Wolfgang Streeck
Gekaufte Zeit - Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus

Frankfurter Adorno-Vorlesung 2012
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D: 24,95 €
A: 25,70 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 11.03.2013
Gebunden, 271 Seiten
ISBN: 978-3-518-58592-4

Aufklärung par excellence

Die Krise hält uns in Atem und erzeugt zugleich ein diffuses Gefühl der Ratlosigkeit. Auf schier unüberschaubare Problemlagen folgen Maßnahmen, die wie Notoperationen am offenen Herzen der westlichen Welt wirken – durchgeführt ohne Kenntnis der Krankengeschichte. So ernst die Lage ist, so wenig scheinen wir zu verstehen, was genau vor sich geht. Und wie es dazu kommen konnte.

Wolfgang Streeck legt in seiner Frankfurter Adorno-Vorlesung die Wurzeln der gegenwärtigen Finanz-, Fiskal- und Wirtschaftskrise frei, indem er sie als Moment der langen neoliberalen Transformation des Nachkriegskapitalismus beschreibt, die bereits in den 1970er Jahren begann. Im Anschluss an die Krisentheorien der damaligen Zeit analysiert er, wie sich die Spannung zwischen Demokratie und Kapitalismus über vier Jahrzehnte entfaltet hat und welche Konflikte daraus zwischen Staaten, Regierungen, Wählern und Kapitalinteressen resultierten. Schließlich beleuchtet er den Umbau des europäischen Staatensystems vom Steuer- über den Schulden- zum Konsolidierungsstaat und fragt nach den Aussichten für eine Wiederherstellung sozialer und wirtschaftlicher Stabilität.

Gekaufte Zeit zeigt, dass der gegenwärtigen Situation etwas zugrunde liegt, das uns tief beunruhigen sollte: die Transformation des Verhältnisses von Demokratie und Kapitalismus.

Aus dem Buch

»Die Demokratie, wie wir sie kennen, ist auf dem Weg, vom Kapitalismus abgetrennt und um seinetwillen auf eine Kombination von Rechtsstaat und öffentlicher Unterhaltung reduziert zu werden.«

»Der Geldzauber der letzten Jahrzehnte ist wohl endgültig zu gefährlich geworden, als dass man es noch einmal wagen könnte, mit ihm Zeit zu kaufen.«

»Heute scheint die Lösung der noch immer anhaltenden Finanz- und Fiskalkrise nichts Geringeres zu erfordern als eine Neubestimmung des Verhältnisses von Politik und Ökonomie und einen grundlegenden Umbau des Staatensystems insbesondere in Europa.«

Pressestimmen

»Wolfgang Streecks Buch ... beruht auf profunder, in jahrzehntelanger Forschung erworbener politökonomischer Expertise, ist glänzend geschrieben und voller präziser Beobachtungen und Pointen.«

Christoph Deutschmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Man muss Streecks Skepsis nicht teilen, aber sie ist wohlbegründet. Seinem Buch sind viele Leser zu wünschen.«

Steffen Vogel, taz. die tageszeitung

»Streeck findet eine Form soziologisch aufgeklärter Krisenerzählung, die es erlaubt, klarer zu sehen, statt angesichts der Komplexität der Welt zu resignieren.«

Süddeutsche Zeitung

»Sein Buch ist eine der bislang besten Analysen dieses Themenkomplexes [der Finanz- und Fiskalkrise]- kompetent und engagiert, scharfsinnig und scharfzüngig.«

Ulrich Teusch, SWR2

»Streeck erweist sich mit seiner fulminanten Studie als ein scharfsinniger Kritiker, der weder Fürstenberater für markthörige Politiker noch achselzuckender Beobachter schicksalhaft hinzunehmender Entwicklungen sein will.«

Lutz Wingert, Süddeutsche Zeitung

»Die zu Recht viel beachtete Neuerscheinung ... ist in doppeltem Sinn ein Glücksfall: Es zeigt brillant, wie weit man mit einer mit marxistischem Instrumentarium arbeitenden Analyse der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrisen kommt. Dieses Besteck führt Streeck aber nicht primär als Theoretiker, sondern als kenntnisreicher Soziologe und Ökonom.«

Harald Seubert, Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau - SLR 2/2013

»Seine soziologische Gesamtanalyse der Krise [ist] durchaus lesenswert, weil sie den inneren Zusammenhang ihrer ökonomischen, politischen und sozialen Aspekte nachdrücklich beleuchtet.«

Martin Huber, WDR 3 "Passagen"

»Keine leichte Sommerlektüre, aber ein wichtiger reality check, der deutsche Illusionen überzeugend verhagelt.«

Eva Marlene Hausteiner, Philosophie Magazin Nr. 5/2013, August/September

»Das Buch ist politische Literatur im besten Sinn: Es setzt an den realen Problemen der sozialen Entwicklung an, stellt den historischen Kontext her, verknüpft in sozialwissenschaftlicher Tradition Erkenntnisse der Ökonomie, Politikwissenschaft und Soziologie, skizziert den institutionellen Rahmen für Politik und ist mit dem erfrischenden Mut zu klarem Positionsbezug verfasst.«

Markus Marterbauer, Wirtschaft und Gesellschaft Heft 3/ 2013

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Nachrichten

Kommentare

Seit der Frankfurter Adorno-Vorlesung haben wir auf dieses dort angekündigte Buch ungeduldig gewartet.
Hilde Scherm, Martin Hicks, 10.03.2013

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