György Konrád
Gästebuch - Nachsinnen über die Freiheit

Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke
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D: 22,95 €
A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 07.03.2016
Gebunden, 288 Seiten
ISBN: 978-3-518-42533-6
Auch als eBook erhältlich

»Die Wahrheit ist wichtiger als das Brot.«


»Was ist dieses Buch?«, fragt sich der Autor zu Beginn augenzwinkernd selbst. Textpatience, Bericht, Vorwort zu einem Roman oder der Roman selbst? Bald stoisch, bald engagiert bis enragiert kritisch gibt er die Antwort, folgt dem Bogen reicher Erfahrung mit nazistischer, kommunistischer, reformkommunistischer, nachwendezeitlicher und orbánistischer Herrschaft in Ungarn und den Verwerfungen Europas in dieser, seiner Zeit. Erzählerische Sequenzen und historische Diagnosen wechseln mit Meditationen und Maximen. Im Zentrum von Konráds »Nachsinnen« aber stehen die Porträts einzelner Menschen und ihrer Handlungen. Als ein Zug positiver wie negativer Hauptfiguren erscheinen sie uns im »Gästebuch« seines Lebens: Es sind maßgebliche Politiker der wechselnden Herrschafts- und Unterdrückungssysteme ebenso wie die kleinen Handlanger mit ihren windig-flüchtigen Loyalitäten. Schriftstellerkollegen, deren Autonomie den Autor Konrád beeindruckte, und solche, die sich der Macht ergaben. Geliebte Frauen. Und immer wieder die Familie, die in der Shoah ermordeten jüdischen Freunde und Verwandten, denen das Gästebuch ein eindrucksvolles Denkmal setzt.

György Konrád, der Dissident und unerschrockene Beobachter, vielfach ausgezeichnet und geehrt, ist einer der großen Chronisten unserer Zeit. Mit seiner narrativen Vitalität hält sein Gästebuch inmitten aller Schrecken, auch der Gegenwart, Kurs auf die Ideale Freiheit, Autonomie, Eigensinn und Selbstvertrauen.

Pressestimmen

»[Konrád] befragt sein Verhalten, den Zufall seines Überlebens. Stets bezieht er auch seine gegenwärtige Lage ... mit ein. Das gelingt – auf jeweils ein, zwei Seiten – so unangestrengt, dass wir wie von selbst auch ins Philosophieren geraten.«

Beatrice von Matt, Neue Zürcher Zeitung

»... beeindruckendes Konvolut literarischer Essays ...«

Norbert Weiss, SAX Das Dresdner Stadtmagazin 8/2016

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