»Der Roman ist von kristalliner Klarheit und Schönheit. Mit stupender, traumwandlerischer Sicherheit und filmischer Finesse hat Onetti die wimmelnde Topografie dieser »monströsen Nacht« im Griff, meißelt er die Wahrheit der Figuren, ihr böses, unschuldiges Drama aus ihren inneren Monologen wie aus härtestem Granit hervor.«
Gabriele Killert, Die Zeit
»Juan Carlos Onetti ist in Deutschland immer noch viel zu wenig bekannt. Dabei gibt es kaum ein verruchteres Abenteuer, als in einen seiner Romane einzutauchen wie in das tiefste Dunkel unseres Seins und dort buchstäblich zu versumpfen. Onetti, ein Existenzialist mit Vorliebe für gestrandete Verlierer und gescheiterte Träumer, feiert die Undurchschaubarkeit des Lebens und das zerrissen Fantastische unserer Einbildung.«
Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung
»Wer Lauren Bacall und Humphrey Bogart verehrt, wer süchtig ist nach Kafkas Albträumen und das Leben bisweilen für eine tödliche Falle hält, der sollte unbedingt einmal Juan Carlos Onetti lesen. ... Zum hundertsten Geburtstag wurde nun der frühe Roman ›Für diese Nacht‹ von 1943 erstmals ins Deutsche übersetzt. Svenja Becker ist dies überzeugend, großartig gelungen. ... Die eigentliche Heldin dieses Romans ist Onettis Sprache, deren lyrische Intensität zusammen mit der filmischen Erzählperspektive und dem erotischen Subtext einen Sog erzeugt, dem man partout nicht entkommen möchte. Onetti hat William Faulkner und Franz Kafka verehrt. Wir bewundern Juan Carlos Onetti.«
Mathias Schnitzler, Rheinische Post
»Der Roman ist ein immer noch aktueller Kommentar über den Terror und den Wahnsinn von Bürgerkriegen; er ist groß, auch weil er auf Schuldzuweisungen verzichtet. Gut, dass der Suhrkamp Verlag Onetti zu dessen hundertstem Geburtstag eine Werkausgabe widmet.«
Nicole Golombek, Stuttgarter Nachrichten
»In Onettis Werk sind Politik, Krimiplot und romantische Sinnsuche ineinander verzahnt. ... In dieser düsteren Parabel einer Nacht geht es um die menschliche Existenz unter den Bedingungen totalitärer Politik.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung
»Er war ein Pionier der literarischen Moderne, Wegbereiter für den Lateinamerika-Boom der sechziger Jahre. [...] Einsam steht sein Werk in der literarischen Landschaft Lateinamerikas. (Auf Augenhöhe zu seiner Zeit: nur Borges' Erzählungen.)«
Uwe Stolzmann, Neue Zürcher Zeitung
»Der Roman Für diese Nacht wurde geschrieben unter dem Eindruck des Vormarsches des Faschismus in Europa und Japan, insbesondere des verlorenen Spanischen Bürgerkriegs. In den Roman eingeflossen sind Berichte über das chaotische Ende des Bürgerkriegs, die Onetti hörte: die letzte Nacht, ehe Francos Putsch-Truppen die Hafenstadt Valencia einnahmen, während sich die eingeschlossenen Linken in der Stadt zerfleischten, wer von ihnen sich per Schiff evakuieren lassen durfte ... Für diese Nacht ist weniger ein politischer Roman (dafür fehlen ihm klare politische Positionen und Frontstellungen) als vielmehr eine pessimistische Parabel über Verrat, Folter und Mord, eine existenzialistische Allegorie, ein finsteres Melodram, das in eine apokalyptische Untergangs-Szene mündet.«
Sigrid Löffler, rbb Kulturradio