Juri Andruchowytsch
Geheimnis - Sieben Tage mit Egon Alt

Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöhr
Geheimnis
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 18.08.2008
Gebunden, 387 Seiten
ISBN: 978-3-518-42011-9

Inhalt

Wo bist du glücklich gewesen? Warum hast du beim Fußball geweint? Wessen Bücher würdest du auswendig lernen? Fragen eines deutschen Journalisten an einen ukrainischen Schriftsteller, der ein Jahr in Berlin verbringt. Sieben Tage lang sprechen Egon Alt und Juri Andruchowytsch über Habsburg im Sowjetlook, über Bahnhöfe, Grenzpfähle und vergessene Träume, über verbotene Musik, Rekruten in der Roten Armee und die legendären Happenings der Performance-Gruppe BuBaBu. Sieben Kapitel "über mich und die Zeit, in der ich lebe", wie der 48jährige Juri Andruchowytsch im Vorwort zu seinem neuen Buch schreibt. Von der Katastrophe im Jahr 1969, als Dynamo Kiew gegen Spartak Moskau verlor, bis zu dem Moment, als Breschnews Sarg mit voller Wucht ins Grab knallte, vor Millionen Fernsehzuschauern in der ganzen Sowjetunion, deren Zusammenbruch sich hiermit ankündigte. Vom Putsch in Moskau bis zur orangen Revolution und der Katerstimmung danach: Der exzessive Dialog, der ihn mit seinem Leben und Schreiben konfrontiert, ist ein spannendes Stück Zeitgeschichte. Selten greifen Privates und Politisches so eng ineinander wie in diesem ironischen Porträt eines Autors, der sich selbst nicht über den Weg traut.
Im Original erschienen unter dem Titel Tajemnycja. Zamist' romanu, 2007 (Folio, Charkiw).

Pressestimmen

»Wer die heutige Ukraine verstehen will, muss dieses Buch lesen. Warum sollte man aber ausgerechnet die Ukraine verstehen wollen? Weil es, wie Polen, wie Tschechien, wie Ostdeutschland »Europa ist, das man in Russland verwandeln wollte«. Weil man also Europa nicht versteht ohne die Ukraine. Hier geht es aber nicht um modische Habsburg-Sentimentalität. Andruchowytsch, 1960 im galizischen Stanislau geboren, hält die ungeheure kulturelle Nivellierungsleistung des Sowjetreichs fest, das überall die gleiche Tristesse verordnete. ... Der Form nach ist Andruchowytschs Roman ein Interview, geführt von seinem Alter Ego »Egon Alt«. In diesem scheinbar anspruchslosen Frage-Antwort-Spiel gelingt dem Schriftsteller das Kunststück, einen Schelmenroman zu schreiben, der unter der Hand zum Bildungsroman mutiert.«
Alan Posener, Die Welt
»Die knapp vierhundert Seiten lesen sich atemberaubend spannend, was sich ebenso dem Erzählten wie der Erzählweise verdankt. ... Wut ist neben Liebe, Begeisterung, Melancholie und Ironie eine unabdingbare Ingredienz von Juri Andruchowytschs eigenwilligem, lebensprallem Bekenntnisbuch. Wut als Zeichen von Vitalität und als rebellisches Hinterfragen ost-westlicher Stereotypen. Wer heute besorgt auf die Ukraine blickt, tut gut daran, sich in »Geheimnis« zu vertiefen. Er wird auf erschütternde Paradoxien treffen und zugleich auf so viel Poesie und Witz, dass es ihm bisweilen die Sprache verschlägt. Andruchowytschs rastlos kreativer Geist hält es nämlich trotz allem mit der Hoffnung. »Ich finde, wir haben unheimliches Glück im Leben, stimmt's?« Nach aufregenden vierhundert Seiten ein versöhnliches Schlusswort.«
Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

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