Dummen uns vorführen.

Pressestimmen

»Braun zerpflückt in diesen an Brechts Keuner-Geschichten orientierten Erzählungen kunstvoll die blumigen Sonntagsreden, die den ganzen Menschen umkreisen, so dass das dürftige Material erkennbar wird, aus denen sie gefertigt sind. Mehr als ›Flickwerk‹ ist es nicht. ... Brauns komische Figuren sind tragische Clowns, die im Welttheater Rollen spielen, die ihnen nicht auf den Leib geschrieben wurden. Dass sie daran schwer tragen, daran lässt dieses kurzweilige, den Ernst der Lage beschreibende Buch keinen Zweifel aufkommen. Mit den Mitteln der Komik erzählt es von den Tragödien des Alltags und steht damit auch in der Tradition Hebelscher Kalendergeschichten.«

Michael Opitz, Deutschlandradio

»Ich wünschte, wir hätten mehr Autoren wie Volker Braun, die unbeirrt, in aller Deutlichkeit, mit stilistischer Brillanz und satirischer Schärfe der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. ... Die Literaturgeschichte muss nicht umgeschrieben werden, aber einer Ergänzung bedarf sie: Mit dem Buch ›Flickwerk‹ gehört Volker Braun in die erste Reihe deutscher Kalenderautoren, neben Hebel, Graf, Brecht, Strittmatter und anderen.«

Ulrich Kaufmann, Thüringische Landeszeitung

»Volker Braun platziert seinen Meister Flick strategisch klug an die Schaltstellen der real existierenden Marktwirtschaft. Dort lässt er ihn agieren: derart kompromisslos, auf seiner ureignen Logik beharrend, wie es nur einer literarischen Gestalt dieses Formats erlaubt ist. Es ist grotesk. Aber was ist grotesk? Nicht der Text, nein, sondern die Welt, aus der er entstanden ist.«

Gabi Rüth, actalitterarum.de

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